Die Investition in Fine Wine unter Diversifikations- und Kostengesichtspunkten
Dieses Papier untersucht die Sinnhaftigkeit von Fine Wine als Alternatives Investment unter besonderer Berücksichtigung der Kosten eines Fine Wine Investments. Ist Fine Wine zur weiteren Diversifizierung und damit zur Verbesserung des Risikio-Return-Profils von global in Aktien und Anleihen investierenden Portfolios geeignet? Die Analyse erfolgt in einem ersten Schritt auf Indexbasis und in einem zweiten Schritt auf Basis von realen Investitions-möglichkeiten. Die Referenzwährungen sind der US-Dollar und der Euro. Für die Indexbetrachtung werden auf der Aktienseite der MSCI-World-Index und für die Anleihen der JPM-World-Government-Bond-Index verwendet. Bei den Daten für die Investition in Fine Wine liegt der Fokus auf dem Liv-ex-50-Index der im Jahre 1999 gegründeten Londoner Weinbörse Liv-ex. Bei der realen Investition werden für die Datenanalyse bei Aktien und Anleihen Indexfonds verwendet. Da es für die Investition in Fine Wine keinen Indexfonds gibt, wird der Liv-ex-50-Index inklusive aller Kosten einer realen Investition berechnet. Es werden verschiedene Portfoliozusammensetzungen verglichen. Zum einen wird ein Portfolio aus 50% Aktien und 50% Anleihen einem Portfolio aus 45% Aktien, 45% Anleihen und 10% Fine Wine gegenübergestellt. Zum an-deren wird ein Portfolio aus 25% Aktien und 75% Anleihen gegen ein Portfolio aus 20% Aktien, 70% Anleihen und 10% Fine Wine gemessen. Als Vergleichsmaßstab werden die annualisierte Rendite, die Standardabweichung sowie das Sharpe-Ratio der jeweiligen Portfolios berechnet. Die Ergebnisse für die genannten Zeiträume sind ernüchternd. Die Beimischung von Fine Wine führt auf Indexebene lediglich zu einer leichten Verbesserung der annualisierten Rendite aber zu einer markanten Erhöhung des Risi-kos. Bei der Betrachtung der realen Investition kommen die hohen Kosten eines Investments in Fine Wine zum Tragen. Die annualisierte Rendite ist im Vergleich zu den Portfolios ohne Beimischung von Fine Wine niedriger bei gleichzeitig höheren Risikowerten. Lediglich bei der Betrachtung auf Indexbasis in Euro kann bei einem Portfolio eine leichte Verbesserung der Sharpe-Ratio verzeichnet werden. Bei der Betrachtung nach Kosten führt in allen Fällen die Beimischung von Fine Wine zu einer Verschlechterung der Sharpe-Ratios.