fachdidaktisches wissen
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Author(s):  
Susanne Wißhak ◽  
Caroline Bonnes ◽  
Sabine Hochholdinger

ZusammenfassungDer vorliegende Beitrag in der Zeitschrift Gruppe. Interaktion. Organisation (GIO) beinhaltet die Vorstellung, theoretische Einordnung und inhaltliche Validierung eines Selbst- und Fremdbewertungsinstruments für Trainerwissen.Trainer/innen sind Personen, die berufliche und betriebliche Fort- und Weiterbildungsangebote durchführen. Von ihren Kompetenzen und ihrem Wissen hängt die Qualität betrieblicher Weiterbildungen ab. Ausgehend von einer literaturbasierten Anforderungsermittlung wurde zunächst ein Fragebogen bezüglich des von Trainer/innen benötigten professionellen Handlungswissens entwickelt. Dieser Fragebogen lässt sich in einer modifizierten Form, dem Instrument zur Einschätzung des professionellen Handlungswissens von Trainer/innen (ProwisT), auch für die Selbst- oder Fremdeinschätzung des Wissens von Trainer/innen einsetzen. Das Instrument umfasst 41 Wissensfacetten, die sich auf 10 übergeordnete, theoretisch fundierte Wissensdimensionen verteilen. Dazu gehören neben dem Wissen über die Planung und Konzeption von Trainings Kenntnisse über Gruppenmanagement, die methodische Umsetzung von Trainings, Diagnostik, bildungswissenschaftliche Grundlagen, individuelle Unterschiede der Teilnehmenden, Fachwissen, fachdidaktisches Wissen, Organisationswissen sowie Kenntnisse über Beratung und Coaching.Die 41 Wissensfacetten wurden zunächst von 200 Trainer/innen, 253 Teilnehmenden und 93 Personalverantwortlichen auf einer sechsstufigen Skala im Hinblick auf ihre Relevanz für die Trainertätigkeit beurteilt. Mit wenigen Ausnahmen wurde die Relevanz der 41 Facetten durch die Befragten bestätigt. Die Teilnehmenden scheinen bei der Bewertung der Facetten teilweise andere Schwerpunkte zu setzen als Trainer/innen und Personalverantwortliche.Das modifizierte Instrument ProwisT kann von Trainer/innen zum Abgleich des eigenen professionellen Wissens und damit für eine individualisierte Kompetenzentwicklung genutzt werden. Außerdem kann es als Standard für Trainerausbildungen, Trainingsanbieter und Personalabteilungen dienen.


Author(s):  
Christin Lucksnat ◽  
Eric Richter ◽  
Uta Klusmann ◽  
Mareike Kunter ◽  
Dirk Richter

Zusammenfassung. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der nicht-traditionell ausgebildeten Lehrkräfte in Deutschland kontinuierlich zu. Vor diesem Hintergrund untersucht der vorliegende Beitrag, inwiefern sich Quereinsteiger und traditionell ausgebildete Lehramtsanwärter im Vorbereitungsdienst hinsichtlich ihrer professionellen Kompetenz unterscheiden. Die dafür genutzten Daten stammen aus dem Projekt COACTIV-R, in dem 770 traditionell ausgebildete Lehramtsanwärter und 72 Quereinsteiger für das Fach Mathematik untersucht wurden. Multivariate Kovarianzanalysen zeigen, dass Quereinsteiger über ein ähnliches fachliches und fachdidaktisches Wissen verfügen, aber niedrigere Werte im Test zum pädagogisch-psychologischen Wissen aufweisen als traditionell ausgebildete Lehramtsanwärter. Keine signifikanten Unterschiede zeigen sich in den motivationalen Orientierungen und in den Überzeugungen. Signifikante Unterschiede zeigen sich jedoch in den selbstregulativen Fähigkeiten. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund aktueller Befunde bezüglich der Lehrkräfteausbildung und der Rekrutierung von Lehrkräften diskutiert.


2020 ◽  
Vol 48 (4) ◽  
pp. 503-529
Author(s):  
Andreas Rieu ◽  
Katharina Loibl ◽  
Timo Leuders ◽  
Stephanie Herppich

ZusammenfassungBei der Auswahl von Aufgaben für einen adaptiven Unterricht schätzen Lehrkräfte deren fachliche Anforderungen ein. Im Rahmen eines Modells der Informationsverarbeitung wird angenommen, dass bei solchen diagnostischen Urteilen über Aufgaben auf Basis fachdidaktischen Wissens schwierigkeitsgenerierende Merkmale identifiziert und diese hinsichtlich ihres Einflusses auf die Aufgabenschwierigkeit gewichtet werden. Dabei erfolgt die Verarbeitung von Oberflächen- und Tiefenmerkmalen unterschiedlich schnell und ist daher abhängig von der verfügbaren Zeit. Anliegen der Studie ist es, diese Annahmen über die kognitiven Prozesse bei der Urteilsbildung zu prüfen, indem Aufgabenmerkmale systematisch variiert und fachdidaktisches Wissen als Personenmerkmal sowie Zeitdruck als Situationsmerkmal experimentell variiert werden. Zur Prüfung der Modellannahmen werden bei Lehramtsstudierenden (N = 175) zwei Bedingungen verglichen: Einer Experimentalgruppe wird spezifisches fachdidaktisches Wissen über schwierigkeitsgenerierende Aufgabenmerkmale vermittelt. Ihre aufgabendiagnostischen Urteile werden durch paarweise Schwierigkeitsvergleiche erfasst und mit einer Kontrollgruppe verglichen – jeweils mit hoher und mit geringer Zeitrestriktion. Es zeigt sich, dass fachdidaktisches Wissen dazu führt, dass schwierigkeitsgenerierende Aufgabenmerkmale signifikant besser identifiziert und gewichtet werden, Zeitdruck hingegen hat signifikant negative Auswirkungen auf die Urteilsgüte. Die beschriebene Merkmalsvariation schlägt sich demnach hypothesenkonform in der Urteilsakkuratheit nieder, wobei die Prozesse der Identifizierung und der Gewichtung von schwierigkeitsgenerierenden Aufgabenmerkmalen unterschieden werden. Diese Ergebnisse erlauben Rückschlüsse auf die Bedeutung von spezifischem fachdidaktischem Wissen für diagnostische Urteile und geben damit Impulse für die Lehrkräfteaus- und -fortbildung. Die Unterscheidung der kognitiven Prozesse beim Einschätzen von Aufgabenschwierigkeit mit und ohne Zeitdruck legt nahe, dass sich Lehrkräfte hierüber während der Unterrichtsplanung (ohne Zeitdruck) und im Unterrichtsgeschehen (mit Zeitdruck) bewusst sein sollten, um reflektiert damit umgehen zu können.


2020 ◽  
Vol 3 (2-2019) ◽  
pp. 155-172
Author(s):  
Albert Bremerich-Vos ◽  
Johannes König ◽  
Ilka Fladung

Im Rahmen des interdisziplinären Projekts „PlanvoLL-D“ („Die Bedeutung des professionellen Wissens angehender Deutschlehrkräfte für ihre Planung von Unterricht“) wurden u.a. erstmals via Papier und Bleistift das fachdidaktische (N = 378) und online das fachliche Wissen (N = 264) ausschließlich von Referendarinnen und Referendaren erhoben. Wie in anderen Projekten ist die Testung des fachdidaktischen Wissens nicht so zuverlässig wie die des Fachwissens. Die beiden Facetten des Fachwissens sind hoch korreliert, ebenso das sprachwissenschaftliche und das didaktische Wissen.


2019 ◽  
Vol 8 (1-2019) ◽  
pp. 164-177
Author(s):  
Andreas Bonnet

Durch die verstärkte Aufmerksamkeit für Professionalität und Professionalisierung von Lehrer_innen im Zuge der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wird die Frage nach der Rolle von Fachlichkeit in der Professionsforschung zunehmend diskutiert. Im strukturtheoretischen Ansatz ist Professionalität über lange Zeit generisch betrachtet worden, indem die zentralen Handlungsprobleme von Lehrer_innen überfachlich verortet wurden. Aktuelle empirische und theoretische Beiträge legen jedoch nahe, dass die strukturtheoretischen Zentralprobleme - die Bearbeitung der Antinomien, der Umgang mit Ungewissheit und die Entwicklung von Reflexivität - sowohl generisches als auch fachliches und fachdidaktisches Wissen zu ihrer Bearbeitung erfordern. Die Forschung zum berufsbiographischen Ansatz bestätigt dies und offenbart darüber hinaus die gegenseitige Verwiesenheit der beiden Aspekte: reflektiertes fachliches und fachdidaktisches Wissen - z.B. eine subjektive fachspezifische Lern- und Bildungstheorie - sind notwendig, um die sich zunächst generisch zeigenden Handlungsprobleme (z.B. Technologiedefizit oder Anerkennung der Lernenden als pädagogische Andere) produktiv zu lösen. Diese Überlegungen lassen den Erwerb einer berufsfeldbezogenen, reflektierten Fachlichkeit als zentrales Element von Professionalität und Professionalisierung erscheinen. Sie unterstreichen die Bedeutung vor- und außeruniversitärer Erfahrungen für die erste und zweite Phase der Lehrerbildung und machen die Notwendigkeit einer stärkeren Verknüpfung der verschiedenen Studienanteile der Lehrerbildung deutlich.


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