Was ist neu?
Inzidenzen endokriner Nebenwirkungen von Immuncheckpoint-Inhibitoren Je nach Klasse der Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) unterscheidet sich die Häufigkeit endokriner Nebenwirkungen. Eine Inhibition des PD-1 (programmed cell death receptor 1) oder seines Liganden PD-L1 führt häufig zu einer Thyreoiditis, eine Immunkombinationstherapie mit CTLA-4-Antagonisten (cytotoxic T lymphocyte antigen 4) besonders häufig zur Hypophysitis.
Hypophysitis Eine Hypophysitis ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation, maßgeblich aufgrund der dadurch bedingten sekundären Nebenniereninsuffizienz. Sie geht oft mit passageren Kopfschmerzen einher, darüber hinaus bestehen häufig unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit und Schwindel. Die Bildgebung der Sella verläuft mitunter unspezifisch. Laborchemisch imponiert meist eine Hyponatriämie. Der Verdacht erfordert die umgehende Substitution von Glukokortikoiden, die bei drohender oder manifester Nebennierenkrise intravenös erfolgen muss. Weitere beeinträchtigte Hypophysenachsen werden im Verlauf (üblicherweise dauerhaft) substituiert.
Schilddrüsenfunktionsstörungen Ursache ist häufig die immunvermittelte Destruktion des Schilddrüsenparenchyms, die in der Regel zu einer transienten Hyperthyreose gefolgt von einer Hypothyreose führt. In der hyperthyreoten Phase ist oft keine spezifische Therapie erforderlich, die Hypothyreose muss – in der Regel fortwährend – substituiert werden. Seltene und potenziell lebensbedrohliche weitere immunvermittelte Nebenwirkungen endokriner Organe sind primäre Nebenniereninsuffizienz, Diabetes mellitus Typ I und Hypoparathyreoidismus.
Auswirkung auf die Prognose der Tumorerkrankung Auch nach endokrinen immunvermittelten Nebenwirkungen (irAE) und Substitutionstherapie sollte die Fortsetzung der ICI-Therapie erwogen werden. Entscheidende Schritte zur Früherkennung endokriner Nebenwirkungen von ICI sind die Aufklärung des Patienten, regelmäßige Laborkontrollen (Hormone, Elektrolyte) vor bzw. während einer Immuntherapie und das „Drandenken“, selbst wenn eine Immuntherapie bereits längere Zeit zurückliegt.