Aktuelles zu intravitrealen Steroiden in der Behandlung des diabetischen Makulaödems

2015 ◽  
Vol 1 (1) ◽  
pp. 17-25
Author(s):  
Francesco Bandello ◽  
Chiara Preziosa ◽  
Giuseppe Querques ◽  
Rosangela Lattanzio

Das diabetische Makulaödem gilt als Hauptursache für Visusverschlechterungen bei Patienten mit diabetischer Retinopathie. Neben der Grid- und der fokalen Laser-Koagulation zählt die intravitreale Pharmakotherapie heute zum Therapiestandard bei dieser Komplikation; hierbei werden derzeit Wirkstoffe gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor sowie Steroide eingesetzt. Anders als bei der Laser-Therapie, die eine weitere Abnahme des Sehvermögens verhindert, ist es mit der intravitrealen Behandlung möglich, die Wiederherstellung des Sehvermögens zu fördern. Allerdings müssen intravitreale Injektionen häufig wiederholt werden, wodurch das Risiko für arzneimittel- und behandlungsassoziierte Nebenwirkungen steigt.

2017 ◽  
Vol 236 (07) ◽  
pp. 885-891
Author(s):  
Matthias Grüb ◽  
Ioannis Lamprakis ◽  
Christoph Reichel

Zusammenfassung Hintergrund Seit der Einführung der Anti-VEGF-Therapie vor mehr als 10 Jahren hat sich die Behandlung von neovaskulärer AMD, diabetischem Makulaödem und Makulaödem nach retinalen Venenverschlüssen grundlegend verändert. Initial stark visusbasierte Entscheidungskriterien wurden durch die technischen Verbesserungen der optischen Kohärenztomografie mehr und mehr durch morphologische Kriterien verdrängt. Vertragsrechtliche und verwaltungstechnische Probleme wurden verbessert, jedoch vielerorts nicht vollständig behoben. Patienten/Material und Methoden In einer retrospektiven Analyse wurden 207 Augen von 157 Patienten ausgewertet, die sich in der Zeit von Januar 2007 bis Oktober 2013 vorstellten und bei denen eine neovaskuläre AMD, ein diabetisches Makulaödem oder ein Ödem infolge eines retinalen Venenverschlusses mittels Anti-VEGF-Therapie behandelt wurde. Der Ausgangsvisus betrug 0,25 (Median). Ergebnisse Nach initialer Anti-VEGF-Aufsättigung zeigte sich ein signifikanter Anstieg des Ausgangsvisus auf 0,32 (p < 0,001). Je schlechter der Ausgangsvisus war, desto mehr profitierten die Patienten von der Therapie (p = 0,004). Der Visusgewinn war umso besser, je mehr intravitreale Injektionen durchgeführt wurden (p = 0,002). In der überwiegend visuskontrollierten Gruppe der frühen Jahre fiel der erreichte Visus im Laufe des 1. Jahres bei durchschnittlich 3,49 intravitrealen Applikationen auf 0,05 ab. In der OCT-kontrollierten Gruppe der späteren Jahre konnte bei durchschnittlich 5,03 intravitrealen Anti-VEGF-Applikationen der Visusgewinn bei 0,32 gehalten werden. Der Visusverlauf von visus- und OCT-kontrollierter Gruppe unterschied sich signifikant voneinander (p = 0,001). Die durchschnittliche Dauer zwischen Indikationsstellung und Therapiebeginn betrug in den frühen Jahren 25,34 Tage, in späteren Jahren 5,40 Tage. Schlussfolgerung Die überwiegend visusbasierten Entscheidungskriterien der Anti-VEGF-Therapie der ersten Jahre scheinen den morphologischen Kriterien späterer Jahre deutlich unterlegen. Vertragsrechtliche und verwaltungstechnische Probleme haben durch eine Verzögerung der Zeit zwischen Indikationsstellung und Therapiebeginn darüber hinaus zu Unterversorgung und schlechteren funktionellen Ergebnissen beigetragen.


2016 ◽  
Vol 2 (2) ◽  
pp. 92-95
Author(s):  
Hisashi Matsubara ◽  
Ryohei Miyata ◽  
Maki Kobayashi ◽  
Hideyuki Tsukitome ◽  
Kengo Ikesugi ◽  
...  

Intravitreale Injektionen mit Wirkstoffen gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) sind eine gängige Behandlungsmaßnahme bei neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD). Obwohl diese Behandlungen sehr effektiv sind, sind in jüngster Zeit multiple Injektionen empfohlen worden, um auch langfristig für eine günstige Prognose zu sorgen. Es liegen jedoch Berichte über einen Anstieg des Augeninnendrucks (AID) nach multiplen Injektionen mit Anti-VEGF-Wirkstoffen vor. Wir präsentieren hier einen Fall von unkontrollierter persistierender AID-Erhöhung nach der Umstellung von intravitrealen Ranibizumab- auf Aflibercept-Injektionen. Bei einem 74-jährigen japanischen Mann ohne Glaukom in der Vorgeschichte, der zur Behandlung einer nAMD 22 Ranibizumab-Injektionen erhalten hatte, stieg nach der 22. Injektion der AID unvermittelt an. Die daraufhin eingeleitete medikamentöse Therapie führte zwar zur Normalisierung des AID, doch unterhalb der Fovea centralis lag auch nach der 25. Ranibizumab-Injektion noch subretinale Flüssigkeit vor. Daher erfolgte eine Umstellung der Therapie von Ranibizumab auf 2-monatliche intravitreale Injektionen mit Aflibercept, begleitet von Glaukom-Medikamenten. Der AID kehrte daraufhin in den Normalbereich zurück. Nach der 11. Aflibercept-Injektion kam es trotz der weiterhin angewandten Glaukom-Medikamente wiederum zu einem plötzlichen AID-Anstieg. Aufgrund dieser anhaltenden AID-Erhöhung wurden die Aflibercept-Injektionen für 16 Wochen ausgesetzt. Da es auch mit einem umfassenden Glaukom-Medikationsschema nicht gelang, den AID zu normalisieren, unterzog sich der Patient einer Trabekulotomie, die zur Rückkehr des AID in den Normalbereich führte. Wir gelangen zu der Schlussfolgerung, dass Patienten, die serielle intravitreale Injektionen eines Anti-VEGF-Wirkstoffs erhalten, aufmerksam überwacht werden müssen, da sich eine schwere und anhaltende okuläre Hypertension entwickeln kann.


2012 ◽  
Vol 109 (7) ◽  
pp. 644-647
Author(s):  
L. Hesse

2017 ◽  
Vol 235 (11) ◽  
pp. 1278-1284
Author(s):  
Ioannis Lamprakis ◽  
Margarita Todorova ◽  
Matthias Grüb ◽  
Torsten Schlote

Zusammenfassung Hintergrund Multiple Anti-VEGF-Injektionen sollen als möglicher Risikofaktor für postoperative Augendruckerhöhungen untersucht werden. Methode Es wurden 50 Augen von 50 Patienten in die retrospektive Studie aufgenommen, die mindestens 10 intravitreale Injektionen mit VEGF-Inhibitoren (Indikationen: altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Makulopathie, Makulaödem nach retinalem Venenverschluss) an einem Auge erhalten hatten und deren Augendruck am 1. postoperativen Tag gemessen wurde. Ein Intraokulardruck (IOD) > 21 mmHg wurde als erhöht eingestuft und auf einen Zusammenhang zur Zahl der Injektionen hin untersucht. Ergebnisse Es wurden 669 IOD-Messungen analysiert (nach im Mittel 13,4 Injektionen pro Auge). Bei 43 Augen (86%) kam es nach keiner Injektion zu einer IOD-Erhöhung am 1. postoperativen Tag. Eine transiente IOD-Erhöhung (> 21 mmHg) war nach 19 Injektionen (2,8%) zu verzeichnen (1 Patient davon mit 8 IOD-Erhöhungen). Es konnte keine persistierende IOD-Erhöhung oder Tendenz zur Zunahme von transienten IOD-Erhöhungen mit zunehmender Zahl der Injektionen nachgewiesen werden. Augen mit bekanntem Glaukom waren signifikant häufiger von einer IOD-Erhöhung betroffen als Augen ohne Glaukom (5,5 vs. 2,2%). Schlussfolgerungen Multiple intravitreale Injektionen von Anti-VEGF-Inhibitoren sind kein eigenständiger Risikofaktor für persistierende Augendruckerhöhungen. Individuelle Risikofaktoren (z. B. präexistentes Glaukom) prädisponieren jedoch zu transienten IOD-Erhöhungen.


2018 ◽  
Vol 237 (03) ◽  
pp. 319-322
Author(s):  
Filip S. Filev ◽  
Alireza Mirshahi

Zusammenfassung Einleitung Die Strahlenretinopathie ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, die durch die Wirkung ionisierender Strahlung verursacht wird. Häufig ist die Ursache einer Strahlenretinopathie die Behandlung eines intra- oder periokulären Tumors. Fallvorstellung Ein pseudophaker Patient stellte sich im August 2016 mit einer seit ca. 1 Woche bestehenden Visusverschlechterung des linken Auges in unserer Klinik vor. In der Patientengeschichte war eine Protonenbestrahlung des linken Auges vor 3 Jahren bei Aderhautmelanom bekannt. Es zeigte sich ein Makulaödem mit Exsudatbildung und Papillenödem. Wir stellten die Diagnose einer Strahlenoptiko- und -retinopathie. Es erfolgten intravitreale Injektionen mit Dexamethason (Ozurdex®) und am Folgetag mit 1,25 mg Bevacizumab. Im Abstand von jeweils 4 Wochen injizierten wir erneut 2-mal Bevacizumab. Das Makulaödem und das Papillenödem zeigten sich deutlich rückläufig. Der Patient erfuhr einen Anstieg des bestkorrigierten Visus von 0,4 auf 0,8. In den monatlichen Kontrollen zeigte sich ein stabiler Befund, sodass wir zunächst auf weitere Bevacizumab-Injektionen verzichteten. Es traten keine Komplikationen auf. Schlussfolgerung Die Kombination aus intravitrealer Gabe von Steroiden und Anti-VEGF erwies sich in diesem Fall als effektive Behandlungsmodalität bei iatrogen induzierter Strahlenoptikopathie und -retinopathie. Weitere Studien sind zur Ermittlung des Stellenwerts der kombinierten Therapie notwendig.


2013 ◽  
Vol 07 (02) ◽  
pp. 122
Author(s):  
Thomas Bertelmann ◽  
Anke Messerschmidt-Roth ◽  
◽  

Das diabetische Makulaödem (DMÖ) ist eine wesentliche Ursache für den Verlust der Sehkraft, und die Herausforderungen in der Behandlung dieser progressiven Erkrankung bestehen weiter fort. Kortikosteroide bieten einen umfassenden Behandlungsansatz, indem sie die Konzentration inflammatorischer Zytokine und von Wachstumsfaktoren, wie z. B. des vascular endothelial growth factor (VEGF), reduzieren. Jedoch haben intravitreale Injektionen häufig nur einen kurzen Erfolg und sind mit intraokulären Nebenwirkungen verbunden. Das intravitreale Implantat ILUVIEN® enthält Fluocinolonacetonid und wird durch eine Injektion in den Glaskörperraum verabreicht. Seine Wirksamkeit und Sicherheit wurden in klinischen Studien nachgewiesen, und eine Subgruppen-Analyse zeigte, dass es insbesondere bei Patienten mit seit langem bestehendem DMÖ – mit schlechtem Visus und begrenzten Behandlungsmöglichkeiten – vorteilhaft ist. Infolgedessen wurde das ILUVIEN-Implantat in Europa für die Behandlung von Sehstörungen aufgrund von chronischem DMÖ zugelassen, das auf verfügbare Therapien unzureichend anspricht. Diese Daten wurden durch klinische Erfahrungen in der praktischen Anwendung gestützt. Es werden zwei Fälle vorgestellt, welche die Wirksamkeit des ILUVIEN-Implantats an zwei Patienten demonstrieren, bei denen vorherige Therapien, darunter Ranibizumab, keine nachhaltige und positive Wirkung erbrachten.


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