unerwünschte arzneimittelwirkung
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Praxis ◽  
2022 ◽  
Vol 110 (1) ◽  
pp. 1-6
Author(s):  
Aurel T. Tankeu ◽  
Christel Tran

Zusammenfassung. Chronische Müdigkeit ist ein unspezifisches Symptom, das bei erwachsenen ambulanten Patientinnen und Patienten häufig auftritt. Anhaltende körperliche Müdigkeit, deren Ätiologie nach Ausschluss der üblichen Ursachen unklar ist, sollte die Frage nach seltenen Krankheiten wie angeborene Stoffwechselstörungen (IEM) aufwerfen. Das Hauptmerkmal der chronischen Müdigkeit bei IEM ist ihr dynamischer Charakter, der durch Situationen verschlimmert wird, die den Stoffwechsel erhöhen, wie körperliche Anstrengung, Kälte, Fasten oder biologischer Stress. Angesichts solcher klinischer Anzeichen ist es wichtig, eine gezielte Diagnostik durchzuführen, um Patienten zu identifizieren, die wahrscheinlich eine unerwünschte Arzneimittelwirkung haben, um sie an ein spezialisiertes Zentrum zu überweisen. Zu den IEMs, die zu chronischer Müdigkeit führen, gehören metabolische Myopathien wie Muskelglykogenose, Fettsäure-Beta-Oxidationsstörungen und mitochondriale Erkrankungen. Spezifische biochemische und/oder molekulare Analysen ermöglichen es, die Diagnose zu stellen und ein multidisziplinäres Management einzurichten.


2021 ◽  
Vol 78 (4) ◽  
pp. 195-198
Author(s):  
Selina Späni ◽  
Simona T. Hübner ◽  
Anne Leuppi-Taegtmeyer

Zusammenfassung. Zur Linderung einer Hustensymptomatik können diverse Arzneimittel mit verschiedenen protussiven oder antitussiven Wirkmechanismen eingesetzt werden. Für gewisse Indikationen spielen auch Phytopharmaka eine bedeutende Rolle. In der Ursachensuche eines persistierenden Hustens ist die Dauermedikation kritisch zu prüfen und bei Verdacht auf eine unerwünschte Arzneimittelwirkung gegebenenfalls anzupassen.


2021 ◽  
Vol 40 (01/02) ◽  
pp. 43-47
Author(s):  
René Zeiss ◽  
Maximilian Gahr

ZUSAMMENFASSUNG Gegenstand und Ziel Arzneimittelassoziierte Hepatotoxizität (engl. Drug-induced liver injury, DILI) ist einer der häufigsten Gründe für akutes Leberversagen und die Rücknahme der Zulassung von Arzneimitteln. Das Risiko des Auftretens von DILI im Zusammenhang mit der Anwendung spezifischer Substanzen ist grundsätzlich gering, allerdings kann DILI letal verlaufen und stellt daher ein ernstzunehmendes Problem im klinischen Alltag dar. In der vorliegenden Übersichtsarbeit wird ein Überblick über den Kenntnisstand zu DILI mit Fokus auf klinisch relevante Aspekte gegeben. Material und Methoden Es wurde eine narrative Übersichtsarbeit erstellt. Die Literaturrecherche wurde mithilfe der bibliografischen Datenbank MEDLINE durchgeführt. Ergebnisse DILI ist eine unerwünschte Arzneimittelwirkung, welche sowohl in direkter, vorhersehbarer als auch idiosynkratrischer, unvorhersehbarer Form auftreten kann. Die Ätiologie von DILI wird als multifaktoriell bewertet und es scheinen genetische, immunologische und Umweltfaktoren eine Rolle zu spielen. Therapeutisch stellen das Absetzen der verdächtigten Substanz sowie eine engmaschige Überwachung des Patienten die wichtigsten Maßnahmen dar. Schlussfolgerungen und klinische Relevanz Die große Anzahl an Substanzen mit hepatotoxischem Potenzial sowie die begrenzte Vorhersagbarkeit von DILI in Kombination mit den begrenzten therapeutischen Möglichkeiten stellen eine Herausforderung im klinischen Alltag dar. Bei Auftreten von Transaminasenerhöhungen unklarer Genese sollte DILI in Betracht gezogen und es sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.


2020 ◽  
Vol 14 (03) ◽  
pp. 133-139
Author(s):  
Stefan Engeli ◽  
Marcus May

Zusammenfassung Ziel Gewichtsänderungen als ungewollte Folge der Arzneimitteltherapie sind nicht ungewöhnlich, werden aber oft übersehen oder ignoriert oder – mangels therapeutischer Alternativen – in Kauf genommen. Methodik Selektive Literatursuche. Ergebnisse Zu den wichtigsten Arzneimitteln, die zu ungewolltem Gewichtsverlust führen, gehören Bupropion, Fluoxetin, Topiramat, Zonisamid und die Antidementiva Donepezil, Rivastigmin und Galantamin. Zu den wichtigsten Arzneimitteln, die zu ungewollter Gewichtszunahme führen, gehören verschiedene Neuroleptika und Antidepressiva, außerdem Insuline, Sulfonylharnstoffe und manche Immunsuppressiva. Schlussfolgerungen Die Beurteilung ungewollter Gewichtsänderungen durch Arzneimittel hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die in Studien oft nicht berichtet und erst recht nicht kontrolliert werden. Dies bedingt eine insgesamt schlechte Evidenzlage. Der Umgang mit unerwünschten Gewichtsänderungen durch Arzneimittel erfordert umfassende klinische und therapeutische Kenntnisse, um prophylaktisch agieren oder eine sinnvolle Therapieumstellung vornehmen zu können.


2019 ◽  
Vol 17 (05) ◽  
pp. 189-196
Author(s):  
Eckart Jungmann

ZusammenfassungGeschätzt werden in Deutschland etwa 1 Million Patienten mit Glukokortikoiden behandelt. Etwa jeder Zehnte entwickelt einen Steroiddiabetes, dessen Entstehung durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden kann. Außerdem hängt das Risiko einer Diabetesentwicklung von der Glukokortikoiddosierung ab, bei systemischer Therapie ist das Risiko höher als bei lokaler. Auch die topische Glukokortikoidanwendung schließt eine Diabetesentwicklung als unerwünschte Arzneimittelwirkung jedoch nicht aus. Die Entwicklung eines Steroiddiabetes ist auch Symptom des seltenen Cushing-Syndroms. Besteht ein klinischer Verdacht auf das Vorliegen dieses endogenen Hyperkortisolismus, sollte die Diagnostik und Differenzialdiagnostik des Cushing-Syndroms durch laborchemische Screeningtests begonnen werden, unerkannt hat das Cushing-Syndrom eine hohe Morbidität und Mortalität. Bei der Glukokortikoidtherapie mit unphysiologischen Glukokortikoiddosierungen von über 5 mg Prednisolonäquivalent täglich resultiert daraus eine zunehmende Insulinresistenz mit der Folge der hyperglykämischen Entgleisung. Aktuelle Studien erlauben genauere Einblicke in die intrazellulären Kortisoleffekte. Die Diabetesdiagnose wird nach den üblichen Kriterien gestellt. Bei Patienten mit nachgewiesener Glukosetoleranzstörung ist ebenso wie bei Patienten ohne vorbestehenden Diabetes zunächst eine Schulung erforderlich, eine orale Diabetestherapie mit Metformin oder auch Dipeptidylpeptidase (DPP)-4-Hemmern kann hilfreich sein, unter Umständen wird eine Insulinbehandlung notwendig. Bei Patienten mit bekanntem und bereits behandeltem Diabetes ist die Therapie zu eskalieren. Eine zusätzliche Insulintherapie ist zumeist erforderlich, vorherige Insulinmengen müssen um bis zu 100 % gesteigert werden. Wegen der vordergründig postprandialen Hyperglykämie wird die Zugabe von prandialem Humaninsulin gegenüber einem Basalinsulin bevorzugt. Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypoglykämie sind ebenfalls zu berücksichtigen. Es kann nicht durchgängig davon ausgegangen werden, dass die Entwicklung eines steroidinduzierten Diabetes reversibel ist, eine entsprechende Aufklärung der Patienten ist erforderlich.


2015 ◽  
Vol 72 (11/12) ◽  
pp. 743-748 ◽  
Author(s):  
Martina Schäublin

Zusammenfassung. Das Ziel der Pharmakovigilanz besteht darin, unser Wissen über die Sicherheit der Medikamente laufend zu aktualisieren und zu erweitern, um damit die Arzneimitteltherapie für Patienten sicherer zu gestalten. Die wichtigste Methode der Überwachung von Arzneimitteln nach deren Zulassung ist das Spontanmeldesystem. Es dient als Frühwarnsystem, um bislang unbekannte und seltene bzw. ungenügend beschriebene Reaktionen und Risiken aufzuspüren. Hierbei kann eine breite Basispopulation, in der alle potentiellen Risikogruppen eingeschlossen sind, über einen langen Zeitraum überwacht werden. Der Erfolg des Systems ist entscheidend von der Aufmerksamkeit der beobachtenden medizinischen Fachpersonen sowie der Qualität und Quantität der Informationen abhängig. Ein Nachteil des Systems ist die fehlende Möglichkeit, Aussagen zur Inzidenz einer unerwünschte Arzneimittelwirkung oder zum relativen Risiko zu machen, da keine genauen Daten zur Anzahl der Personen, die einen Medikament einnehmen, vorliegen und ausserdem nur ein geringer Teil der unerwünschten Arzneimittelwirkungen gemeldet wird. In der Schweiz ist seit 2002 die gesetzliche Meldepflicht für medizinische Fachpersonen und pharmazeutische Unternehmen im Heilmittelgesetz festgehalten. Sechs regionale Pharmacovigilance-Zentren nehmen die Meldungen der medizinischen Fachpersonen entgegen, bearbeiten sie und leiten sie anonymisiert an das nationale Pharmacovigilance-Zentrum bei Swissmedic weiter. Hier werden alle Meldungen auf ihren Signalwert hin geprüft und bei Bedarf entsprechende Massnahmen eingeleitet. Alle eingegangenen Meldungen werden von Swissmedic an die internationale Datenbank der WHO in Uppsala/Schweden weitergeleitet.


2014 ◽  
Vol 71 (9) ◽  
pp. 565-569
Author(s):  
Manuel Haschke

Diarrhoe ist eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung. Die zugrundeliegenden Mechanismen umfassen die Akkumulation von osmotisch aktiven Stoffen im Darmlumen, vermehrte Sekretion oder verminderte Resorption von gastrointestinalen Sekreten, die Aktivierung der Peristaltik oder das Auslösen einer Schleimhautentzündung. Für viele Arzneistoffe ist jedoch der genaue Mechanismus nicht bekannt, der zu Durchfall führt. Eine genaue Anamnese, welche auch nicht rezeptpflichtige Medikamente und typische Durchfall-auslösende Hilfsstoffe einschließt, ist wesentlich für die Identifikation von möglichen Auslösern. Die Symptomatik ist in vielen Fällen leicht und selbstlimitiert. In schwereren Fällen kann eine Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution, eine symptomatische Therapie oder in gewissen Fällen eine spezifische Therapie nötig werden. Zur symptomatischen Therapie der Diarrhoe werden primär Opioide und intraluminale Wirkstoffe (Adsorbentien) eingesetzt. In speziellen Fällen können Octreotid oder Scopolamin eingesetzt werden.


2013 ◽  
Vol 32 (08) ◽  
pp. 552-556
Author(s):  
M. Gahr ◽  
E. Baumgarten

ZusammenfassungDie Antipsychotika(AP)-induzierte Amenorrhoe ist mit einer Prävalenz von 9 bis 12% eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) bei der pharmakologischen Behandlung von Patientinnen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis. Gegenwärtig sind für diese UAW keine standardisierten Behandlungsmöglichkeiten verfügbar. Im Hinblick auf metabolische und endokrinologische Analogien zwischen der AP-induzierten Amenorrhoe und dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) ergibt sich eine mögliche therapeutische Option durch Metformin. Metformin führt in vielen Fällen von PCOS zu einer Wiederherstellung des Menstruationszyklus. Eine chinesische Arbeitsgruppe konnte im Rahmen einer placebokontrollierten, randomisierten und doppelblinden Studie durch die Gabe von Metformin bei 66% an Schizophrenie ersterkrankten Patientinnen mit AP-induzierter Amenorrhoe eine Wiederherstellung der Menstruation erzielen. Der genaue Mechanismus ist noch ungeklärt, jedoch könnte Metformin eine Behandlungsoption bei der AP-induzierten Amenorrhoe darstellen.


2012 ◽  
Vol 162 (17-18) ◽  
pp. 400-403
Author(s):  
Birgit Böhmdorfer ◽  
Daniel Schaffarzick ◽  
Marietta Nagano ◽  
Susanne Melitta Janowitz ◽  
Ekkehard Schweitzer

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