protektives stoma
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Der Chirurg ◽  
2010 ◽  
Vol 81 (11) ◽  
pp. 962-967 ◽  
Author(s):  
A. Ulrich ◽  
J. Weitz ◽  
M.W. Büchler
Keyword(s):  

Swiss Surgery ◽  
2003 ◽  
Vol 9 (3) ◽  
pp. 105-113 ◽  
Author(s):  
Wagner ◽  
Egger

In der Darmchirurgie ist die Anastomoseninsuffizienz eine der am meisten gefürchteten und bedeutendsten Komplikation. Die Rate der klinisch manifesten, intestinalen Anastomoseninsuffizienz liegt je nach Literatur zwischen 3.4% und 12%, und mindestens ein Drittel der perioperativen Mortalität ist auf ein Leck im Bereiche der Anastomose zurückzuführen. In diesem Kontext erscheinen die Kenntnisse der Faktoren, welche die Anastomosenheilung beeinflussen umso bedeutender. Neben chirurgisch-technischen (Nahttechnik, Nahtmaterial) und chirurgisch-taktischen Faktoren (primäre Anastomose vs. Diskontinuitätsoperation oder protektives Stoma usw.), sind die Kenntnisse der endogenen (Diabetes, Infektion, Sepsis, Malnutrition und andere) und exogenen Faktoren (Steroide, Strahlentherapie, Darmvorbereitung und andere), welche die Anastomosenheilung begünstigend bzw. beeinträchtigend beeinflussen, entscheidend. Um diese Faktoren identifizieren zu können, sind Studien im Tiermodell und auch Qualitätskontrollen bei den eigenen Patienten ungemein wichtig. Kürzlich konnte z.B. gezeigt werden, dass Mycophenolat Mofetil (Cellcept, MMF), ein Immunsuppressivum, welches vor allem in der Transplantation und auch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird, eine nachweislich beeinträchtigende Wirkung auf die mechanische Stabilität der heilenden Anastomose hat. Im Gegensatz dazu führen z.B. Keratinozytenwachstumsfaktor (KGF) und Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor-I (IGF-I) zu einer Beschleunigung der Anastomosenheilung mit deutlicher Verbesserung der frühpostoperativen mechanischen Stabilität im Tiermodell. Diese Studien zur Identifizierung von weiteren, die Anastomosenheilung beeinflussenden Faktoren und Medikamenten sind von Bedeutsamkeit, weil sie grosse klinische Implikationen haben könnten. Die traditionelle Anlage von protektiven Ileostomatas nach koloanalen und ileopouch-analen Anastomosen, sowie Diskontinuitätsresektionen nach Hartmann, könnten selbst bei immunsupprimierten und anderen Hochrisiko-Patienten vermieden werden.


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