soziale integration
Recently Published Documents


TOTAL DOCUMENTS

175
(FIVE YEARS 13)

H-INDEX

8
(FIVE YEARS 0)

Author(s):  
Jasmin Decristan ◽  
Mareike Kunter ◽  
Benjamin Fauth
Keyword(s):  

Zusammenfassung. Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung von individuellen Merkmalen (Fähigkeitsselbstkonzept und Leistungsängstlichkeit) sowie von konstruktiver Unterstützung durch Lehrkräfte für die soziale Integration von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe. Bezüglich des Unterrichtsqualitätsmerkmals der konstruktiven Unterstützung wird zwischen zwei Facetten unterschieden, nämlich einer sozio-emotionalen Unterstützung sowie einer fachlich-inhaltlichen Unterstützung durch die Lehrkraft. Dabei wird erstmals die Bedeutung dieser Facetten für die von Schülerinnen und Schülern erlebte soziale Integration untersucht und ebenso geprüft, welche differenziellen Zusammenhänge sich für Lernende mit individuellen Risikofaktoren schulischer Entwicklung zeigen. Es wurden Befragungsdaten aus zwei Erhebungszeitpunkten (mittlerer Abstand: 8 Wochen) von 1.116 Schülerinnen und Schülern in 49 Mathematikklassen der Sekundarstufe mehrebenen-analytisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Facetten konstruktiver Unterstützung mit dem Erleben sozialer Integration zusammenhingen. Schülerinnen und Schüler mit niedrigem Mathematik-Fähigkeitsselbstkonzept bzw. hoher Leistungsängstlichkeit fühlten sich weniger gut in die Klassengemeinschaft integriert. Die Facetten konstruktiver Unterstützung spielten für diese Zusammenhänge eine besondere Rolle: Der Zusammenhang zwischen Fähigkeitsselbstkonzept und sozialer Integration wurde durch eine fachlich-inhaltliche Unterstützung moderiert, sodass sich Lernende mit niedrigem Fähigkeitsselbstkonzept in Klassen mit hoher fachlich-inhaltlicher Unterstützung vergleichbar gut sozial integriert fühlten wie die anderen Lernenden. Der Zusammenhang von Leistungsängstlichkeit und sozialer Integration wurde durch beide Facetten konstruktiver Unterstützung moderiert, sodass in Klassen mit hoher konstruktiver Unterstützung Lernende mit hoher Leistungsängstlichkeit sich genauso sozial integriert erlebten wie ihre weniger leistungsängstlichen Mitschülerinnen und Mitschüler. Der Beitrag untermauert somit die hohe Bedeutung von Beziehungsqualität im schulischen Kontext und bringt neue Erkenntnisse zu differenziellen Zusammenhängen von Unterricht und schulischen Outcomes in Abhängigkeit von den Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.


2021 ◽  
Author(s):  
Alexander Niecke

Zusammenfassung Hintergrund Sechs Jahrzehnte nach der pränatalen pharmakogenen Schädigung durch Thalidomid prägen vielfältige biopsychosoziale Folgeschädigungen das klinische Bild von Menschen mit Contergan-Behinderungen. Fragestellung Wie lässt sich das erst in der zweiten Lebenshälfte sichtbar gewordene hohe Ausmaß psychischer Störungen näher verstehen? Material und Methode Literaturüberblick zum aktuellen Stand der empirischen Forschung mit Diskussion weiterführender Fragen. Ergebnisse Menschen mit thalidomidinduzierten Schwerstbehinderungen zeigten jahrzehntelang bemerkenswerte Kompensationsleistungen. Ein sehr hoher Bildungsstatus sowie eine gute berufliche und soziale Integration wurden über viele Jahre erreicht. In der jüngeren Vergangenheit ist es jedoch zur zunehmenden sozialen Desintegration gekommen. Erstmals wurde eine hohe Rate psychischer Störungen, bei gleichzeitig bestehenden Barrieren im Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung, beschrieben. Schlussfolgerung Das große Vorkommen psychischer Störungen im Alter kann einerseits als durch multidimensionale, teilweise bereits pränatal erworbene Traumatisierungen verursacht, andererseits als eine lange Zeit zugunsten einer Monostigmatisierung bestehende selektive Nichtwahrnehmung des Psychischen verstanden werden. Nicht nur für die Betroffenen ist es wichtig, dass der Fall Contergan im kollektiven Gedächtnis erinnert wird.


Author(s):  
Pauline Kohrt ◽  
Cornelia Gresch ◽  
Nicole Mahler
Keyword(s):  

ZusammenfassungSchülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) werden in Deutschland an Förderschulen und inklusiv an allgemeinen Schulen unterrichtet. Ein Ziel dieser inklusiven Beschulung ist eine bessere soziale Integration der Schülerinnen und Schüler mit SPF in der Gesellschaft. Inwiefern diese Schülerinnen und Schüler mit SPF in allgemeinen Schulen im Schulalltag sozial integriert sind, wird bisher wenig thematisiert. Dieser Beitrag untersucht, ob und wie sich die durch Selbsteinschätzungen erfasste soziale Integration von Kindern mit SPF in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (SPF-LSE) zwischen Förderschulen und allgemeinen Schulen unterscheidet und ob individuelle Kompetenzen sowie die kompetenzbezogene Klassenzusammensetzung potenziell bestehende Unterschiede erklären können. Datengrundlage bildet der bundesweite IQB-Bildungstrend 2016 mit N = 26.899 Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe, davon n = 1924 mit SPF-LSE. Im Ergebnis ist die soziale Integration von Schülerinnen und Schülern mit SPF-LSE an Förderschulen höher ausgeprägt als an allgemeinen Schulen. Diese Unterschiede können nicht auf unterschiedliche Kompetenzmerkmale zurückgeführt werden. Die Bedeutung der Befunde wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Debatte zur Umsetzung von Inklusion diskutiert.


Author(s):  
Justine Stang ◽  
Sabrina König ◽  
Nele McElvany

Zusammenfassung. Erwachsene und Jugendliche ohne Migrationshintergrund (MIG) schreiben Personen mit türkischem MIG, der größten Migrationsgruppe in Deutschland, geringere Kompetenzen und Leistungen zu. Inwiefern bereits bei Kindern solche (negativen) impliziten Einstellungen gegenüber Menschen mit türkischem MIG vorliegen, ist bislang ungeklärt und wurde daher in dieser Studie überprüft. Auch wurde analysiert, ob sich Grundschulkinder mit türkischem und ohne MIG in ihren Einstellungen unterscheiden. Zudem wurde geprüft, ob die soziale Integration, die wahrgenommene Diskriminierung sowie die Identifikation mit der Aufnahme- und Herkunftskultur mit impliziten Einstellungen in Zusammenhang standen. Datengrundlage bildeten Angaben von 240 Viertklässlerinnen und -klässlern (44.6% weiblich, 18.3% mit türkischem MIG). Zur Messung impliziter Einstellungen bearbeiteten die Kinder einen Impliziten Assoziationstest. Des Weiteren beantworteten sie Fragen zu den interessierenden Variablen. Bei den Grundschulkindern lagen negative implizite Einstellungen vor ( d = 0.21). Konkret verfügten Kinder ohne MIG im Gegensatz zu Kindern mit türkischem MIG im Mittel über negative implizite Einstellungen ( d = 0.39). Für die Gesamtstichprobe zeigte sich, dass eine stärkere Identifikation mit Deutschland (ß = .14), der Aufnahmekultur, in Zusammenhang mit negativen impliziten Einstellungen stand ( R2 = .03). Die Ergebnisse werden sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich methodischer Gesichtspunkte diskutiert. Implikationen für Forschung und Praxis werden vorgestellt.


Author(s):  
Christian Huber ◽  
Philipp Nicolay ◽  
Simone Weber

ZusammenfassungSchulleistungen und soziale Integration sind im deutschen Schulsystem eng miteinander verbunden. Unklar ist, welche Rolle die Leistungs- und Verhaltensheterogenität für diesen Zusammenhang spielt. Vertreter*innen eines klassischen sozialpsychologischen Zugangs sagen für eine hohe Leistungs- und Verhaltensheterogenität eine Erhöhung des Risikos auf soziale Ausgrenzung (Risikohypothese) voraus, Vertreter*innen eines inklusionspädagogischen Zugangs eine Schutzfunktion (Schutzhypothese). Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit die Leistungs- und Verhaltensheterogenität den Zusammenhang zwischen einem Förderbedarf in den Bereichen Lernen/Verhalten und sozialer Integration moderiert und ob die Richtung dieses Modertoreffekt im Sinne der Schutz- oder der Risikohypothese gedeutet werden kann. Hierzu wurden N = 1352 Grundschüler*innen in drei unterschiedlich heterogenen Schulsystemen (jahrgangsgetrennt, 1/2/3/4; teilweise jahrgangsübergreifend, 1–2/3–4; jahrgangsübergreifend, 1–4) in einer Querschnittstudie untersucht. Erhoben wurden, neben der sozialen Integration, Informationen über einen besonderen Förderbedarf in den Bereichen Lernen und Verhalten und Schulleistung. Das Schulsystem ging als unabhängige Variable auf Level 2, der Förderbedarf als unabhängige Variable auf Level 1 und die soziale Integration als abhängige Variable in die mehrebenenanalytische Auswertung ein. Analog zu bisher vorliegenden Befunden wurde ein signifikanter Haupteffekt beider Förderbedarfe auf die soziale Integration gefunden. Ferner zeigten vier von sechs Cross-Level-Effekten für den Förderbedarf Lernen Hinweise auf eine Gültigkeit der Schutzhypothese, kein Cross-Level-Effekt war im Sinne der Risikohypothese interpretierbar. Dieser Befund war nicht auf den Förderbedarf Verhalten übertragbar. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich der Zusammenhang zwischen sozialer Integration und Förderbedarf Lernen mit zunehmender Leistungs- und Verhaltensheterogenität abschwächt. Gleichzeitig zeigte sich in den stark heterogenen Lerngruppen ein insgesamt erhöhtes Ausgrenzungsrisiko aller Schüler*innen unabhängig ihres Förderbedarfs. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich für Schüler*innen mit erhöhtem Förderbedarf Lernen im jahrgangsübergreifenden Lernen eine höhere Chance für eine gute soziale Integration einstellen könnte.


2021 ◽  
Vol 67 (1) ◽  
pp. 59-87
Author(s):  
Rüdiger Henkel

Abstract Die Versorgung von Geflüchteten ist auch eine Herausforderung für das Gesundheitssystem in Deutschland. Diverse rechtliche und praktische Zugangshindernisse erschweren hier die Versorgung. Gesundheitsförderung und Prävention sind daher umso wichtiger. Doch die Lebensbedingungen und die Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung neu ankommender Menschen werden durch Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik bestimmt. Der Beitrag untersucht, welche Regelungen des Bundes die Lebenswelten von Geflüchteten (u. a. Unterkunft, Bildung, Arbeit) seit 2015 geprägt haben. Eine qualitative Inhaltsanalyse von Dokumenten aus elf Gesetzgebungsverfahren ergab, dass Belange der Gesundheitsförderung in der Flüchtlingspolitik kaum Berücksichtigung finden. Der Beitrag argumentiert, dass dies zur Verankerung von Strukturen beiträgt, die sowohl die Gesundheit als auch die soziale Integration von Geflüchteten beeinträchtigen können.


Author(s):  
Simone Weber ◽  
Philipp Nicolay ◽  
Christian Huber
Keyword(s):  

Zusammenfassung. Der vorliegende Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Integration und sozialer Unsicherheit. Ausgehend von dem mehrdimensionalen Modell sozialer Integration ( Koster, Nakken, Pijl & van Houten, 2009 ) wird diese differenziert anhand der Dimensionen Beziehungen, Kontakte, Akzeptanz durch Mitschülerinnen und Mitschüler und eigene Wahrnehmung analysiert. Hierfür wurden Daten von N = 617 Kindern aus insgesamt 28 Schulklassen der dritten und vierten Jahrgangsstufe geprüft. Die Ergebnisse der Mehrebenenanalysen zeigen einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen sozialer Unsicherheit und sozialer Integration in drei der vier Dimensionen (Beziehungen, eigene Wahrnehmung und Akzeptanz). Die Ergebnisse für die einzelnen Dimensionen werden diskutiert und es werden Implikationen für die Forschung und pädagogische Praxis abgeleitet.


2021 ◽  
Vol 168 (3) ◽  
pp. 86-89
Author(s):  
Renate Breithecker ◽  
Maik Stöckinger

Bürgerschaftliches Engagement gilt als entscheidend für die gesellschaftliche und soziale Integration von Geflüchteten. Wie aber erleben diese die Arbeit der Ehrenamtlichen? Nehmen sie die Hilfen an und was geben sie zurück? Damit dauerhafte Beziehungen entstehen, scheint eine Balance von Geben und Nehmen entscheidend.


Sign in / Sign up

Export Citation Format

Share Document