phonologische bewusstheit
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2020 ◽  
Vol 9 (4) ◽  
pp. 193-202
Author(s):  
Sina Simone Huschka ◽  
Kim Raquel Emde ◽  
Janin Brandenburg

Zusammenfassung. In Deutschland wachsen viele Kinder mit mehr als nur einer Muttersprache auf – dies kann ein mögliches Risiko für den Schriftspracherwerb darstellen, wenn die Unterrichtssprache Deutsch nicht ausreichend beherrscht wird. Wichtige Grundlagen für den Schriftspracherwerb werden bereits vor dem Schuleintritt gelegt. Daher beschäftigt sich die vorliegende Studie mit der Frage, ob die Vorhersage von Lese- und Rechtschreibleistungen durch vorschulische Kompetenzen für einsprachig deutsche Kinder und mehrsprachige Kinder vergleichbar ist. Bei 162 einsprachig und 143 mehrsprachig aufwachsenden Kindern wurden im letzten Kindergartenjahr die phonologische Bewusstheit, die Benenngeschwindigkeit, die phonologische Schleife und die behaviorale Selbstregulation erfasst. Am Ende der ersten Klasse erfolgte die Überprüfung von Lesegeschwindigkeit, Leseverständnis und Rechtschreiben. Die durchgeführten Strukturgleichungsmodelle zeigten zum Teil differenzielle Prädiktionsmuster für die Gruppen: Bei den mehrsprachigen Kindern war nur die Benenngeschwindigkeit prädiktiv für die Lesegeschwindigkeit, bei den einsprachigen Kindern zusätzlich die phonologische Schleife. Für das Leseverständnis und das Rechtschreiben setzte sich bei den mehrsprachigen Kindern einzig die phonologische Bewusstheit als Prädiktor durch, während bei den einsprachigen Kindern die Benenngeschwindigkeit ebenfalls prädiktiv war.


2020 ◽  
Vol 29 (4) ◽  
pp. 221-228
Author(s):  
Maria von Salisch ◽  
Katharina Voltmer

Zusammenfassung. Umfangreiche Forschungen bestätigen, dass eine hohe phonologische Bewusstheit jungen Kindern den Schriftspracherwerb in der Grundschule erleichtert. Unklar ist jedoch, ob ihr Emotionswissen über die bekannten Prädiktoren Alter, sozial-ökonomischer Status (SÖS), Migrationshintergrund, kognitive Fähigkeiten, Wortschatz und Selbstregulation hinaus Einfluss auf ihre spätere phonologische Bewusstheit nimmt. In einer Längsschnittuntersuchung wurde das Emotionswissen, der nonverbale IQ, das Satzverständnis und die behaviorale Selbstregulation von N = 280 Kindern ( MAlterT1 = 49.8 Monate) zu T1 erhoben. Etwa ein Jahr später wurde die phonologische Bewusstheit erfasst. Eine hierarchische Regression zeigte, dass das Emotionswissen über die Einwanderung und den SÖS der Familie und über Alter, IQ, Satzverständnis und Selbstregulation des Kindes hinaus Varianz der späteren phonologischen Bewusstheit aufklärte. Dieses Ergebnis wird in Hinblick auf die soziale Natur des frühen Lernens diskutiert.


2020 ◽  
Vol 9 (2) ◽  
pp. 97-110
Author(s):  
Nurit Viesel-Nordmeyer ◽  
Ute Ritterfeld ◽  
Wilfried Bos

Zusammenfassung. Jüngere Studien weisen auf die Komorbidität von altersabweichenden Sprachentwicklungsdefiziten und mathematischen Schwächen im Schulalter hin. Darüber hinaus erweist sich das Arbeitsgedächtnis als bedeutsam, weil es mit beiden Lernprozessen verbunden ist. Unter Nutzung von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS; n = 412) sollten deshalb generelle Einflüsse sprachlicher Kompetenzen und des Arbeitsgedächtnisses (phonologische Schleife, zentrale Exekutive) auf die mathematische Kompetenzentwicklung zwischen Vorschul- und Grundschulalter (4 – 7 Jahre) identifiziert werden. Es zeigten sich neben einem langfristigen Einfluss von Wortschatz und Grammatik auf mathematisches Lernen eine altersabhängige Beteiligung einzelner Arbeitsgedächtniskomponenten. Direkte Einflüsse auf mathematische Kompetenzen im Vorschulalter nimmt die zentrale Exekutive und in der ersten Klassenstufe die phonologische Schleife. Indirekt werden Einflüsse der phonologischen Schleife auf vorschulische mathematische Kompetenzen über sprachliche Vorläufer (phonologische Bewusstheit, frühe Buchstabenkenntnis) mediiert. Stark ausgeprägte Grammatikleistungen im Vorschulalter beeinflussen positiv die weitere Leistungsfähigkeit der phonologischen Schleife und der zentralen Exekutive. Die Bedeutung des Zusammenspiels von Sprache, früher mathematischer Kompetenzen und beider Arbeitsgedächtniskomponenten für die Entwicklung mathematischen Lernens wird diskutiert.


2019 ◽  
Vol 8 (3) ◽  
pp. 191-191
Author(s):  
Irene Corvacho del Toro

Author(s):  
Anna Höse ◽  
Anne Wyschkon ◽  
Svenja Moraske ◽  
Marie Eggeling ◽  
Sabine Quandte ◽  
...  

Zusammenfassung. Fragestellung: Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Überprüfung der kurz- und mittelfristigen Wirksamkeit einer vorschulischen Förderung der phonologischen Bewusstheit und der Buchstaben-Laut-Verknüpfung bei Kindern mit einem Risiko für die Entwicklung einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS). Es soll die Frage geklärt werden, ob durch das Training spätere Defizite im Lesen und Rechtschreiben vermindert werden können. Methodik: 25 Risikokinder für die Entwicklung einer LRS wurden mit den Programmen Hören, Lauschen, Lernen 1 und 2 ( Küspert & Schneider, 2008 ; Plume & Schneider, 2004 ) von Erziehern in den Kindergärten gefördert und 60 ungeförderten Risikokindern gegenübergestellt. Ergebnisse: Hinsichtlich der kurzfristigen Wirksamkeit konnte ein deutlicher Zuwachs bei den trainierten gegenüber den untrainierten Risikokindern in den Leistungen der phonologischen Bewusstheit verzeichnet werden. Es zeigte sich jedoch keine Überlegenheit der Trainingsgruppe in Bezug auf phonologische Bewusstheit, Lesen und Schreiben im ersten Schuljahr. Nur im Hinblick auf die Leseschwächen der Erstklässler war eine Verringerung in der Trainingsgruppe relativ zur Kontrollgruppe erkennbar. Schlussfolgerungen: Für eine bessere Identifikation von gefährdeten Kindern für die Entwicklung einer LRS sollten zukünftig neben der phonologischen Bewusstheit zusätzliche Prädiktoren aufgenommen werden. Um einer LRS vorzubeugen, müssten über die phonologische Bewusstheit hinaus zusätzlich als bedeutsam erkannte Defizite der Kinder diagnostiziert, trainiert und die entsprechenden Effekte evaluiert werden.



2016 ◽  
Vol 5 (3) ◽  
pp. 150-156
Author(s):  
Franziska Degé ◽  
Gudrun Schwarzer

Zusammenfassung. Studien belegen, dass ein Musiktraining die phonologische Bewusstheit im Vorschulalter fördern kann. Ziel dieses Beitrages ist es, mögliche Erklärungen für diesen Einfluss zu beschreiben, den Nutzen eines solchen Trainings zu diskutieren und wichtige Bestandteile eines erfolgreichen Trainings zusammenzutragen. Dabei zeigt sich, dass existierende Erklärungsansätze den Einfluss eines Musiktrainings auf die phonologische Bewusstheit teilweise erklären könnten. Außerdem belegen Studien, dass ein Musiktraining ähnlich hohe Effektstärken erreicht wie ein spezifisches Training der phonologischen Bewusstheit. Darüber hinaus konnten auch Kinder mit Migrationshintergrund von musikalischer Förderung profitieren. Diese letzten beiden Punkte zeigen, dass ein Musiktraining eine nützliche Ergänzung zu bereits existierenden Trainingsprogrammen zur phonologischen Bewusstheit sein kann. Des Weiteren sollten in einem Musiktraining, das darauf abzielt die phonologische Bewusstheit zu trainieren, sowohl Aufgaben zur Musikwahrnehmung als auch Aufgaben zur Musikproduktion enthalten sein.


2016 ◽  
Vol 5 (1) ◽  
pp. 58-68 ◽  
Author(s):  
Kathrin Hippmann ◽  
Simone Jambor-Fahlen ◽  
Michael Becker-Mrotzek

Zusammenfassung. In der Studie wird ein Diagnose- und Fördermaterial untersucht, welches die zentralen Bereiche des Schriftspracherwerbs erfasst und für die Klassen 1 und 2 entwickelt wurde. Das Material testet in einem längsschnittlichen Design während der ersten beiden Schuljahre die phonologische Bewusstheit, das frühe Schriftwissen, die Lese- und Schreibfähigkeiten sowie die Textkompetenz. Das Ziel des Instruments ist die ökonomische, praktikable und valide Identifikation von Kindern die besonderer Förderung im Schriftspracherwerb bedürfen. Die vorliegende Untersuchung zielt darauf ab zu überprüfen, inwieweit das Instrument diese Anforderung konsistent über vier Messzeitpunkte innerhalb des ersten Schuljahres in den Bereichen Vorläuferfähigkeiten und Leseleistung erfüllen kann. Zunächst wurde eine erste Einschätzung der Vorhersagegüte anhand eines Vergleichs mit der in der Literatur berichteten Prävalenzrate vorgenommen. In einem nächsten Schritt wurden anhand der Kennwerte der klassifikatorischen Vorhersage und des Ratz-Index analysiert, inwiefern die anhand ihrer Leistung in den Vorläuferfähigkeiten zu Beginn des Schriftspracherwerbs als Risikokinder eingestuften Kinder korrekt identifiziert wurden. Die Ergebnisse weisen die vorschulische Diagnostik als problematisch aus. Daraufhin erfolgte eine genauere Betrachtung der Leseentwicklung der Kinder und darauf basierend die Erstellung unterschiedlicher Lesergruppen. Hier zeigt sich, dass die Leseentwicklung als dynamischer Prozess anzusehen ist, in dessen Verlauf die Kinder nicht unbedingt ein Leseniveau beibehalten. Die Schnittmenge der zum jeweiligen Messzeitpunkt festgestellten Risikokinder ist relativ gering, da auch die schwachen Leser keine stabile Gruppe darstellen. Die Dynamik der Leseentwicklung besonders zu Beginn des Schriftspracherwerbs kann zur Erklärung der schlechten Vorhersagewerte beitragen.


Author(s):  
Birgit Gorecki ◽  
Karin Landerl

Zusammenfassung. In der Forschungsliteratur besteht Konsens, dass phonologische Bewusstheit ein spezifischer Prädiktor für den Schriftspracherwerb ist. Eine genaue Klärung des reziproken Zusammenhangs zwischen phonologischer Bewusstheit und Lesen liegt bisher allerdings nicht vor, da viele Längsschnittstudien die Lesefähigkeiten zum ersten Messzeitpunkt nicht berücksichtigten. In dieser Arbeit wird untersucht, ob phonologische Bewusstheit Leseleistungen auch dann prädiziert, wenn eine Kontrolle des frühen Lesens erfolgt. An 340 deutschsprachigen Kindern wurden Lesen und phonologische Bewusstheit zu Schuleintritt und am Ende der ersten Klasse erhoben. Ein Strukturgleichungsmodell zeigte, dass unter Berücksichtigung der Lesefähigkeiten am Anfang der ersten Klasse keine signifikante Prädiktion der phonologischen Bewusstheit auf die späteren Leseleistungen vorlag. Die Vorhersagekraft der phonologischen Bewusstheit für spätere Lesefähigkeiten ist offenbar vorwiegend durch frühe Lesekompetenzen erklärbar.


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