Zusammenfassung
Hintergrund
Der potenzielle Nutzen des verbesserten Weichteilkontrastes von MR-Sequenzen gegenüber der Computertomographie (CT) für die Radiotherapie des Prostatakarzinoms ist bekannt und führt zu konsistenteren und kleineren Zielvolumina sowie verbesserter Risikoorganschonung. Hybridgeräte aus Magnetresonanztomographie (MRT) und Linearbeschleuniger (MR-Linac) stellen eine neue vielversprechende Erweiterung der radioonkologischen Therapieoptionen dar.
Material und Methoden
Dieser Artikel gibt eine Übersicht über bisherige Erfahrungen, Indikationen, Vorteile und Herausforderungen für die Radiotherapie des primären Prostatakarzinoms mit dem 1,5-T-MR-Linac.
Ergebnisse
Alle strahlentherapeutischen Therapieindikationen für das primäre Prostatakarzinom können mit dem 1,5-T-MR-Linac abgedeckt werden. Die potenziellen Vorteile umfassen die tägliche MR-basierte Lagekontrolle in Bestrahlungsposition und die Möglichkeit der täglichen Echtzeitanpassung des Bestrahlungsplans an die aktuelle Anatomie der Beckenorgane (adaptive Strahlentherapie). Zusätzlich werden am 1,5-T-MR-Linac funktionelle MRT-Sequenzen für individuelles Response-Assessment für die Therapieanpassung untersucht. Dadurch soll das therapeutische Fenster weiter optimiert werden. Herausforderungen stellen u. a. die technische Komplexität und die Dauer der Behandlungssitzung dar.
Schlussfolgerung
Der 1,5-T-MR-Linac erweitert das radioonkologische Spektrum in der Therapie des Prostatakarzinoms und bietet Vorteile durch tagesaktuelle MRT-basierte Zielvolumendefinition und Planadaptation. Weitere klinische Untersuchungen sind notwendig, um die Patienten zu identifizieren, die von der Behandlung am MR-Linac gegenüber anderen strahlentherapeutischen Methoden besonders profitieren.