soziale ausgrenzung
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Author(s):  
Christian Huber ◽  
Philipp Nicolay ◽  
Simone Weber

ZusammenfassungSchulleistungen und soziale Integration sind im deutschen Schulsystem eng miteinander verbunden. Unklar ist, welche Rolle die Leistungs- und Verhaltensheterogenität für diesen Zusammenhang spielt. Vertreter*innen eines klassischen sozialpsychologischen Zugangs sagen für eine hohe Leistungs- und Verhaltensheterogenität eine Erhöhung des Risikos auf soziale Ausgrenzung (Risikohypothese) voraus, Vertreter*innen eines inklusionspädagogischen Zugangs eine Schutzfunktion (Schutzhypothese). Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit die Leistungs- und Verhaltensheterogenität den Zusammenhang zwischen einem Förderbedarf in den Bereichen Lernen/Verhalten und sozialer Integration moderiert und ob die Richtung dieses Modertoreffekt im Sinne der Schutz- oder der Risikohypothese gedeutet werden kann. Hierzu wurden N = 1352 Grundschüler*innen in drei unterschiedlich heterogenen Schulsystemen (jahrgangsgetrennt, 1/2/3/4; teilweise jahrgangsübergreifend, 1–2/3–4; jahrgangsübergreifend, 1–4) in einer Querschnittstudie untersucht. Erhoben wurden, neben der sozialen Integration, Informationen über einen besonderen Förderbedarf in den Bereichen Lernen und Verhalten und Schulleistung. Das Schulsystem ging als unabhängige Variable auf Level 2, der Förderbedarf als unabhängige Variable auf Level 1 und die soziale Integration als abhängige Variable in die mehrebenenanalytische Auswertung ein. Analog zu bisher vorliegenden Befunden wurde ein signifikanter Haupteffekt beider Förderbedarfe auf die soziale Integration gefunden. Ferner zeigten vier von sechs Cross-Level-Effekten für den Förderbedarf Lernen Hinweise auf eine Gültigkeit der Schutzhypothese, kein Cross-Level-Effekt war im Sinne der Risikohypothese interpretierbar. Dieser Befund war nicht auf den Förderbedarf Verhalten übertragbar. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich der Zusammenhang zwischen sozialer Integration und Förderbedarf Lernen mit zunehmender Leistungs- und Verhaltensheterogenität abschwächt. Gleichzeitig zeigte sich in den stark heterogenen Lerngruppen ein insgesamt erhöhtes Ausgrenzungsrisiko aller Schüler*innen unabhängig ihres Förderbedarfs. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich für Schüler*innen mit erhöhtem Förderbedarf Lernen im jahrgangsübergreifenden Lernen eine höhere Chance für eine gute soziale Integration einstellen könnte.


2020 ◽  
Author(s):  
Andrea Schmidt ◽  
Judith Dirk ◽  
Florian Schmiedek

Secondary school transition represents a challenging life event. This study examines 108 children (M=10.11 years, SD=0.44) in Germany during the first 12 weeks at the new school. Daily satisfaction and frustration of the basic need for relatedness were examined as predictors of subjective well-/ill-being and adjustment/psychopathology. Subjective well-/ill-being were assessed at weeks 3-4 and week 11 of the school year. In between, there was a 4-week period of daily assessments of perceived relatedness satisfaction and frustration. Teachers indicated each child’s psychological adjustment/psychopathology (e.g., emotional symptoms) in weeks 11-12. Daily relatedness satisfaction was associated with increases in positive affect from weeks 3-4 to week 11, while daily relatedness frustration was linked to an increase in negative affect and school anxiety. Furthermore, daily relatedness satisfaction was negatively linked to teacher-reported emotional symptoms and peer problems at weeks 11-12, and daily relatedness frustration was positively associated with teacher-reported conduct problems and hyperactivity-inattention. German AbstractDer Übergang an die weiterführende Schule stellt ein kritisches Lebensereignis für viele Kinder dar. Diese Studie untersuchte 108 Kinder (M=10.11 Jahre, SD=0.44) in Deutschland innerhalb der ersten 12 Wochen nach dem Übergang ans Gymnasium. Tägliche Erfüllung und Frustration des Bedürfnisses nach sozialer Zugehörigkeit in die Klassengemeinschaft dienten als Prädiktoren der Verläufe kindlichen Wohlbefindens sowie psychologischer Anpassung/Psychopathologie. Subjektives Wohlbefinden wurde in den Wochen 3-4 sowie in Woche 11 des Schuljahres erhoben. Dazwischen berichteten Kinder über 4 Wochen hinweg täglich ihre wahrgenommene soziale Eingebundenheit und Ausgrenzung in der Schule. Lehrkräfte berichteten die psychologische Anpassung/Psychopathologie jedes Kindes in den Wochen 11-12. Tägliche soziale Eingebundenheit ging mit einem Anstieg des positiven Affekts von Woche 3/4 zu Woche 11 einher, während tägliche soziale Ausgrenzung Anstiege des negativen Affekts und der Schulangst vorhersagte. Höhere soziale Eingebundenheit hing mit geringeren Lehrkraft-berichteten emotionalen Symptomen und Problemen mit Gleichaltrigen zusammen, während höhere soziale Ausgrenzung stärkere Verhaltensprobleme und Hyperaktivität-Unaufmerksamkeit vorhersagte.


Author(s):  
Daniel Florence Giesbrecht

Dieser Artikel zielt darauf ab, eine historische Rekonstitution zu erarbeiten, aus der Langzeitserie, der Bildung der brasilianischen Mittelschicht und auch ihrem Archetyp us-Klassenvorurteile. Wir nutzten als Ausgangspunkt für unsere Reflexion die Tatsache, dass Brasilien mehr als dreihundert Jahre Sklaverei lebte, die die Fülle eines rassistischen Imaginären vermachte, was zu voreingenommenen Praktiken führte und zu afronachkommenden Bevölkerungsgruppen eingebürgert wurde, abgesehen davon, dass es sich auf den armen Bürger im Allgemeinen ausgedehnt hatte. Wir versuchen, die untersuchten Objekte auf historistische Weise mit den soziologischen Konzepten der Sozialisation in Beziehung zu setzen, neben der Charakterisierung der bürgerlichen Ideen der Mittelschicht und der brasilianischen Eliten aus der Geschichte der Mentalitäten. Wir beabsichtigen, zu einem besseren Verständnis der Hindernisse beizutragen, die durch das Fehlen von Andersseinpraktiken in den täglichen sozialen Beziehungen entstehen. Schlagworte: Soziale Klasse, Vorurteile, Sklaverei, soziale Ausgrenzung, Andersartigkeit.


2020 ◽  
Vol 88 (02) ◽  
pp. 109-117
Author(s):  
Maryam Roayaee ◽  
Rasha Abdel Rahman ◽  
Meggie Danziger ◽  
Luke Tudge ◽  
Laura S. Daedelow ◽  
...  
Keyword(s):  

ZusammenfassungWelche Wirkung hat soziale Ausgrenzung auf die Wahrnehmung des Gegenübers und wie kann dieser Effekt mithilfe experimenteller Methoden erfasst werden? Die Beantwortung dieser Frage kann Psychologen, Soziologen, aber auch Klinikern wertvolle Erkenntnisse für das Verständnis und den konkreten Umgang mit den betroffenen Menschen oder Gruppen geben. Zu den gesellschaftlichen Gruppen, die besonders häufig mit sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind, gehören z. B. Menschen mit psychischen Erkrankungen, Migranten oder auch ethnische Minderheiten.In diesem Artikel präsentieren wir die Ergebnisse einer experimentellen Vorstudie an gesunden Probanden, in der wir mithilfe einer modifizierten Version des Cyberball-Paradigmas untersuchten, welche Effekte soziale Ausgrenzung auf die spontane Bewertung von Persönlichkeitsmerkmalen wie Attraktivität, Vertrauenswürdigkeit, Aggressivität und Dominanz hat. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich diese Effekte mithilfe des Cyberball-Paradigmas quantifizieren lassen und sich die Wahrnehmung des Gegenübers schon nach relativ kurzer sozialer Interaktion in Abhängigkeit von deren Valenz verändert.Vor dem Hintergrund dieser Befunde diskutieren wir das Potenzial dieses Paradigmas zur Untersuchung von sozialen Faktoren, die bei der Entwicklung von psychischen Erkrankungen bei Migranten eine Rolle spielen können, und besprechen die zu beachtenden Besonderheiten bei einer prospektiven Anwendung in den anfänglich erwähnten Risikogruppen.


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