akute bergkrankheit
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2018 ◽  
Vol 25 (05) ◽  
pp. 198-199
Author(s):  
Raimund Lechner

Der ursprüngliche Lake-Louise-Score (LLS) wurde auf dem „International Hypoxia Symposium“ in Lake Louise 1991 erarbeitet und 1993 reevaluiert. Er besteht aus den 5 Symptomkomplexen Kopfschmerzen, gastrointestinale Symptome, Müdigkeit/Erschöpfung, Benommenheit/Schwindel und Schlafqualität. Jedem Symptomkomplex kann eine Ausprägung von 0 (Normalbefund/keine Probleme) bis 3 (maximale Beschwerden) zugeordnet werden. Ab einer Punktzahl von 3 sind die Kriterien für die akute Bergkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) erfüllt.


2017 ◽  
Vol 74 (10) ◽  
pp. 535-541 ◽  
Author(s):  
Christoph Dehnert ◽  
Peter Bärtsch

Zusammenfassung. Wenn unakklimatisierte Personen zu schnell in grosse Höhen aufsteigen, drohen höhenbedingte Erkrankungen wie akute Bergkrankheit (ABK), Höhenhirnödem (HHÖ) oder Höhenlungenödem (HLÖ). Am häufigsten tritt die ABK auf, die grundsätzlich harmlos und in der Regel selbstlimitierend ist. Relativ selten, aber potenziell lebensbedrohlich sind HHÖ und HLÖ. In diesem Artikel wird auf ABK und HHÖ eingegangen. Ob es sich bei ABK und HHÖ um unterschiedliche Ausprägungen der gleichen Erkrankung handelt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Die ABK äussert sich 4 – 8 Stunden nach Aufstieg in Höhen über 2300 m durch die unspezifischen Symptome Kopfschmerzen, Inappetenz, Übelkeit, Schwindel und Schlafstörungen. Ein HHÖ deutet sich bei therapieresistenten Kopfschmerzen oder wiederholtem Erbrechen an. Wenn Bewusstseinstrübungen oder zentralneurologische Symptome wie Ataxie auftreten, liegt ein manifestes HHÖ vor. Die ABK kann mit dem Lake-Louise-Score sehr gut erfasst werden. Beste Prophylaxe aller Höhenerkrankungen sind langsamer Aufstieg und gute Vorakklimatisation. Im Allgemeinen sollte die durchschnittliche Steigerung der Schlafhöhe nicht über 300 – 500 m pro Nacht liegen. Bei hoher Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer ABK kann auch eine medikamentöse Prophylaxe mit Acetazolamid (2 × 125 – 250 mg / Tag) oder Corticosteroiden (Dexamethason 2 – 3 × 4 mg / Tag oder eine Äquivalenzdosis anderer Corticosteroide) erfolgen. Die leichte ABK kann symptomatisch mit gängigen nichtsteroidalen Antirheumatika und / oder Antiemetika behandelt werden, ohne dass ein Abstieg zwingend erforderlich ist. Wenn sich die Symptome dabei verschlechtern, primär eine schwere ABK oder ein HHÖ vorliegt, ist ein sofortiger Abstieg um mindestens 1000 m Therapie der Wahl. Parallel dazu sind Corticosteroide indiziert, initial 4 – 8 mg / Tag, gefolgt von 4 mg alle 6 – 8 Stunden in Abhängigkeit von der Symptomatik.


2001 ◽  
Vol 58 (6) ◽  
pp. 387-393 ◽  
Author(s):  
M. Maggiorini

Jeder zweite Trecker oder Bergsteiger, der rasch (> 300 m/Tag) auf Höhen über 4000 m steigt, hat nach 6 bis 12 Stunden Symptome der Höhenkrankheit. Wir unterscheiden zwei Formen der Höhenkrankheit: die akute Bergkrankheit und das Höhenlungenödem. Die milde und benigne Form der akuten Bergkrankheit äußert sich mit Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, seltener mit Erbrechen, Schwindelgefühl und Schlaflosigkeit. Die schwere und maligne Form der akuten Bergkrankheit wird Höhenhirnödem genannt und präsentiert sich mit den Symptomen der milden akuten Bergkrankheit mit einer zusätzlichen Gangataxie bis zur Stehunfähigkeit und/oder einer Beeinträchtigung des Bewusstseins bis zum Koma. Die Ursache der akuten Bergkrankheit ist eine zerebrale Dysfunktion, die pathophysiologischen Mechanismen bleiben aber unklar. Das Höhenlungenödem gehört zur Höhenkrankheit, unterscheidet sich aber pathophysiologisch von der akuten Bergkrankheit. Das Höhenlungenödem präsentiert sich klinisch mit stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Müdigkeit, retrosternalem Druckgefühl, Atemnot, Orthopnoe, Husten, Rasseln in den Atemwegen und blutig tingiertem Auswurf. Pathognomonisch für das Höhenlungen-ödem ist eine Hypoxie-induzierte schwere pulmonal-arterielle Hypertonie. Zweidrittel der Patienten mit Höhenlungenödem hat wegen der schweren Hypoxämie Symptome der malignen akuten Bergkrankheit. Die Behandlung der Höhenkrankheit besteht primär in der Beseitigung der Hypoxie. Acetazolamid (Diamox®), ein Karboanhydrasehemmer, stimuliert die Ventilation und eliminiert die für die Höhe charakteristische periodische Atmung, es eignet sich gut für die Prophylaxe und Behandlung der benignen akuten Bergkrankheit. Die schwere akute Bergkrankheit wird mit Dexamethason (Decadron®) behandelt. Nifedipin (Adalat®), ein wirksamer pulmonaler Vasodilatator, ist das Medikament erster Wahl zur Prophylaxe und Behandlung des Höhenlungenödems.


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