autistische störungen
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Author(s):  
Inge Kamp-Becker ◽  
Anika Langmann ◽  
Thomas Stehr ◽  
Katharina Custodis ◽  
Luise Poustka ◽  
...  

Zusammenfassung. Fragestellung: Die deutschsprachige Version der Diagnostischen Beobachtungsskala für Autistische Störungen – 2 (ADOS-2) ist eine Revision der standardisierten Verhaltensbeobachtung für Personen mit dem Verdacht auf Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Die Studie untersucht die diagnostische Güte der originalen und revidierten Algorithmen für die Module 1 bis 3. Methodik: An einer großen Inanspruchnahmepopulation (N = 1080, Alter 1.7–20.5 Jahre) wurde die Unterscheidungsfähigkeit der ADOS-2 zu relevanten Differenzialdiagnosen untersucht. Außerdem wurden Vergleiche bezüglich der diagnostischen Güte für beide Geschlechter getrennt vorgenommen. Ergebnisse: Der revidierte Algorithmus weist eine verbesserte Sensitivität (84.9 %) bei jedoch leicht reduzierter Spezifität (85.7 %) auf. Verbesserungen der ADOS-2 betreffen vor allem Fälle von frühkindlichem Autismus und die korrekte Klassifizierung von Mädchen. Der Einschluss von repetitiven, stereotypen Verhaltensweisen in den Algorithmus erhöht die korrekte Klassifikation in den Modulen 2 und 3. Für jüngere Kinder im Modul 1 ist dies jedoch nicht der Fall. Es zeigt sich darüber hinaus eine geringere Differenzierungsfähigkeit zu internalisierenden Störungen und Störungen des Sozialverhaltens. Schlussfolgerungen: Eine gute diagnostische Güte der ADOS-2 wurde vor allem für Kinder mit durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten gefunden. Die Ergebnisse sprechen für eine gute Anwendbarkeit der ADOS-2 für klinische Populationen. Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältige und breite Diagnostik durch erfahrene Untersucher. Schlüsselwörter: ADOS, Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen, Sensitivität, Spezifität


2015 ◽  
Vol 26 (1) ◽  
pp. 32-34
Author(s):  
Christian Sanmann

Zusammenfassung. In dem Beitrag werden die diagnostischen Potenziale kunsttherapeutischer Arbeit für autistische Störungen herausgestellt, die im Rahmen einer qualitativen Einzelfallstudie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie untersucht wurden. Das besondere Augenmerk richtete sich dabei auf die genauere Klärung der Möglichkeiten und Grenzen einer angemessenen „diagnostischen“ Analyse künstlerischer Werke. Parallel wurden typische Merkmale (inhaltlich und formal) in den bildnerischen Werken beschrieben, die mit den Auffassungen zu autistischen Störungen in Zusammenhang gebracht wurden. Als methodisches Instrument dafür wurde die Expertenvalidierung verwendet. Die Ergebnisse verweisen auf Potenziale interpretativer Diagnostik, die in der Kunsttherapie empirisch weiter zu untersuchen sind. Es wird begründet, weshalb es sich lohnt, diese als spezifisch qualitativen Zugang zu verstehen und ergänzend in einen umfassenderen diagnostischen Gesamtprozess einzubringen.


2013 ◽  
Vol 32 (05) ◽  
pp. 319-324 ◽  
Author(s):  
I. Kamp-Becker

ZusammenfassungGegenstand und Ziel: Autistische Störungen sind früh beginnende, schwerwiegende Entwicklungsstörungen. Sie stellen ein heterogenes Störungsbild dar, dessen Abgrenzung zu anderen Störungsbildern schwierig sein kann. Es wird der Frage nachgegangen, ob bei Albert Einstein eine solche Störung vorgelegen hat.Methoden: Die biografischen Angaben werden daraufhin untersucht, ob die diagnostischen Kriterien für Autismus erfüllt sind.Ergebnisse: Dies ist eindeutig nicht der Fall. Es wird umfassend diskutiert, wieso es zu der Zuschreibung einer autistischen Störung bei Einstein kommt.Schlussfolgerung: Indem berühmten Persönlichkeiten wie Einstein eine Diagnose zugeschrieben wird, wird einerseits ein hohes Identifikationspotenzial hergestellt, aber auch eine Pathologisierung der Normalität vorgenommen, um Pathologie zu normalisieren.Klinische Relevanz: Aktuell ist die Diagnose Autismus eine “Modediagnose”, deren differenzialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungen immer unkenntlicher wird.


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