psychosoziale gesundheit
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2021 ◽  
Author(s):  
Jürgen M. Giesler ◽  
Ute Dederichs-Masius ◽  
Manuela Glattacker

Zusammenfassung Ziel der Studie Ziel der Studie war es zu prüfen, inwieweit sich somatische, verhaltensbezogene und psychosoziale Zielgrößen im Laufe der Teilnahme an einem fünfwöchigen Programm zur stationären Rehabilitation für Betroffene mit Metabolischem Syndrom (META-Programm) verändern und inwieweit Veränderungen auch 3 Monate nach Ende des Programms nachweisbar sind. Methodik Initial beteiligten sich N=114 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit Metabolischem Syndrom an der Studie. Verhaltensbezogene und psychosoziale Zielgrößen wurden zu Beginn, am Ende und 3 Monate nach der Rehabilitation mittels Fragebögen erhoben. Hierbei wurden Merkmale des Essverhaltens, das subjektive Krankheitskonzept, Gesundheitskompetenz und psychosoziale Gesundheit erfasst. Zur Prüfung von Veränderungen der Zielgrößen im Zeitverlauf wurden t-Tests für abhängige Stichproben und Varianzanalysen mit Messwiederholung gerechnet. Ergebnisse Die meisten Zielgrößen verbesserten sich im Zeitverlauf signifikant und mit mittleren bis großen Effektstärken. So waren u. a. Blutdruck, Nüchternblutzucker und Blutfettwerte zum Ende der Rehabilitation deutlich verbessert. Im selbstberichteten Essverhalten 3 Monate nach Rehabilitation zeigten sich effektstarke Veränderungen gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen im Sinne einer nur moderaten Kontrolle des Essens, sportlicher Betätigung und der Umsetzung von Ernährungsempfehlungen. Die wahrgenommene Symptomlast, Sorgen und das Verständnis der Erkrankung als Merkmale des subjektiven Krankheitskonzepts veränderten sich von Beginn zum Ende des META-Programms positiv. Merkmale der psychosozialen Gesundheit verbesserten sich zum Ende der Rehabilitation ebenfalls. 3 Monate später war hier jedoch eine erneute, geringfügige Zunahme der Beeinträchtigungen im Sinne somatoformer Störungen oder der Depressivität festzustellen. Schlussfolgerungen Die signifikanten und zum Teil effektstarken Veränderungen der verschiedenen Zielgrößen entsprechen den Zielen des untersuchten Rehabilitationsprogramms. Zukünftige Forschung zu diesem oder vergleichbaren Programmen sollte jedoch längere Nachbeobachtungszeiträume und Designs vorsehen, die es erlauben, beobachtete Veränderungen eindeutig auf die Programmteilnahme zurückzuführen. Hierbei wäre auch zu klären, wie beobachtete Verbesserungen stabilisiert oder noch weiter gefördert werden können.


Author(s):  
Franziska D. Welzel ◽  
Katja Schladitz ◽  
Franziska Förster ◽  
Margrit Löbner ◽  
Steffi G. Riedel-Heller

Zusammenfassung Hintergrund Mit dem SARS-CoV-2-Ausbruchsgeschehen („Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2“, COVID-19) ist es zu einer Verunsicherung über Erkrankungsrisiko und Folgen der Virusinfektion in der Bevölkerung gekommen. Ältere Menschen gelten als Risikogruppe für schwere Infektionsverläufe und wurden im besonderen Maße zu sozialer Distanzierung aufgerufen. Gleichzeitig wurde die Sorge geäußert, dass sich Erkrankungsrisiko und soziale Isolation negativ auf die psychische Gesundheit älterer Menschen auswirken würden. Ziele der Arbeit Erfassung von psychosozialen Belastungen, vorhandenen Bewältigungsstrategien, Unterstützungsbedarfen und Kohärenzerleben älterer Menschen im Zusammenhang mit dem COVID-19-Ausbruchsgeschehen. Material und Methoden Die Studie folgt einem qualitativen Untersuchungsdesign. Zwischen Mai und Juni 2020 wurden telefonische Interviews mit 11 älteren Personen (70+) durchgeführt. Die Durchführung der Interviews erfolgte leitfadengestützt. Die Daten wurden mittels Audioaufzeichnung festgehalten, transkribiert und inhaltsanalytisch nach Mayring und Fenzl (2019) unter Nutzung von MAXQDA ausgewertet. Ergebnisse Die Probanden waren im Durchschnitt 74,8 Jahre alt. Bei den Befragten zeigte sich ein überwiegend stabiles Befinden und gutes Zurechtkommen mit dem COVID-19-Geschehen. Als wesentliche Ressourcen wurden Lebenserfahrung, frühere bewältigte Krisen, eine optimistische Grundhaltung und Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen genannt. Externe Unterstützungsangebote seien kaum in Anspruch genommen worden. Das Schließen seniorenspezifischer Treffpunkte wurde kritisch bewertet. Diskussion Ältere Menschen scheinen sich ihre psychosoziale Gesundheit trotz COVID-19-Pandemie überwiegend zu erhalten. Die Bedeutsamkeit mentaler Ressourcen älterer Menschen für die Unterstützung jüngerer Generationen bleibt bisher unerkannt.


2020 ◽  
Vol 23 (4) ◽  
pp. 847-868
Author(s):  
Michael Mutz ◽  
Johannes Müller

Zusammenfassung Die Forschung über abenteuer- und erlebnispädagogische Programme hat vielfach auf positive Effekte z. B. für Selbstwirksamkeit, Kompetenzerwerb oder psychosoziale Gesundheit hingewiesen. Weniger gut erforscht ist hingegen die Frage, unter welchen Bedingungen diese Effekte zu Stande kommen bzw. welche Erfahrungen mit welchen Veränderungen assoziiert sind. Anknüpfend an erlebnispädagogische Theorien gehen wir davon aus, dass a) die Neuartigkeit der Erfahrungen, b) die erfolgreiche Selbstüberwindung, c) das Kompetenzerleben und d) die Qualität der Einbindung in die Gruppe zentrale Erfolgsbedingungen darstellen. Empirisch prüfen wir die Bedeutung dieser Bedingungen in einem Prätest-Posttest-Design bei Jugendlichen (N = 76; 63 % männlich, 37 % weiblich) im Alter von 13 bis 20 Jahren, die an einer 10-tägigen erlebnispädagogischen Ferienfreizeit teilnahmen. Die Ergebnisse zeigen zunächst, dass sich im Durchschnitt positive Veränderungen in der Selbstwirksamkeitserwartung, im Selbstwertgefühl und im emotionalen Wohlbefinden im Verlauf des Programms ergeben haben. Diese Effekte sind besonders bei den Jugendlichen zu beobachten, die sich bei den Programmaktivitäten als sehr kompetent erlebten. Punktuell hängen positive Veränderungen auch mit der Neuartigkeit der Aktivität und der Qualität des Gemeinschaftserlebens zusammen. Der oft in der Theoriedebatte fokussierte Aspekt der Selbstüberwindung scheint weniger relevant zu sein.


2020 ◽  
Vol 47 (04) ◽  
pp. 179-189 ◽  
Author(s):  
Susanne Röhr ◽  
Felix Müller ◽  
Franziska Jung ◽  
Christian Apfelbacher ◽  
Andreas Seidler ◽  
...  

Zusammenfassung Ziel der Studie Zusammenschau von Evidenz über psychosoziale Folgen von Quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden Coronavirus-Ausbrüchen vor COVID-19. Entsprechende Erkenntnisse liefern wichtige Bezugspunkte zur COVID-19-Pandemie. Methodik Suche in der MEDLINE-Datenbank nach relevanten Studien bei SARS-CoV- und MERS-CoV-Ausbrüchen. Ergebnisse Insgesamt 13 selektierte Studien beschreiben konsistent psychosoziale Folgen von Quarantänemaßnahmen, darunter Depressivität, Ängstlichkeit, Wut, Stress, posttraumatische Belastung, soziale Isolation, Einsamkeit und Stigmatisierung. Determinanten waren u. a. die Dauer der Quarantäne und Einkommensverluste. Tätige im Gesundheitswesen waren eine besonders vulnerable Gruppe. Schlussfolgerung Quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden Coronavirus-Ausbrüchen haben negative Konsequenzen für die psychosoziale Gesundheit. Präventions- und Interventionsansätze zur Reduktion der psychosozialen Folgen sollten integraler Bestandteil des Krisenmanagements unter Pandemiebedingungen sein.


2019 ◽  
Vol 27 (4) ◽  
pp. 273-278
Author(s):  
Ronja Runge ◽  
Renate Soellner

Zusammenfassung Der Beitrag stellt Entwicklungstrends der Ergebnisse des „Communities That Care“ Kinder- und Jugendsurveys der Jahre 2013–2017 in Niedersachsen vor. Im Fokus stehen der Substanzkonsum sowie die psychosoziale Gesundheit der Jugendlichen in Form von depressiven Symptomen und Opferwerdung von Mobbing und Partnergewalt. Die Ergebnisse sprechen für ein stabiles, zu Teilen auch gesundheitsbewussteres Verhalten über die Zeit. Mädchen zeigen einen Trend hinsichtlich schlechterer psychischer Gesundheit.


2018 ◽  
Vol 81 (12) ◽  
pp. 977-985
Author(s):  
Lea-Sophie Borgmann ◽  
Petra Rattay ◽  
Thomas Lampert

ZusammenfassungDie Lebenssituation alleinerziehender Mütter und Väter geht mit spezifischen Anforderungen einher, aus denen im Vergleich zu Eltern in Partnerschaft höhere psychosoziale und körperliche Belastungen entstehen können. Dabei wird sozialer Unterstützung als Ressource eine protektive Rolle zugeschrieben. Der vorliegende Beitrag untersucht, inwiefern soziale Unterstützung das Ausmaß der psychosozialen Belastungen von Alleinerziehenden moderiert. Datenbasis bilden die Erhebungen 2009, 2010 und 2012 der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert Koch-Instituts. Die Stichprobe alleinerziehender Eltern umfasst 2062 Mütter und 242 Väter. Mit logistischen und negativ-binomialen Regressionen wird für Alleinerziehende die Bedeutung sozialer Unterstützung für seelische Belastungen (selbstberichtete Anzahl seelisch belasteter Tage in den letzten 4 Wochen) sowie Depressionen (12-Monats-Prävalenz) geschätzt (adjustiert für familiäre und sozioökonomische Faktoren). Alleinerziehende Mütter mit geringer sozialer Unterstützung haben eine doppelt so hohe statistische „Chance“ (OR=2,0; 95%-KI: 1,35–2,87) für mindestens einen seelisch belasteten Tag im Vergleich zu alleinerziehenden Müttern mit starker sozialer Unterstützung. Bei alleinerziehenden Vätern ist diese „Chance“ bei geringer sozialer Unterstützung um das 3,3-Fache (95%-KI: 1,09–10,23) erhöht. Die Anzahl seelisch belasteter Tage unter alleinerziehenden Müttern steigt bei geringer sozialer Unterstützung um das 1,4-Fache (95%-KI: 1,20–1,66) (IRR). Für alleinerziehende Väter zeigt sich ein IRR von 1,7 (95%-KI: 0,97–3,01). Die „Chance“ für eine Depression in den letzten 12 Monaten ist bei alleinerziehenden Müttern mit geringer sozialer Unterstützung um das 1,8-Fache (95%-KI: 1,18–2,67) und für alleinerziehende Väter um das 2,1-Fache (95%-KI: 0,51–8,83) erhöht. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Unterstützung für alleinerziehende Eltern eine wichtige Ressource für die psychosoziale Gesundheit ist und unabhängig von den Lebensumständen wirkt. Forschungsbedarf besteht in Hinblick auf weitere Einflussfaktoren sowie Interaktionen zwischen sozioökonomischem Status (SES) und sozialer Unterstützung.


2013 ◽  
Vol 07 (02) ◽  
pp. 84-90
Author(s):  
I. Olshausen ◽  
J.M. Peil ◽  
G. Wagner ◽  
B. Wüsten ◽  
J. Mörler

ZusammenfassungKIKS UP ist ein bundesweit mehrfach ausgezeichnetes, ganzheitliches Präventionsprogramm, das in seinen Maßnahmen die Bereiche psychosoziale Gesundheit (KIKS UP-Leben), Ernährungsbildung und Genusstraining (KIKS UP-Genuss) sowie Bewegungsförderung (KISK UP-Fit) in einem Konzept verbindet, um Bewegungsmangel, Fehlernährung sowie Sucht- und Gewaltverhalten vorzubeugen. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, wobei KIKS UP auch die an der Erziehung Beteiligten mit einbezieht. Orientiert am Rahmenkonzept der Salutogenese steht die Stärkung der Lebenskompetenzen im Mittelpunkt der Präventionsarbeit von KIKS UP. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt auf Basis eines breiten Netzwerkes von Institutionen und Fachkräften verschiedener Disziplinen. Erfahrungen und Evaluationsergebnisse nutzt das KIKS UP-Team zur Verbesserung der Wirksamkeit des Programms. So erhöht sich die Reichweite mit Fokussierung auf Multiplikatorenschulungen und Gründung der KIKS UP-Akademie als Fortbildungseinrichtung für ganzheitliche Prävention. Die Einführung der Zertifizierung stärkt die Motivation zur Umsetzung aller drei KIKS UP-Bereiche. Der Aufbau des Netzwerkes “KIKS UP-familie.net” intensiviert die Präventionsarbeit in Vereinen.


Author(s):  
Markus P. Neuenschwander ◽  
Nicole Frank

Zusammenfassung. Lebensziele sind wichtige Referenzen für soziales Handeln. Ausgehend von der Selbstbestimmungstheorie wurden Sozialisationsprozesse in der Familie untersucht, die das Entstehen der Lernmotivation in der Sek II und der Lebensziele im jungen Erwachsenenalter erklärten. Es wurden Daten des Längsschnittprojekts Familie-Schule-Beruf (FASE B) mit 134 Schülerinnen und 83 Schülern im Kanton Bern (Schweiz) ausgewertet (Erhebungsjahre 2002, 2006, 2008; 1. Messung im 8. Schuljahr). Hierarchische Regressionsanalysen belegten zwei Sozialisationsmuster: (1) Autonomie orientierte Elternreaktionen, vermittelt über ermutigende Elternmotivierung und intrinsische Lernmotivation, sagten das Lebensziel psychosoziale Gesundheit vorher. (2) Ergebnis orientierte Elternreaktionen, vermittelt über sozial vergleichende Elternmotivierung, sagten die materiellen Lebensziele vorher. In der Diskussion werden außerfamiliäre Bedingungen für die Entwicklung von Lebenszielen beurteilt.


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