soziale determinanten
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2021 ◽  
Author(s):  
Paul Brettel ◽  
Elena Beier ◽  
Andy Maun ◽  
Petra Jung

ZusammenfassungZiel der vorliegenden Arbeit war es, Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsangebote durch wohnungslose Menschen zu ermitteln. Im Rahmen einer Feldstudie wurden 51 wohnungslose Männer und 47 wohnungslose Frauen in Baden-Württemberg mit einem für diese Studie konzipierten Fragebogen in face-to-face-Interviews befragt. Anhand multipler logistischer Regressionsmodelle in Anlehnung an das Gelberg-Andersen Behavioral Model for Vulnerable Populations wurden Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsangebote ermittelt. Erfüllte alltägliche Grundbedürfnisse (OR 1,33, 95%-KI [1,03–1,72] bzgl. Wahrnehmung von Impfungen), eine feste primärmedizinische Anlaufstelle (OR 12,2 [1,81–82] bzgl. Wahrnehmung von Früherkennungsuntersuchungen; quasi-vollständige Trennung bzgl. Inanspruchnahme hausärztlicher Versorgung), soziale Unterstützungssysteme (OR 2,9 [1,13–7,5] bzgl. Wahrnehmung von Früherkennungsuntersuchungen; OR 0,63 [0,41–0,98] bzgl. Aufsuchen von Notaufnahmen) und technische Unterstützungssysteme (OR 2,2 [1,13–4,4] bzgl. Inanspruchnahme hausärztlicher Versorgung) hatten einen günstigen Einfluss auf das Inanspruchnahmemuster. Schmerzen führten zu einer häufigeren Inanspruchnahme von Notaufnahmen (OR 1,72 [1,22–2,4]) und stationärer Versorgung (OR 1,66 [1,19–2,3]). Es zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen. Die genannten Einflussfaktoren sind in der Versorgung wohnungsloser Menschen gezielt zu adressieren. Zur Früherkennung und Bearbeitung komplexer sozialer und gesundheitlicher Problemlagen vulnerabler Bevölkerungsgruppen ist eine Integration sozialer Versorgungsangebote in die medizinische Regelversorgung notwendig. Dies erfordert interprofessionelle Ansätze in der medizinischen Aus-und Weiterbildung, die die Lebenslagen vulnerabler Bevölkerungsgruppen und soziale Determinanten von Gesundheit in den Blick rücken.


Author(s):  
Sabrina Rutter

Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit hat sich mit den Fragen befasst, über welche habituellen Dispositionen die Lehrkräfte im Hinblick auf die Unterstützung sozial benachteiligter und bisher im Bildungssystem ausgegrenzter Schüler*innen verfügen und inwiefern diese handlungsleitenden Orientierungen milieuspezifisch eingebettet sind. Ziel der Arbeit war es, Passungskonstellationen zwischen Lehrkräften und Schüler*innen vertiefend zu analysieren und dabei nicht nur Formen der Differenzherstellung und Benachteiligung, sondern vor allem kompensatorische Bearbeitungsformen von Bildungsungleichheit in den Blick zu nehmen. Im Forschungsfokus standen somit bislang kaum untersuchte soziale Determinanten des Lehrer*innenhandelns im Kontext bereits vorhandener Ressourcen der pädagogischen Arbeit.


2019 ◽  
Vol 82 (03) ◽  
pp. 246-249
Author(s):  
Franziska Hommes ◽  
Simon Drees ◽  
Karin Geffert ◽  
Peter von Philipsborn ◽  
Jan Stratil

Zusammenfassung Ziele Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu aufgerufen, ÄrztInnen und andere Gesundheitsprofessionen stärker darin auszubilden, soziale Determinanten von Gesundheit (SDH) zu erkennen, zu verstehen und auf diese zu reagieren. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, inwieweit die derzeitige medizinische Ausbildung AbsolventInnen auf diese Herausforderung vorbereitet. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist eine Bestandsaufnahme, wie und in welchem Umfang SDH in der medizinischen Ausbildung berücksichtigt werden. Methodik Dieser Diskussionsbeitrag basiert auf einer qualitativen und quantitativen Inhaltsanalyse von zentralen Dokumenten für Lehr- und Prüfungsinhalte des Medizinstudiums in Deutschland. Ergebnisse Die Analyse zeigt Lücken in der Rolle von SDH in wichtigen Rahmenwerken der deutschen medizinischen Ausbildung auf. Zwischen 4 und 27% der analysierten Dokumentenelemente enthielten Bezüge zu SDH, jedoch waren diese nur in 0–3% der Fälle explizit. Während einige Themenbereiche umfassend behandelt wurden (z. B. Aspekte der betrieblichen Gesundheit), wurden andere Themen nicht oder kaum behandelt, wie bspw. gesundheitliche Ungleichheit oder Determinanten außerhalb des Gesundheitssystems. Schlussfolgerung Eine stärkere und explizitere Behandlung von SDH während der medizinischen Ausbildung in Deutschland könnte dazu beitragen, AbsolventInnen besser auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen in unserer globalisierten Welt vorzubereiten. Der derzeitige Reformprozess des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM) sollte genutzt werden, um bestehende Lücken zu füllen, bspw. durch stärkere Betonung von Aspekten wie Armut und Gesundheit, gesundheitliche Ungleichheiten und Fragen des Zugangs zur Gesundheitsversorgung.


2018 ◽  
Vol 15 (2-3) ◽  
pp. 251-282 ◽  
Author(s):  
Darko Jekauc ◽  
Hagen Wäsche ◽  
Filip Mess ◽  
Klaus Bös ◽  
Alexander Woll

Zusammenfassung Vor dem Hintergrund der Diskussion über soziale Ungleichheit wird analysiert, welche Rolle soziale Determinanten in den Prozessen der Aufnahme und der Aufrechterhaltung der Sportteilnahme spielen. In der vorliegenden Längsschnittstudie wurden 481 Personen im Anfangsalter zwischen 33 und 56 Jahren (M = 45.0; SD = 7.5) zu vier Messzeitpunkten (1992, 1997, 2002 und 2010) bezüglich ihres Sportverhaltens befragt. In der Aufnahmephase haben Frauen eine mehr als dreimal höhere Wahrscheinlichkeit sportlich aktiv zu werden als Männer. Dieser Einfluss wird durch die familienbezogenen Variablen (Anzahl der Kinder und Anzahl der Personen im Haushalt) mediiert, was die Bedeutung der vermittelnden Instanz Interaktionskontext unterstreicht. In der Aufrechterhaltungsphase spielt der Sozialstatus eine wichtige Rolle, wobei dieser Einfluss nicht von den zeitbezogenen Arbeitsbelastungen mediiert wird.


2017 ◽  
Vol 13 (1) ◽  
pp. 53-62 ◽  
Author(s):  
Benjamin Kuntz ◽  
Laura Giese ◽  
Gianni Varnaccia ◽  
Petra Rattay ◽  
Gert B. M. Mensink ◽  
...  

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