deutsche krebsgesellschaft
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2020 ◽  
Vol 17 (02) ◽  
pp. 113-120
Author(s):  
Ulrike Annette Anja Fritz ◽  
Holger Pfaff ◽  
Lena Roth ◽  
Michael Swora ◽  
Sophie Elisabeth Groß

Zusammenfassung Zielsetzung Diese Studie untersucht den Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die Art der Verdachtsdiagnosestellung und das Tumorstadium zum Diagnosezeitpunkt bei Brustkrebs. Material und Methoden Im Rahmen der Zertifizierung der Brustkrebszentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) wurden vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) bundesweit poststationäre postalische Patientenbefragungen durchgeführt (n = 852). Der Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die Art der Diagnosestellung und auf das Tumorstadium wurde jeweils mithilfe einer multinominalen logistischen Regressionsanalyse untersucht. Ergebnisse 45,5 % der Patientinnen haben ihren Tumor selbst ertastet, 33,4 % wurden im Rahmen des Mammografiescreenings und 16,6 % bei einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert. Eine Diagnosestellung im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen (KFU) war mit einem frühen Tumorstadium assoziiert. Patientinnen mit einem niedrigen Bildungsstatus und gesetzlich Versicherte hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit, bei einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert zu werden. Patientinnen im Mammografiescreening-Alter (50–69 Jahre) hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein frühes Tumorstadium, Patientinnen mit einem niedrigen Bildungsstatus hatten dafür eine geringere Wahrscheinlichkeit. Schlussfolgerung Die Hälfte der Patientinnen wurde außerhalb der KFU diagnostiziert. Das Mammografiescreening zeigt sich als sensitiveres Mittel zur Detektion früher Tumorstadien, da eine Assoziation zwischen einer Diagnosestellung im Rahmen der KFU und einem frühen Tumorstadium gegeben ist. Ein Alter außerhalb des Screeningbereichs und ein niedriger Bildungsabschluss stellen möglicherweise soziodemografische Risikofaktoren für ein fortgeschrittenes Tumorstadium dar. Hohe Teilnehmerraten an den KFU, insbesondere der genannten Risikogruppen, erscheinen daher wichtig, um Versorgungsungleichheiten zu minimieren.


Der Chirurg ◽  
2020 ◽  
Vol 91 (12) ◽  
pp. 1053-1061
Author(s):  
Tobias Robold ◽  
Michael Ried ◽  
Reiner Neu ◽  
Hans-Stefan Hofmann

Zusammenfassung Hintergrund Im Rahmen der aktuellen Diskussion des G‑BA zur Einführung neuer Mindestmengenregelungen (MMR) in Deutschland untersucht die vorliegende Studie das Meinungsbild aktiver Thoraxchirurgen zu Mindestmengen (MM) bei der operativen Behandlung des Lungenkarzinoms. Methoden Die Auswahl der thoraxchirurgischen Zentren für die Onlinebefragung erfolgte auf Basis des Krankenhausverzeichnisses 2017 (Bundesamt für Statistik), der Lungenkrebszentren (Deutsche Krebsgesellschaft), der zertifizierten Kompetenzzentren Thoraxchirurgie (Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie), der Kliniken mit thoraxchirurgischem Schwerpunkt und der deutschen Universitätskliniken. Abgefragt wurde der potenzielle Einfluss einer MMR auf die Ergebnisqualität, Versorgungsqualität, ökonomische Aspekte und auf die Versorgungsstruktur. Des Weiteren wurde eine Empfehlung für eine MM gefordert und aktuelle Ausnahmeregelungen bewertet. Ergebnisse Es wurden 145 Kliniken (Rücklaufquote 85 %) mit 454 Thoraxchirurgen (Rücklaufquote 54 %) kontaktiert. Bei hoher Akzeptanz von MM zur Verbesserung der Ergebnisqualität erwarten 78,4 % der befragten Operateure eine Zentralisierung der chirurgischen Versorgung, welche jedoch nach Aussage von 70,1  % zu keiner Verschlechterung der Versorgung von Lungenkrebspatienten führen würde. Etwa 46,1 % der Teilnehmer rechnen mit einer ökonomischeren Versorgung und 83,3 % sprachen sich für die Einführung einer MMR mit einer durchschnittlichen MM von 67 anatomischen Lungenresektionen pro Jahr und pro Zentrum aus. Schlussfolgerung Eine MMR zur chirurgischen Therapie des Lungenkarzinoms findet unter aktiven Thoraxchirurgen eine hohe Akzeptanz. Die geforderte MM (n = 67) liegt etwas unter der Vorgabe für chirurgische Primärfälle eines zertifizierten Lungenkrebszentrums.


Author(s):  
Melchior Lauten ◽  
Udo Kontny ◽  
Michaela Nathrath ◽  
Martin Schrappe

ZusammenfassungDie Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) haben Kriterien für die DKG-Zertifizierung der Kinderonkologie erarbeitet, nach denen 2017 in Deutschland erstmals pädiatrisch-onkologische Abteilungen zertifiziert wurden. Das Ziel der DKG-Zertifizierung ist „die Vereinheitlichung und die transparente Darstellung der Versorgungsqualität für pädiatrische Patientinnen und Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen“, wie 2018 in einer Veröffentlichung von Mensah et al. dargestellt. Die Auswahl der Zertifizierungskriterien hat innerhalb der GPOH zu einer intensiven Diskussion darüber geführt, inwieweit die Kriterien für sich genommen einer wissenschaftlichen Überprüfbarkeit standhalten und damit valide Parameter für die Bestimmung der Versorgungsqualität in der Kinderonkologie in Deutschland darstellen.Wir haben untersucht, ob aus der Arbeit von Mensah et al. valide Folgerungen für das deutsche Gesundheitssystem ableitbar sind. Dabei zeigt sich, dass die momentan definierten DKG-Zertifizierungskriterien für die Kinderonkologie in Deutschland in kritischen Bereichen einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage entbehren.Diese Arbeit stellt Fallzahlen als Maß für Qualität in der Kinderonkologie infrage und regt die Entwicklung alternativer Kriterien für die Überprüfbarkeit von Qualität in der deutschen Kinderonkologie an.


2019 ◽  
Vol 82 (08/09) ◽  
pp. 684-690 ◽  
Author(s):  
Ulrike Annette Anja Fritz ◽  
Holger Pfaff ◽  
Lena Roth ◽  
Micheal Swora ◽  
Sophie Elisabeth Groß

Zusammenfassung Zielsetzung Diese Studie untersucht den Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die Art der Verdachtsdiagnosestellung und das Tumorstadium zum Diagnosezeitpunkt bei Brustkrebs. Material und Methoden Im Rahmen der Zertifizierung der Brustkrebszentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) wurden vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) bundesweit poststationäre postalische Patientenbefragungen durchgeführt (n=852). Der Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die Art der Diagnosestellung und auf das Tumorstadium wurde jeweils mithilfe einer multinomialen logistischen Regressionsanalyse untersucht. Ergebnisse 45,5% der Patientinnen haben ihren Tumor selbst ertastet, 33,4% wurden im Rahmen des Mammografie-Screenings und 16,6% bei einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert. Eine Diagnosestellung im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen (KFU) war mit einem frühen Tumorstadium assoziiert. Patientinnen mit einem niedrigen Bildungsstatus und gesetzlich Versicherte hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit bei einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert zu werden. Patientinnen im Mammografie-Screening-Alter (50–69 Jahre) hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein frühes Tumorstadium, Patientinnen mit einem niedrigen Bildungsstatus hatten hierfür eine geringere Wahrscheinlichkeit. Schlussfolgerung Die Hälfte der Patientinnen wurde außerhalb der KFU diagnostiziert. Das Mammografie-Screening zeigt sich als sensitiveres Mittel zur Detektion früher Tumorstadien, da eine Assoziation zwischen einer Diagnosestellung im Rahmen der KFU und einem frühen Tumorstadium gegeben ist. Ein Alter außerhalb des Screening-Bereichs und ein niedriger Bildungsabschluss stellen möglicherweise Soziodemografische Risikofaktoren für ein fortgeschrittenes Tumorstadium dar. Hohe Teilnehmerraten an den KFU, insbesondere der genannten Risikogruppen, erscheinen daher wichtig, um Versorgungsungleichheiten zu minimieren.


2018 ◽  
Vol 230 (06) ◽  
pp. 314-318 ◽  
Author(s):  
Jumana Mensah ◽  
Heribert Jürgens ◽  
Angelika Eggert ◽  
Simone Wesselmann

ZusammenfassungMit dem neuen Zertifizierungsmodul wird die Entwicklung der interdisziplinären Vernetzung und eines zentralisierten Engagements für eine hohe Versorgungsqualität in der Kinderonkologie konsequent fortgeführt. Das neue Modul wurde gemeinsam durch die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) 2016 initiiert. Der umfassende Anforderungskatalog, ausgehend von, aber nicht begrenzt auf die GBA-Richtlinie, konnte bisher von 7 Pilotzentren erfolgreich umgesetzt und dessen Praxistauglichkeit bestätigt werden. Interessierte Zentren können sich ab sofort für eine Zertifizierung als Kinderonkologisches Zentrum anmelden.


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