Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Pädiatrie am Beispiel des interdisziplinären Basler Behandlungskonzeptes bei funktionellen Defäkationsstörungen
Funktionelle Defäkationsstörungen sind in der kinderärztlichen Praxis ein häufiger Vorstellungsgrund. Unter diesem Sammelbegriff versteht man Beeinträchtigungen bei der Ausscheidung der Nahrung, welche nicht allein durch organische oder biochemische Ursachen erklärt werden können. Typische Beschwerden in diesem Spektrum sind chronische Obstipation, Defäkationsschmerzen, Perianalläsionen oder großkalibrige Stühle. Weiterhin kann es zu Appetitlosigkeit, rezidivierenden Bauchschmerzen, Stuhlschmieren, Einkoten oder zu Einnässen kommen. Sekundär treten bei Kindern mit funktionellen Defäkationsstörungen häufig Verhaltensauffälligkeiten mit oppositionellem oder reaktiv aggressivem Verhalten, aber auch ängstlich-depressivem Rückzugsverhalten auf.