soziales umfeld
Recently Published Documents


TOTAL DOCUMENTS

51
(FIVE YEARS 6)

H-INDEX

4
(FIVE YEARS 0)

2021 ◽  
Vol 44 (4) ◽  
pp. 15-21
Author(s):  
Anja Ortmann

Sexualisierte Gewalt wird häufig als Randerscheinung von Kriegen behandelt und durch triebtheoretische Erklärungsmodelle verharmlost. Zudem wird sie oft nicht deutlich genug von Genozid und ethnischen Säuberungen unterschieden. Eine Vergewaltigung stellt jedoch nicht nur einen massiven Angriff auf körperliche Unversehrtheit und Würde der Frau dar, sondern zerstört ihr soziales Umfeld in einem kaum realisierten Ausmaß. Sozialwissenschaften haben zur Aufklärung sexualisierter Gewalt beizutragen. Am Beispiel der Jugoslawienkriege während der 1990er Jahre sollen deren fatale Auswirkungen für Frauen sowie das soziale Gefüge familiärer und dörflicher Einheiten beschrieben werden. Scham und Tabuisierung erschweren die »Aufarbeitung« und halten einen komplexen Kreislauf aufrecht.


2021 ◽  
Author(s):  
Chirine Cytera ◽  
Ute Thyen

Zusammenfassung Ziel Die Studie untersucht die subjektiven Vorstellungen junger Erwachsener von Teilhabe. Im Fokus stehen dabei deren Verständnis von Teilhabe sowie Lebensbereiche, in denen diese von der Zielgruppe als bedeutsam erlebt wird. Methodik In leitfadengestützten Gruppeninterviews (N=6) wurden 20 junge Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung zu ihren Vorstellungen von Teilhabe befragt. Um auch schwerer beeinträchtigte Personen indirekt einzuschließen, wurden zusätzlich deren Stellvertreter in Einzelinterviews (N=3) befragt. Das Material wurde mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Ergebnisse Teilhabe wird vielseitig und individuell unterschiedlich verstanden. Sechs Aspekte einer Begriffsbestimmung konnten ermittelt werden: Miteinander; soziale Einbindung/Teilnahme an der Gesellschaft; Aufgeschlossenheit/Unvoreingenommenheit/Interesse; gleiche Möglichkeiten/ Gleichbehandlung; Entscheidungsfreiheit/Autonomie; Mitbestimmung/Mitsprache. Teilhabe ist für die Befragten in sieben Lebensbereichen bedeutsam: soziales Umfeld; Arbeit/Bildung; Freizeit; Medien; Mobilität; Politik; Finanzen/Selbstverwaltung. Schlussfolgerung In den komplexen Vorstellungen junger Erwachsener von Teilhabe sind insbesondere soziale Aspekte sowie Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Bedeutung. Teilhabe im Bereich Sexualität und neue Medien wird ein entscheidender Wert beigemessen, weshalb diese vermehrt Beachtung finden sollten. Die Lebensbereiche, in denen Teilhabe als relevant beschrieben wird, können je nach Interessen des Individuums variieren, was auf den subjektiven Charakter des Konzeptes hinweist und die Bedeutsamkeit aufzeigt, die jeweiligen Vorstellungen und Präferenzen einer Person oder Personengruppe zu berücksichtigen.


PPH ◽  
2021 ◽  
Vol 27 (03) ◽  
pp. 144-153
Author(s):  
Jessica Baden ◽  
Oliver Rozehnal ◽  
Artur Schulz
Keyword(s):  

Erfahren Menschen mit einer psychischen Erkrankung durch ihr soziales Umfeld, den Arbeitgeber oder Behörden weniger Stigmatisierung als angenommen? Was bedeutet Stigmatisierung, welche Folgen kann sie für die Betroffenen haben und welche Bewältigungsstrategien gibt es? Eine Studie klärt auf.


Suchttherapie ◽  
2021 ◽  
Author(s):  
Stefan Brokatzky
Keyword(s):  

Zusammenfassung Zielsetzung Ziel dieser Arbeit war es, die Komplexität von Schwangerschaft und Sucht durch ein Fallbeispiel einer Patientin mit schwerer Polytoxikomanie, Borderline-Organisation sowie den Verlauf der Schwangerschaft und die frühe Phase nach der Geburt vorzustellen. Dabei ging es v. a. um die Frage, wie eine langfristige Behandlung mit einem mehrstufigen, multiprofessionellen und multimodalen Setting aussehen könnte. Die Arbeit zeigt zudem Konflikte an Schnittstellen auf und wie wichtig die Kommunikation innerhalb des Teams und fachübergreifend war. Intervention Qualifizierte stationäre Entgiftungsbehandlung von Benzodiazepinen, Phenothiazin, Lyrica Venlafaxin und Reduktion von Methadon mit anschließender Umstellung auf Buprenorphin sowie ergänzender kombinierter ärztlicher, psychodynamischer Einzel- und Gruppentherapie und einem pflegerischen DBT-S Einzel- und Gruppensetting. Außerdem wurde schon während der Schwangerschaft zusätzlich zum stationären Behandlungsteam ein fächerübergreifendes Behandlungsteam aus Gynäkologen, Kinderärzten, Kinder- und Jugendpsychiatern sowie der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB, in Deutschland Jugendamt) zusammengestellt und schon zu Beginn wurde eine langfristige Behandlung mit stationärem, teilstationärem und ambulantem Intervall geplant. Ergebnis Im Laufe der fast 3-jährigen Behandlung und 5 Jahre späteren katamnestischen Nachuntersuchung konnte zunächst unter 8 mg Buprenorphin eine Abstinenz von illegalen Substanzen erzielt werden. Im Verlauf sogar vollständige Abstinenz ohne Substitution. Dies konnte durch ein erneutes Interview und Drogenscreening im Jahr 2020 bestätigt werden. Außerdem konnte im Rahmen der fächerübergreifenden Arbeit ein stabiles soziales Umfeld und ein Wiedereinstieg ins Berufsleben erreicht werden. Diskussion Trotz der anfänglich häufigen Rückfälle konnte durch den Erhalt der therapeutischen Beziehung (z. B. mittels Time-out auf die Akutstation, Verlängerung einer Wochenendbeurlaubung oder Neuverhandlung der Behandlungsvereinbarung) unter Fortsetzung der Einzelpsychotherapie und Bezugspflege mit Einbezug der Rückfälle, gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung geschaffen werden. Dafür war allerdings viel supervisorische Arbeit innerhalb des Teams, aber auch fächerübergreifend notwendig, da sich die extreme innerer Welt der Patientin häufig in unterschiedlicher Art und Weise im multiprofessionellen Team zeigte und dadurch zu Konflikten führte, die passager das Verlassen der Neutralität verlangten. Ferner waren für diese Art der Behandlung enorme Ressourcen notwendig sowohl zeitlich als auch personell.


Author(s):  
Daniel Treuthardt ◽  
Melanie Kröger
Keyword(s):  

ZusammenfassungDer Risikoorientierte Sanktionenvollzug (ROS) hat zum Ziel, Rückfälle größtmöglich zu reduzieren und Ressourcen zu stärken. In verschiedenen Evaluationen wurde ROS untersucht und weiterentwickelt. Nun soll eine Veränderungsmessung konzipiert werden, die ROS erweitert und die Abbildung von Veränderungen transparenter und nachvollziehbarer machen soll. Hierzu werden sowohl personen- als auch umweltbezogene Gesichtspunkte herangezogen. Folgende 3 personenbezogenen Aspekte werden unterschieden: Veränderungspotenzial (welches sich aus Veränderungsfähigkeit und Veränderungsmotivation zusammensetzt), delinquenzbezogene Prozessvariablen und Stufen der Verhaltensänderung. Sowohl das Veränderungspotenzial als auch die delinquenzbezogenen Prozessvariablen erfassen die Bereiche Wollen, Wissen und Können. Die Stufen der Verhaltensänderung umfassen die Ebenen Absichtslosigkeit, Absichtsbildung, Handlung und Aufrechterhaltung. Die umweltbezogenen Aspekte umfassen zentrale Lebensbereiche wie Arbeit, Wohnen, soziales Umfeld etc. und werden anhand einer umweltbezogenen Veränderungsmessung bewertet, die ebenfalls die Bereiche Wollen, Wissen und Können umfasst. Umwelt- und personenbezogene Aspekte werden übergeordnet in der Ausprägung des Problemprofils betrachtet. Die Ausprägung des Problemprofils betrachtet, anders als die 3 personenbezogenen Aspekte, nicht nur konkrete deliktpräventive Aspekte, sondern auch die Auswirkung des Problemprofils in nichtdeliktrelevanten Situationen und Lebensbereichen. Abschließend werden Limitationen diskutiert sowie ein Ausblick auf eine zu einem späteren Zeitpunkt folgende Evaluation gegeben.


Pflege ◽  
2020 ◽  
Vol 33 (6) ◽  
pp. 365-373
Author(s):  
Ariane Fève ◽  
Josephine Geipel

Zusammenfassung. Hintergrund: Neugeborene mit Zwerchfellhernie (CDH) verbringen ihre ersten Lebenswochen auf der Intensivstation, was für sie und ihre Familien eine große Belastung ist. Musiktherapie wird bereits bei Frühgeborenen auf der Neonatologie zur Stabilisierung des Kindes, zur Entlastung der Eltern und zur Stärkung der Eltern-Kind-Bindung eingesetzt. Der Nutzen für intensivmedizinisch versorgte reife Neugeborene und ihre Familien wurde dagegen bisher nicht umfassend untersucht. Ziel: Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung der spezifischen Bedürfnisse, Herausforderungen und Erfahrungen von Kindern mit CDH und ihrer Eltern und die Ableitung passender musiktherapeutischer Interventionen. Methoden: Mithilfe der QDA-Software f4analyse wurden 15 Elternberichte mit einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und anschließend die musiktherapeutischen Aspekte an einem hypothetischen Fallbeispiel verdeutlicht. Ergebnisse: Eltern leiden vor allem unter organisatorischen und emotionalen Herausforderungen. Sie möchten für ihr Kind sorgen und suchen seine Nähe. Unterstützt werden sie durch ihr soziales Umfeld und das medizinische Personal. Protektive Faktoren sind eine gelungene Selbstfürsorge, Abgrenzung und das Vertrauen auf einen positiven Verlauf. Schlussfolgerungen: Im Mittelpunkt der Bedürfnisse und Herausforderungen stehen medizinische Aspekte wie der Entzug, die Eltern-Kind-Bindung und das elterliche Wohlbefinden. In der musiktherapeutischen Literatur finden sich Hinweise auf verschiedene Interventionen, die diese Aspekte ansprechen können.


Author(s):  
Maja Göpel
Keyword(s):  

ZusammenfassungMenschen sind kreative und sinnsuchende Wesen. Wir lieben es, zu lernen, Rätsel zu lösen und Neues zu gestalten. Wir suchen nach Verständigung und Verständnis. Wir sind erzählende und reflektierende Wesen, die in einer Welt der Geschichten leben. Und diese Geschichten lernen wir natürlich durch unser soziales Umfeld und in unseren Bildungsinstitutionen. Sie wirken auf mindestens drei Ebenen: Als Individuum entwickelt jeder Mensch eine persönliche Sicht auf die Dinge, anhand derer wir Urteile und Entscheidungen treffen. Als soziale Wesen verwenden wir normative Kodizes und einen kanonisierten Alltagsverstand, um diese Entscheidungen gegenüber anderen zu vertreten und sich in Beziehung zu ihnen zu setzen. Im politischen Raum schließlich herrschen die großen gesellschaftlichen Erzählungen und Paradigmen, die als Referenzrahmen für angemessenes oder auch rationales Handeln gelten und damit auch das Gefühl einer Schicksalsgemeinschaft kreieren. Daher wirken die Geschichten auf den drei Ebenen auch immer aufeinander ein. Und der gigantische Entwicklungsfortschritt der Spezies Mensch liegt nicht zuletzt genau darin begründet, dass dadurch koordinierte Routinen, ausdifferenzierte Arbeitsteilung, komplexe Institutionen und bahnbrechende Innovationen über eine erzählerische Begründung ihrer Sinnhaftigkeit funktionieren. Allein deshalb kann die Bedeutung des Hinterfragens und Neuausrichtens der vielleicht zentralen Geschichte des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts gar nicht überschätzt werden: die Gesellschaft des (grenzenlosen) monetären Wachstums.


Sign in / Sign up

Export Citation Format

Share Document