Messung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

2011 ◽  
Vol 19 (3) ◽  
pp. 15-17 ◽  
Author(s):  
Matthias Nübling

EinleitungAuf Grund gesetzlicher Verpflichtungen und wegen des starken Ansteigens der Arbeitsunfähigkeitstage und –fälle mit psychischen Diagnosen in den letzten 20 Jahren ist das Thema psychische Belastungen am Arbeitsplatz mehr und mehr in den Fokus von Wissenschaft und Praxis gerückt.Die zwei führenden Theorien der letzten Jahrzehnte waren das job-strain-model (demand-control-support model, DCS) und das effort-reward imbalance model (ERI).In jüngerer Zeit wurden Instrumente entwickelt, die durch eine breitere Palette der Aspekte versuchen, ein möglichst vollständiges Bild der psychosozialen Faktoren am Arbeitsplatz zu zeichnen- ein Beispiel hierfür ist der COPSOQ (Copenhagen Psychosocial Questionnaire). Es konnte gezeigt werden, dass diese zusätzlichen Aspekte auch einen höheren Varianzanteil in den Belastungsfolgen (outcomes) erklären können.Da für die Bewertung der psychischen Belastungen keine cutoff-Werte existieren, ist im praktischen Einsatz solcher Verfahren im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Verfügbarkeit von tätigkeitsspezifischen Referenzwerten für die Interpretation von Ergebnissen und die Ableitung von Präventionsmaßnahmen hilfreich bzw. notwendig.

2008 ◽  
Vol 52 (4) ◽  
pp. 191-203 ◽  
Author(s):  
Ulrike Rösler ◽  
Ute Stephan ◽  
Katja Hoffmann ◽  
Katja Morling ◽  
Anett Müller ◽  
...  

Die vorliegende Studie untersuchte die im Job-Demand-Control-Support-Modell und Effort-Reward-Imbalance-Modell beschriebenen Tätigkeitsmerkmale in Bezug auf Depressivität in einer Stichprobe von 265 Erwerbstätigen. Anhand konfirmatorischer Faktorenanalysen wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Modelle geprüft. Anschließend wurde die Bedeutung der nachweisbaren Tätigkeitsmerkmale für die Vorhersage von Depressivität getestet und untersucht, inwieweit die Effekte durch Überforderungserleben mediiert werden. Die Analysen zeigten, dass die Modelle sowohl gemeinsame (Arbeitsintensität bzw. berufliche Anforderungen) als auch distinkte Arbeitsmerkmale (Tätigkeitsspielraum, Arbeitsplatzsicherheit, beruflicher Status, soziale Anerkennung) erfassen. Hohe Arbeitsintensität, geringe Arbeitsplatzsicherheit und fehlende soziale Anerkennung standen in signifikantem Zusammenhang mit Depressivität. Anders als erwartet war der berufliche Status positiv mit Depressivität assoziiert, während für den Tätigkeitsspielraum keine signifikanten Effekte nachweisbar waren. Das Pfadmodell bestätigte sowohl direkte als auch durch Überforderungserleben vermittelte Zusammenhänge zwischen den Tätigkeitsmerkmalen und Depressivität (39 % Varianzaufklärung). Die Ergebnisse bieten eine Grundlage für die Identifizierung potenzieller Risikofaktoren für das Auftreten depressiver Symptome am Arbeitsplatz.


2013 ◽  
Author(s):  
Shanfa Yu ◽  
Akinori Nakata ◽  
GuiZhen Gu ◽  
Naomi G. Swanson ◽  
Lihua He ◽  
...  

Author(s):  
Evelin Daiane Gabriel Pinhatti ◽  
Renata Perfeito Ribeiro ◽  
Marcos Hirata Soares ◽  
Júlia Trevisan Martins ◽  
Maria Ribeiro Lacerda ◽  
...  

ABSTRACT Objective: to analyze the combined use of models for the evaluation of work-related psychosocial aspects and their association with the prevalence of Minor Psychics Disorders among nursing workers. Method: cross-sectional study with a sample of 285 nursing workers. Data collection was performed through the application of a structured sociodemographic and occupational questionnaire and the Demand-Control-Support, Effort-Reward Imbalance and Self-Reporting Questionnaire. Descriptive analysis and a multiple logistic regression were performed. Results: the prevalence of suspicion of minor psychics disorders was 32.6%. The dimensions of both models were associated with mental health. The full Effort-Reward Imbalance and Demand-Control and Social Support models predict Minor Psychics Disorders to a greater extent than the combined use of partial models. Conclusion: it was found that the Effort-Reward Imbalance model captured better the magnitude of the Minor Psychics Disorders in this sample of workers compared to the Demand-Control and Social Support model. However, the concomitant use of the theoretical models revealed unique contributions in the evaluation of Minor Psychics Disorders. Considering the complexity of mental illnesses, it is important that different factors be evaluated.


2007 ◽  
Author(s):  
Jehn-Yih Wong ◽  
Jo-Hui Lin

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