ZusammenfassungAls Diskussionsgrundlage liegt der Entwurf einer S1-Leitlinie zur querschnittassoziierten Osteoporose der Arbeitsgruppe Osteoporose der DMGP vor. Der Entwurf wurde u. a. in Anlehnung an die DVO-Leitlinie “Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Männern ab dem 60. Lebensjahr und bei postmenopausalen Frauen” erarbeitet. Die Ursache der querschnittassoziierten Osteo -porose ist multifaktoriell, die fehlende mechanische Belastung gilt als ein Hauptfaktor. Der Verlust an Knochenmineraldichte kann bereits innerhalb der ersten Monate nach Rückenmarksverletzung gemessen werden. Osteoporotisch bedingte Frakturen durch inadäquate Traumata treten bei Querschnitt -gelähmten häufig im Bereich des distalen Femurs und der proximalen Tibia auf. Es gibt nur wenige Berichte mit hoher Evidenz zur Prävention oder Therapie einer querschnitt-assoziierten Osteoporose sowie keine Hinweise darauf, inwieweit die Frakturinzidenz tatsächlich beeinflusst werden kann. Bisphosphonate scheinen die Knochenresorption bei Rückenmarksverletzten zu reduzieren. Auch gibt es Hinweise dafür, dass Funktionelle Elektrostimulation (FES) – unter gewissen Voraussetzungen – einen osteogenen Effekt auf die Knochenparameter der gelähmten Extremität besitzt. Eine DXA-Messung an LWS und einer Hüfte sollte innerhalb von sechs bis acht Wochen nach Eintritt der Querschnittlähmung erfolgen, entsprechende Kontrolluntersuchungen nach festgelegten Intervallen einseitig im Hüftbereich. Die Grundmedikation mit Kalzium und Vitamin D wird bei einem T-Score zwischen –1,0 und –2,0 empfohlen, ab –2,0 und darunter zusätzlich die Gabe von Antiresorptiva/ Osteo anabolika. Eine Therapiedauer von mindestens fünf Jahren wird für indiziert gehalten, solange der T-Score –2,0 oder geringer ist.