mikrochirurgische rekonstruktion
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2021 ◽  
Vol 100 (03) ◽  
pp. 211-216
Author(s):  
Jens Heichel ◽  
Hans-Gert Struck ◽  
Arne Viestenz

ZusammenfassungVerletzungen des medialen Lidwinkels können alle Abschnitte der ableitenden Tränenwege (TNW) involvieren. Je nach Alter der Patienten finden sich typische Verletzungsmuster. Die chirurgische Tränenwegsrekonstruktion durch 2 autostabile („selbsthaltende“) monokanalikulonasale Silikonverweilsonden soll anhand von 2 Fallberichten beschrieben werden. Ein 6 Jahre altes Mädchen zeigte infolge eines Hundebisses (Rottweiler) neben schwerwiegenden Kopfverletzungen eine tiefe periokuläre Weichteilwunde mit Tränenwegsbeteiligung. Der Canaliculus lacrimalis inferior war durchtrennt und der Canaliculus lacrimalis communis war vom Tränensack abgerissen. Schwerste Weichteilverletzungen ausgehend vom Unterlid erstreckten sich bis zur Wange und Nase. Mittels nahtfixierten monokanalikulonasalen Silikonverweilsonden und Kanalikulusnähten sowie einer schichtweisen Weichteilrekonstruktion wurden die TNW und das Lid rekonstruiert. 18 Monate postoperativ zeigt sich eine diskrete Depression der medialen Unterlidkante bei sonst guter Funktion. Der 2. Fall berichtet von einem 43 Jahre alten Fleischereifachangestellten, der sich mit einem Messer eine tiefe Wunde des medialen Lidwinkels zuzog. Bei dem erwachsenen Patienten waren beide Tränenröhrchen weit proximal (sakkusnah) sowie das mediale Lidbändchen und der M. orbicularis oculi durchtrennt. Nach Einbringen zweier monokanalikulonasaler Silikonverweilsonden wurde eine mikrochirurgische Rekonstruktion vorgenommen. Das Follow-up bei diesem Patienten beträgt 6 Monate. Klinisch und funktionell bestand abschließend bei beiden Patienten kein Anhalt für eine Tränenabflussstörung. Zeitgleich können mehrere Abschnitte der TNW verletzt sein. Das Erkennen und das korrekte Zuordnen des Verletzungsmusters in Hinblick auf Schädigungsart, ‑grad und die anatomische Lokalisation sind grundlegend für eine adäquate Rekonstruktion der TNW. Ein schichtweiser Wundverschluss von innen nach außen unter Berücksichtigung der topografischen Anatomie ist obligat. Die Wiederherstellung der funktionellen Einheit von Lidern und TNW ist hierbei anzustreben. Autostabile monokanalikulonasale Silikonverweilsonden können nach Trauma zur Schienung beider Tränenröhrchen sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen zur Anwendung kommen.


2019 ◽  
Vol 237 (06) ◽  
pp. 797-803
Author(s):  
Jens Heichel ◽  
Hans-Gert Struck ◽  
Arne Viestenz

ZusammenfassungVerletzungen des medialen Lidwinkels können alle Abschnitte der ableitenden Tränenwege (TNW) involvieren. Je nach Alter der Patienten finden sich typische Verletzungsmuster. Die chirurgische Tränenwegsrekonstruktion durch 2 autostabile („selbsthaltende“) monokanalikulonasale Silikonverweilsonden soll anhand von 2 Fallberichten beschrieben werden. Ein 6 Jahre altes Mädchen zeigte infolge eines Hundebisses (Rottweiler) neben schwerwiegenden Kopfverletzungen eine tiefe periokuläre Weichteilwunde mit Tränenwegsbeteiligung. Der Canaliculus lacrimalis inferior war durchtrennt und der Canaliculus lacrimalis communis war vom Tränensack abgerissen. Schwerste Weichteilverletzungen ausgehend vom Unterlid erstreckten sich bis zur Wange und Nase. Mittels nahtfixierten monokanalikulonasalen Silikonverweilsonden und Kanalikulusnähten sowie einer schichtweisen Weichteilrekonstruktion wurden die TNW und das Lid rekonstruiert. 18 Monate postoperativ zeigt sich eine diskrete Depression der medialen Unterlidkante bei sonst guter Funktion. Der 2. Fall berichtet von einem 43 Jahre alten Fleischereifachangestellten, der sich mit einem Messer eine tiefe Wunde des medialen Lidwinkels zuzog. Bei dem erwachsenen Patienten waren beide Tränenröhrchen weit proximal (sakkusnah) sowie das mediale Lidbändchen und der M. orbicularis oculi durchtrennt. Nach Einbringen zweier monokanalikulonasaler Silikonverweilsonden wurde eine mikrochirurgische Rekonstruktion vorgenommen. Das Follow-up bei diesem Patienten beträgt 6 Monate. Klinisch und funktionell bestand abschließend bei beiden Patienten kein Anhalt für eine Tränenabflussstörung. Zeitgleich können mehrere Abschnitte der TNW verletzt sein. Das Erkennen und das korrekte Zuordnen des Verletzungsmusters in Hinblick auf Schädigungsart, -grad und die anatomische Lokalisation sind grundlegend für eine adäquate Rekonstruktion der TNW. Ein schichtweiser Wundverschluss von innen nach außen unter Berücksichtigung der topografischen Anatomie ist obligat. Die Wiederherstellung der funktionellen Einheit von Lidern und TNW ist hierbei anzustreben. Autostabile monokanalikulonasale Silikonverweilsonden können nach Trauma zur Schienung beider Tränenröhrchen sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen zur Anwendung kommen.


2019 ◽  
Vol 51 (04) ◽  
pp. 327-333
Author(s):  
Konstantin D. Bergmeister ◽  
Ulrich Kneser ◽  
Thomas Kremer ◽  
Leila Harhaus ◽  
Simeon C. Daeschler ◽  
...  

Zusammenfassung Einleitung Eine aktuelle Umfrage unter Ärzten in Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Klinikleitern zeigt ein großes Interesse an einer hochwertigen mikrochirurgischen Weiterbildung. Leider gefährden ökonomischer Druck sowie forensische Bedenken diese Bemühungen zunehmend und machen eine Verlagerung des Trainings außerhalb des OPs nötig. Zur Förderung der mikrochirurgischen Weiterbildung bietet die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße (DAM) eine Akademie an, um Kollegen ein breites mikrochirurgisches Spektrum zu bieten und den fachlichen Austausch zu stärken. In dieser Arbeit stellen wir das Kurskonzept und eine erste Evaluation vor. Methodik Seit 2015 wurde jährlich durch die DAM eine praxisorientierte Weiterbildungsakademie mit Gastoperateuren zu allen Schwerpunktbereichen der Mikrochirurgie an der BG-Klinik Ludwigshafen veranstaltet. Pro Tag wurden jeweils mindestens 3 mikrochirurgische Eingriffe in den Fachgebieten Brust-, Nerven-, Knochen/Hand-Extremitäten- und Lymphgefäßrekonstruktion parallel durchgeführt und begleitet von Fachvorträgen. Die Teilnehmer wurden gebeten, anonym ihre Erwartungen zu dem Kurskonzept zu definieren sowie den Kurs und seine Inhalte zu evaluieren. Ergebnisse Das Format und die Ziele der Akademie werden dargestellt. Im zweiten Schritt erfolgte die Evaluation, an der sich 79 % der Teilnehmer beteiligten. 90 % der Teilnehmer waren aus einem Haus der Maximalversorgung oder Universitätsklinik, wobei 57 % der Abteilungen weniger als 5 mikrochirurgische Eingriffe pro Woche durchführten. Alle Teilnehmer sahen die Mikrochirurgie als Teil ihres Arbeitsspektrums und das größte Interesse bestand für die Extremitäten- (90 %) und die mikrochirurgische Rekonstruktion der Hand (80 %). Alle Teilnehmer würden den Kurs weiterempfehlen, empfohlen wurde eine Verbesserung der intraoperativen Video-Übertragung. Diskussion Diese Arbeit zeigt, dass praxisorientierte Akademien am Beispiel der Mikrochirurgie ein hochaktuelles Lernformat sind, um den Limitationen der chirurgischen Aus- und Weiterbildung erfolgreich entgegenzutreten. Insbesondere der enge Austausch mit den Experten wurde als wertvoll erachtet, um ein Netzwerk innerhalb der deutschsprachigen Mikrochirurgie aufzubauen. Die Akademie verfolgt das Ziel, eine junge Generation von Mikrochirurgen dauerhaft und nachhaltig zu begeistern und ein professionelles Netzwerk aufzubauen und weiterzuentwickeln.


2018 ◽  
Vol 50 (04) ◽  
pp. 259-268
Author(s):  
F. Simunovic ◽  
U. Wittel ◽  
B. Passlick ◽  
S. Wiesemann ◽  
M. Czerny ◽  
...  

Zusammenfassung Hintergrund Die Resektion großer Weichteilsarkome erfordert die Rekonstruktion mit freiem Gewebstransfer. Hierbei stellt die Selektion geeigneter Anschlussgefäße einen entscheidenden Faktor für den operativen Erfolg dar. Patienten Wir berichten über vier Fälle mit sehr großen Tumoren und mit besonders komplexem anatomischem Bezug: zwei Sarkome in der Leiste mit Infiltration der Gefäß-Nervenstraße und zwei Sarkome in der Flanke mit ausgedehnter thorakoabdomineller und viszeraler Beteiligung. In allen Fällen erfolgten interdisziplinäre Operationen innerhalb eines multimodalen Therapieansatzes. In zwei Fällen wurde ein anterolateraler Oberschenkellappen (ALT) und in zwei ein myokutaner Latissimus Dorsi (LD) Lappen zur Defektdeckung benutzt. In allen Fällen erfolgte eine epifasziale Verlagerung der tiefen inferioren epigastrischen Gefäße zum mikrochirurgischen Gefäßanschluss. Ergebnisse Die durchschnittliche Operationszeit betrug 694 ± 149 Minuten. Das mittlere Resektatgewicht war 3069 ± 1267 g. Drei Lappenplastiken heilten primär ein, in einem Fall kam es zu einer Spitzennekrose, welche operativ behandelt wurde. Schlussfolgerung Die Verlagerung der tiefen inferioren epigastrischen Gefäßen nach epifaszial stellt in dieser selektionierten Gruppe eine gute Option zum Anschluss freier Lappen dar. Aufgrund der oberflächlichen Lage ist die Durchführung der Anastomose erleichtert. Insbesondere bei großen Defekten mit bestrahltem Lager erweitert diese technische Modifikation die rekonstruktiven Optionen.


2005 ◽  
Vol 37 (4) ◽  
pp. 245-255 ◽  
Author(s):  
N. Ofer ◽  
S. Baumeister ◽  
M. Öhlbauer ◽  
G. Germann ◽  
M. Sauerbier

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