Warren Hastings in the Drama of Lion Feuchtwanger and Bertolt Brecht: Contexts and Connections

1997 ◽  
Vol 31 (3) ◽  
pp. 394-413
Author(s):  
T. H. Bowyer
2019 ◽  
Vol 51 (1) ◽  
pp. 183-210
Author(s):  
Von Tomas Sommadossi

Abstract Wenn man sich mit Zeugnissen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Exils beschäftigt, hat die deutsche Literatur nach wie vor Überraschungen parat. Auch nach über siebzig Jahren erweisen sich Exilnachlässe immer wieder als besonders ergiebige Fundgruben. Dies betrifft nicht nur die Hinterlassenschaften kanonischer Autoren, wie etwa der vielen während der Nazizeit in den USA Untergekommenen (Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger usw.), sondern auch – oder sogar insbesondere – jene Schriftsteller, die weniger ,privilegierten‘ Exilrouten folgend nach abgelegenen Orten wie Shanghai die Flucht ergriffen, um dort in besonders mühseligen Verhältnissen ihre dichterische Tätigkeit fortzusetzen oder gar aufzunehmen. Die Schwierigkeiten bei der Erforschung dieser Autoren rühren an erster Stelle von der keineswegs selbstverständlichen Zugänglichkeit der Primärliteratur her. Werke aus dem Shanghaier Exil und Nach-Exil gelangten bestenfalls in kleinsten Auflagen am Exilort in den Druck, weshalb selbst ihre Überlieferung in Bibliotheken äußerst lückenhaft ist; nicht selten zirkulierten die Schriften lediglich als Manuskripte und wurden nicht einmal nachträglich verlegt, so dass sie sich kaum in das kulturelle Gedächtnis einschreiben konnten.1 Alfred W. Kneucker, Kurt Lewin, Hans Schubert, Mark Siegelberg, Susanne Wantoch – selbst dieser kleine alphabetische Namenkatalog bezeugt das ,niedere‘ Profil des Schriftstellertums aus dem Shanghaier Exil – das Profil einer littérature mineure, die seitdem trotz ihrer Einmaligkeit ein bescheidenes Dasein am Rande der Literaturgeschichtsschreibung wie der Forschung fristet.2


Author(s):  
Reinhold Grimm
Keyword(s):  

2014 ◽  
Vol 37 (4) ◽  
pp. 219-234
Author(s):  
Carsten Jakobi

Im Rahmen seines großangelegten Tui-Projektes, des geplanten satirischen Romans über den Intellektuellen in der bürgerlichen Gesellschaft, formulierte Bertolt Brecht in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft – spätestens 1935 – einen skizzenhaften Abriss der Geschichte der Weimarer Republik. Wie fast das gesamte vorliegende Textmaterial des nicht ausgeführten Romanprojekts hat die Skizze fragmentarischen Entwurfscharakter, aber trotz ihrer provisorischen Form ist sie in der politischen Sache, die sie vertritt, höchst entschieden und urteilsgewiss. Am Ende des nur knapp halbseitigen Geschichtsüberblicks heißt es lapidar: ,,Die Industrie ist eine imperialistische, da Profit erzeugende, auf Militarismus angewiesene. Die unerhörte Rationalisierung wirft das Proletariat auf die Straße. Von wo es die Militärs in die Kasernen – und in die Fabriken hereinholen. Der zweite Weltkrieg steht bevor.“1 Der rhetorisch inszenierte Nachweis eines notwendigen Zusammenhanges zwischen der kapitalistischen Ökonomie, dem Ende der bürgerlichen Demokratie, dem Aufstieg des Faschismus und der Entfesselung des hier auch bereits terminologisch korrekt antizipierten Zweiten Weltkriegs ist typisch für Brechts Überzeugung, dass der Kapitalismus im Allgemeinen und der NS-Faschismus im Besonderen unausweichlich auf einen Weltkrieg zusteuerten. In dieser politischen Prognostik reaktualisiert sich die Kriegsthematik, die in Brechts gesamtem literarischen Werk geradezu eine Konstante darstellt: von seinem ersten Drama Die Bibel aus dem Jahr 1913 über die nationalistischen Kriegsgedichte des Sechzehnjährigen zu Beginn des Ersten Weltkriegs, die berühmte Legende vom toten Soldaten von 1918 bis hin zu seiner letzten Buchpublikation, der Kriegsfibel von 1955. Wie ein kurzer Überblick über die genannten Werke zeigt, ist Brechts Auffassung des Krieges alles andere als konstant, aber stets durch das Selbstbewusstsein gekennzeichnet, gültige Urteile über den Krieg zu formulieren, und dieses Selbstbewusstsein nimmt dabei mitunter, wie das Zitat aus dem Tuiroman zeigt, die Form einer zukunftsgewissen Prognose an – eine Prognostik, die sich Brecht nach 1945 auch selbst als Verdienst attestierte, oft zu Recht, wenn man an das Kapitel Deutsche Kriegsfibel der Svendborger Gedichte denkt2, zum Teil auch fälschlich, indem er etwa von seiner Mutter Courage behauptete: ,,Das Stück ist 1938 geschrieben, als der Stückeschreiber einen großen Krieg voraussah […]“3 – obwohl der Arbeitsbeginn an dem Stück tatsächlich erst vier Wochen nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lag.4


2018 ◽  
Vol 50 (1) ◽  
pp. 309-311
Author(s):  
Jens Stüben
Keyword(s):  

Abstract ,,Alfred Kerr. Die Biographie“; ,,Lion Feuchtwanger. Die Biographie“; ,,Armin Mueller-Stahl. Die Biographie“. Die einzige, die einzig authentische, die definitive Biografie? Dominik Riedo ist da bescheidener: ,,Wolf von Niebelschütz. Leben und Werk. Eine Biographie“ nennt der 1974 geborene Schweizer seine Monografie über einen der unbekanntesten Dichter und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Dennoch wäre wohl auch ,,Die Biographie“ berechtigt gewesen, denn was der Verfasser hier auf fast tausend Seiten vorlegt, ist die erste und mindestens für lange Zeit wohl einzige Gesamtdarstellung des OEuvres Niebelschütz’ in engem Zusammenhang mit dessen Leben (1913–1960). Die Entstehung und Publikationsgeschichte jedes einzelnen Werkes, die Bezüge zwischen Werken und Lebensereignissen, der Stellenwert des jeweiligen Werkes im Gesamtwerk, Hauptaspekte der Deutung und der Rezeption – all das hat Riedo mit bewundernswerter Akribie aufgrund aller verfügbaren Dokumente, großenteils aus dem schwer überschaubaren Nachlass (Niebelschütz hat Manuskripte, Belegexemplare und Lebensdokumente in großer Zahl gesammelt und aufbewahrt), zusammengetragen und sorgsam, sowohl Verbindungen aufzeigend als auch differenzierend, dargestellt. Dominik Riedo ist seinem Anspruch gerecht geworden, in ,,gut lesbare[r]“ Form ,,eine solide Grundlage“ für jede weitere Niebelschütz-Forschung zu schaffen (S. 16 f.). Immer wieder bezieht er sich, diese würdigend, auf die bereits vorhandene Sekundärliteratur (Harald Fricke, Manfred Windfuhr, Detlef Haberland und andere), benennt Desiderata und gibt Anregungen für eine weitere editorische und interpretatorische Beschäftigung mit dem aus seiner Sicht – und der seines Doktorvaters Fricke (Freiburg / Schweiz) – als Meister feinster Wort- und Stilkunst viel zu wenig anerkannten Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayisten.


1983 ◽  
Vol 56 (1) ◽  
pp. 161
Author(s):  
Michael Morley ◽  
James K. Lyon
Keyword(s):  

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