funktionale differenzierung
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MedienJournal ◽  
2019 ◽  
Vol 43 (2) ◽  
pp. 4-22
Author(s):  
Florian Arendt ◽  
Hans-Bernd Brosius

In diesem Beitrag untersuchen wir die Beziehung zwischen historischem Medienwandel und dem dadurch bedingten Wandel sozialer Vergleichsprozesse. Die im Rahmen dieser Studie durchgeführte interpretative Analyse verdeutlicht, dass es im Vergleich zum vor(massen)medialen Zeitalter zu einer Inflation medial vermittelter Vergleiche mit idealisierten Vergleichspersonen kam, die nicht aus dem persönlichen Erfahrungszusammenhang, sondern aus den unterschiedlichsten Milieus stammten. Durch die Verbreitung der gleichen, weil mechanisch vervielfältigten, Vergleichspersonen durch periodische Druckwerke kam es anfangs tendenziell zu einer Homogenisierung der Vergleichsprozesse: Leserinnen und Leser aus den unterschiedlichsten Milieus hatten nun vermehrt ähnliche medial vermittelte Vergleichspersonen in ihrem Erfahrungsraum. Dies änderte sich erst wieder durch die funktionale Differenzierung des Mediensystems, welche es Rezipientinnen und Rezipienten ermöglichte, durch selektive Rezeptionsentscheidungen aktiv in die Auswahl der Vergleichspersonen einzugreifen. Ein weiterer Befund ist, dass die Medien anfänglich vermutlich diachrone Vergleichsprozesse vermehrten, wobei technologische Fortschritte Vergleichsprozesse über die Zeit tendenziell wieder synchroner machten. Wir argumentieren, dass die Berücksichtigung der historischen Perspektive für die Rezeptions- und Wirkungsforschung gewinnbringend ist. Sie gestattet es, Rezeptions- und Wirkungsphänomene, welche im Hier und Jetzt untersucht werden, in einen größeren historischen Kontext einzuordnen.


2017 ◽  
Vol 37 (1) ◽  
Author(s):  
Anna Henkel

ZusammenfassungÜber verschiedene soziologische Paradigmata hinweg wird die moderne Gesellschaft charakterisiert durch Individualisierung, Bürokratisierung und funktionale Differenzierung. Dieser Beitrag geht von der These aus, dass die moderne Gesellschaft zusätzlich sich auszeichnet durch einen spezifischen, nämlich „verdinglichten“ Materialitätszugriff und fragt nach dem Beitrag des Rechts in dessen Genese. Im Sinne eines Forschungsstands wird zunächst aufgezeigt, wie Recht und Rechtssoziologie seit dem 19. Jahrhundert auf eine sich ändernde gesellschaftliche Materialität reagieren. Um dem analytisch näher nachgehen zu können, wird vorgeschlagen, die Systemtheorie ausgehend vom frühen Sinnbegriff Luhmanns materialitätstheoretisch zu erweitern. Die Wirkung des Rechts in einer Verdinglichung der Materialität wird mit Hilfe dieses erweiterten Analyserahmens anhand zweier Fälle exemplifiziert, dem Pharmakon und der Terra. Es zeigt sich, dass und wie Materialität in beiden Fällen von konkreten persönlichen Interpretationen oder Garantieleistungen unabhängig fungibel wird. Abschließend werden mögliche Implikationen dieser gesellschaftstheoretischen Überlegungen etwa mit Blick auf Nachhaltigkeit diskutiert.


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