externalisierende störungen
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2020 ◽  
Vol 29 (4) ◽  
pp. 173-177
Author(s):  
Alexander von Gontard ◽  
Margarete Bolten ◽  
Monika Equit ◽  
Tina In-Albon

Zusammenfassung. Psychische Störungen sind bei Säuglingen, Klein- und Vorschulkindern mit einer Prävalenz von 10 – 15 % häufig. Sie sind vielfältig und umfassen sowohl externalisierende Störungen (wie ADHS und Störung des Sozialverhaltens) als auch internalisierende (wie Depression und Angststörungen). Sie weisen hohe Komorbiditätsraten auf und können langfristig persistieren und chronifizieren. Darüber hinaus können viele seltene Störungen junge Kinder betreffen und beeinträchtigen. Manche Störungen sind sogar spezifisch für das junge Alter. Ferner spielen die Beziehung zur Bezugsperson – und die Identifizierung von Beziehungsstörungen – eine besondere Rolle. Da die diagnostischen Kriterien der bisherigen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-5 für junge Kinder nicht sensibel genug sind, wurde das Klassifikationssystem DC: 0 – 5 für das Alter von 0 bis 5 Jahren entwickelt. Das Ziel dieses Sonderheftes ist es, einen Überblick über die DC: 0 – 5 zu vermitteln. In der ersten Übersichtsarbeit wird der diagnostische Prozess aufgezeigt. Die zweite Übersichtsarbeit widmet sich dem Aufbau und den Neuerungen der DC: 0 – 5. Eine dritte Übersichtsarbeit untersucht die Diagnosen nach ICD-10 und DC: 0 – 5 im Vergleich in einem naturalistischen Setting. Eine letzte Originalarbeit untersucht die psychometrischen Eigenschaften des strukturierten Interviews SIVA 0 – 6, das auch für DC: 0 – 5 kodiert. Zusammengefasst ist die DC: 0 – 5 das zurzeit genaueste Klassifikationssystem zur Diagnose psychischer Störungen bei jungen Kindern in der Praxis und in der Forschung.


Author(s):  
Isabel Boege ◽  
Renate Schepker ◽  
Dieter Grupp ◽  
Jörg M. Fegert

Zusammenfassung. Fragestellung: Aufsuchende stationsäquivalente Behandlung (StäB) ist seit dem 01.01.2017 in Deutschland möglich und seit dem 01.01.2018 abrechenbar. Dennoch wird StäB unter Infragestellung der Machbarkeit der Rahmenbedingungen derzeit nur an wenigen Standorten der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Deutschland regelhaft angeboten. Ziel war es, anhand der ersten 58 stationsäquivalent behandelten Kinder und Jugendlichen am ZfP Südwürttemberg (2018–2019) die Machbarkeit und Kosten von StäB zu evaluieren. Methodik: Es wurden alle seit dem 01.01.2018 konsekutiv stationsäquivalent behandelten Fälle eingeschlossen und anhand von rein deskriptiven Analysen in SPSS.25 evaluiert. Ergebnisse: Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 37.95 Tage (SD 15.35), 86.2 % aller Familien beendeten die Behandlung regelgerecht, es kam nur bei drei Patientinnen und Patienten zu einem einvernehmlichen Behandlungsabbruch, fünf mussten in eine stationäre Behandlung verlegt werden. Es wurden primär internalisierende Störungen indiziert (70.7 %), während externalisierende Störungen nur ein Viertel der Behandlungsfälle ausmachten (27.8 %). Kosten einer StäB beliefen sich im Durchschnitt auf 8779,25 €. Schlussfolgerungen: StäB stellt eine neue Behandlungsform im familiären Umfeld dar, welche täglich stattfindet. Multiprofessionalität der Behandlung ist Voraussetzung. Eine Umsetzung in den gegebenen Rahmenbedingungen ist möglich. Eine Akzeptanz von den Familien ist gegeben, die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt leicht über dem stationären Bundesdurchschnitt.


Author(s):  
Anna Besser ◽  
Mirko Döhnert ◽  
Stephanie Stadelmann

Zusammenfassung. Fragestellung: Der sozioökonomische Status (SES) stellt einen wichtigen Risikofaktor für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter dar. In der Forschung werden unterschiedliche SES-Parameter verwandt. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den prädiktiven Wert unterschiedlicher SES-Einzelfaktoren und deren Kombination bezüglich internalisierender und externalisierender Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter zu prüfen. Methodik: Untersucht wurden n = 381 8- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche, die an Kinder- und Jugendpsychiatrien und aus der Bevölkerung rekrutiert wurden. Es erfolgte eine diagnostische Gruppenzuordnung mittels diagnostischem Elterninterview (K-SADS-PL) in eine Probandengruppe mit rein internalisierenden und rein externalisierenden Störungen sowie in eine Gruppe gesunder Kontrollprobanden. Die sozioökonomischen Daten beider Eltern wurden anhand eines Fragebogens erhoben. Bildung, Berufsstatus und Einkommen wurden als Einzelfaktoren und kombiniert als SES-Index einbezogen. Zusätzlich wurde Arbeitslosigkeit erfragt. Ergebnisse: In multivariaten Analysen, kontrolliert für Alter und Geschlecht, erwiesen sich alle Einzelfaktoren als signifikante Risikofaktoren für internalisierende und externalisierende Störungen. Von den Einzelfaktoren erwies sich der Berufsstatus als bedeutsamster Prädiktor. Die Varianzaufklärung des SES-Index war genauso hoch wie für den Berufsstatus. Die Arbeitslosigkeit leistete bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Gesamt-SES keine zusätzliche Varianzaufklärung. Schlussfolgerungen: Zukünftige Studien, die den SES als Risikofaktor erfassen, sollten einen SES-Index oder als SES-Einzelfaktor den Berufsstatus nutzen. Die Arbeitslosigkeit muss nicht zwingend zusätzlich erfasst werden.


2018 ◽  
Vol 222 (01) ◽  
pp. 13-18 ◽  
Author(s):  
Ludwig Gortner ◽  
Sascha Meyer

ZusammenfassungObschon die intrauterine Exposition gegenüber Drogen vom Typ Opioide, Cannabinoide sowie Kokain eine nicht ganz seltene Entität ist, liegen nur wenige systematische Arbeiten zu deren langfristigen Konsequenzen für die Entwicklung Betroffener vor. Wesentliche Konsequenzen der Exposition gegenüber Opioiden sind innerhalb der ersten 2 Lebensjahre eine Reduktion der motorischen Entwicklungs-Scores, die sich bis zum Schulkindesalter und Adoleszenz verbessern. In diesen Altersabschnitten finden sich für kognitive und Verhaltensuntersuchungen in Metaanalysen deutliche, allerdings nicht signifikante Trends zu verminderten Leistungen nach Exposition. Die Nachuntersuchungen nach intrauteriner Exposition gegenüber Cannabinoiden zeigen in einem Teil der Studien verminderte kognitive Leistungen und eine verschlechterte Lesefunktion sowie Störungen der Exekutivfunktionen der komplexen Planung. Bei Jungen zeigen sich in der Verhaltensanalyse vermehrt externalisierende Störungen. Die pränatale Kokainexposition führt hinsichtlich der Variablen Kognition, Sprache sowie Verhalten zu einer schwach signifikanten Verminderung der Leistungen Betroffener bis zur Adoleszenz. Insgesamt ist bei der Interpretation der Nachsorgedaten zu beachten, dass widersprüchliche Resultate publiziert wurden, die zumindest partiell durch differente Umgebungsbedingungen während der Kindheit zu erklären sind. Die aufgeführten Daten sollten ein Grund mehr sein, primäre und sekundäre Präventivbemühungen zu intensivieren.


2016 ◽  
Vol 25 (3) ◽  
pp. 145-152 ◽  
Author(s):  
Julia-Katharina Rißling ◽  
Pola Ronniger ◽  
Franz Petermann ◽  
Jessica Melzer

Zusammenfassung. Die umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache gehören zu den häufigsten Entwicklungsstörungen. Aufgrund der zentralen Bedeutung sprachlicher Kompetenzen für verschiedene Lebensbereiche beeinträchtigen Sprachentwicklungsstörungen nicht nur die schulische, sondern auch die soziale und emotionale Entwicklung eines Kindes und wirken bis ins Jugend- und Erwachsenenalter hinein. Es folgt eine Übersicht über die psychosozialen Belastungen bei betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie ihren Angehörigen. Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen tragen ein erhöhtes Risiko für komorbide internalisierende und externalisierende Störungen sowie für Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen, die im Jugendalter zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eltern von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen weisen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung höhere Stress- und Depressionswerte auf, die insbesondere durch die mangelnde Akzeptanz und Unterstützung durch das soziale Umfeld beeinflusst werden. Es existieren zu wenig therapeutische Angebote, die auf die besondere Situation der Betroffenen angepasst sind. Die Implikationen für Forschung und klinische Praxis werden diskutiert.


2016 ◽  
Vol 64 (1) ◽  
pp. 55-66
Author(s):  
Henrike Biermann ◽  
Esmahan Belhadj Kouider ◽  
Alfred L. Lorenz ◽  
Marc Dupont ◽  
Franz Petermann

Zusammenfassung. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob externalisierende Störungen spezifischen sozialen Belastungsfaktoren zugrunde liegen und überprüft damit die Bedeutung von sozialen Risikofaktoren. Die Untersuchung umfasst N = 1611 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die in kinder- und jugendpsychiatrischen Institutionen des Klinikverbundes Bremen in den Jahren 2010–2012 behandelt wurden und analysiert n = 436 Jugendliche mit einer Diagnose im Bereich der F 90 (Hyperkinetische Störungen), F 91 (Störung des Sozialverhaltens) sowie F 92 (Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen) nach ICD-10. Binäre logistische Regressionsanalysen zeigen auf, dass das soziale Umgebungsmilieu, in Form der sozialen Benachteiligungswerte der Bremer Stadtteile, einen Prädiktor für externalisierende Störungsbilder darstellt. Ein weiterer bedeutsamer Risikofaktor für externalisierende Verhaltensstörungen bildet bei den Jugendlichen außerdem elterliche Vernachlässigung. Die Befunde stimmen mit entwicklungspathologischen Erkenntnissen überein und werden abschließend mit Hinweisen auf zukünftige Forschung sowie mögliche Implikationen für die Praxis diskutiert.


2014 ◽  
Vol 43 (2) ◽  
pp. 92-103 ◽  
Author(s):  
Olga Propp ◽  
Anna Schilder ◽  
Kurt Hahlweg ◽  
Jasmin Hannighofer ◽  
Wolfgang Schulz

Theoretischer Hintergrund: In der Diagnostik psychischer Störungen im Jugendalter wird der Einbezug unterschiedlicher Urteilerperspektiven empfohlen. Die Aussagen unterschiedlicher Urteiler korrelieren jedoch nur gering. Fragestellung: Die Ziele dieser Arbeit bestehen in der Darstellung der Prävalenzen, der Übereinstimmung von Mutter-Kind-Aussagen sowie der Identifikation potentieller Prädiktoren von Nichtübereinstimmung hinsichtlich psychischer Störungen im Jugendalter. Methode: Die Stichprobe stammt aus dem DFG-Projekt „Zukunft Familie III” der Technischen Universität Braunschweig. Es wurden 234 Mütter (Alter: M = 46.4 Jahre, SD = 4.7) und deren Kinder im Alter zwischen 11 und 17 Jahren mit Hilfe des Diagnostischen Interviews bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-DIPS) und weiteren Verfahren befragt. Ergebnisse: Insgesamt liegen geringe Prävalenzen psychischer Störungen vor. Die Aussagen von Müttern und Jugendlichen weisen eine geringe bis mäßige Übereinstimmung auf (durchschnittliches κ = .26). Die Mütter berichten mehr externalisierende Störungen. Für internalisierende Störungen wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Müttern und Jugendlichen gefunden. Die Jugendlichen berichten mehr Essstörungen und tendenziell mehr Schlafstörungen. Die psychische Belastung der Mutter, Konflikte innerhalb der Mutter-Kind-Beziehung und das Alter des Jugendlichen sind signifikante Prädiktoren für die Nichtübereinstimmung der Mutter-Kind-Aussagen. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, sowohl das Urteil der Mutter als auch das Urteil des Kindes in der Diagnostik psychischer Störungen im Jugendalter zu beachten. Praktische Implikationen werden abgeleitet.


2012 ◽  
Vol 63 (2) ◽  
pp. 111-124 ◽  
Author(s):  
Sven Barnow

Zusammenfassung. Eine Vielzahl psychischer Störungen im DSM-IV und ICD-10 beinhalten Symptome einer maladaptiven Emotionsregulation. Der folgende Beitrag beinhaltet einen Überblick zu Definition und Funktion von Emotionsregulation (ER). Danach werden neurowissenschaftliche Modellvorstellungen der ER und empirische Befunde zu neuronalen Korrelaten von ER-Prozessen vorgestellt. Anschließend dokumentiere ich überblicksartig Studienbefunde zur Bedeutung von ER-Prozessen für internalisierende und externalisierende Störungen. Der Beitrag schließt mit Anregungen bezüglich zukünftiger Forschungsansätze und Integration in die Psychotherapieforschung.


Author(s):  
Inge Seiffge-Krenke ◽  
Sina Nitzko

Fragestellung: In der Qualitätssicherung der analytischen Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen fehlen bislang Studien, die die Effizienz aus der Sicht unterschiedlicher, an der Behandlung beteiligter Personen erheben. Methodik: In 28 Langzeitpsychotherapien bei Jugendlichen wurde die Effizienz der Behandlung aus der Sicht von Jugendlichen, ihren Eltern sowie ihren Therapeuten über drei Messzeitpunkte in einem Zeitraum von durchschnittlich 113 Stunden untersucht. Ergebnisse: Die Therapiegruppe (n = 28) unterschied sich von einer unbehandelten Wartekontrollgruppe (n = 32) nicht in wesentliche Stichprobenmerkmalen; auch das Diagnosespektrum war gleich. Die Therapeuten berichteten eine starke Veränderung in der psychischen und körperlichen Symptomatik (η2 = .62) und beschrieben auch einen deutlichen Rückgang in den zuvor bestandenen kommunikativen Beeinträchtigung des Kindes in Bezug auf Eltern, Geschwister und Freunde (η2 = .57) durch die Behandlung. Die Jugendlichen und ihre Eltern nahmen ebenfalls eine Abnahme internalisierender Symptome, externalisierender Symptome und der Gesamtsymptombelastung wahr (η2 = .26), allerdings sind die Ausgangswerte der Jugendlichen in der Selbsteinschätzung höher als in der Fremdeinschätzung. In Bezug auf die Diagnose (internalisierende Störungen vs. externalisierende Störungen) konnten keine Effekte auf die Behandlungseffizienz aus Sicht der Jugendlichen und Eltern festgestellt werden. Schlussfolgerungen: Die unterschiedlichen Perspektiven sollten in der therapeutischen Arbeit berücksichtigt werden.


Author(s):  
Michele A. Noterdaeme ◽  
Elke Wriedt

Fragestellung: Neuere Untersuchungen belegen eine höhere Prävalenz für autistische Störungen als die ersten epidemiologischen Untersuchungen erwarten ließen. In dieser Untersuchung wird überprüft, wie häufig eine Intelligenzminderung sowie komorbide psychiatrische Störungen in einer klinischen Stichprobe von Patienten mit tief greifenden Entwicklungsstörungen anzutreffen sind. Methodik: Die Stichprobe besteht aus 601 Patienten mit einer tief greifenden Entwicklungsstörung. Für alle Patienten wurde das Intelligenzniveau bestimmt. Auf Achse I wurden bis zu zwei weitere Diagnosen kodiert sowie behandlungsrelevante Symptome erfasst (Ess- und Schlafstörungen, autoaggressives Verhalten), auf den Achsen V und VI die psychosozialen Belastungsfaktoren und das Gesamtniveau der psychosozialen Anpassung. Ergebnisse: Bei 26 % der Patienten lag das Intelligenzniveau im Normbereich (N = 158). 54 % aller Patienten (N = 325) hatten eine, 19 % (N = 110) zwei weitere psychiatrische Diagnosen. Die häufigsten Diagnosen waren externalisierende Störungen (N = 221). Internalisierende (N = 96) und sonstige Störungen (N = 114) kamen nur halb so oft vor. Autoaggressives Verhalten lag vor allem bei schweren Intelligenzminderungen vor. Es gab einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von (auto-)aggressivem Verhalten und dem Ausmaß der psychosozialen Anpassung. Schlussfolgerungen: Patienten mit tief greifenden Entwicklungsstörungen zeigen eine Vielzahl komorbider Symptome. Das Vorliegen externalisierender Störungen beeinträchtigt die psychosoziale Anpassung.


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