Wissen, Kommunikation und Gesellschaft - Das ökonomische Laboratop
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Published By Springer Fachmedien Wiesbaden

9783658330187, 9783658330194

Author(s):  
Juliane Haus

ZusammenfassungExperimente bilden ein klassisches Verfahren der empirischen Sozialforschung. In den unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Disziplinen ist der Einsatz von Experimenten dabei verschiedentlich stark ausgeprägt. In den Wirtschaftswissenschaften und insbesondere im Bereich der Verhaltensökonomie gibt es eine deutliche Affinität für dieses Verfahren der empirischen Forschung. Hier insbesondere in der Form des Laborexperiments. Für die intensive Auseinandersetzung mit dem Phänomen des wirtschaftswissenschaftlichen Laborexperiments und seiner Eigengesetzlichkeit ist es hilfreich, sich in einem ersten Schritt mit den allgemeinen methodologischen Grundlagen des Experiments in den Sozialwissenschaften auseinanderzusetzen. Dieser Abschnitt widmet sich deshalb der Einführung zentraler Konzepte und methodologischer Ansprüche des experimentellen Forschungsdesigns, wie beispielsweise der Isolation, Kontrolle und Manipulation hypothesenrelevanter Variablen, dem Parallelgruppenmodell, den Verfahren der Randomisierung und Anonymisierung sowie dem Anspruch einer Kausalitätsanalyse, welche mit dem experimentellen Vorgehen verbundenen wird. Zur besseren Einordnung des Laborexperiments werden im Anschluss die drei (in der quantitativen Forschung) typischen Formen des Experiments – Laborexperiment, Feldexperiment und natürliches Experiment – kurz voneinander abgrenzt. Nach der Darstellung der Grundlagen des experimentellen Forschungsdesigns erfolgt im Kapitel 2.2 eine kurze Einführung in das Feld der experimentellen Wirtschaftsforschung und die feldinternen Begründungen für die Anwendung von experimentellen Datenerhebungsverfahren.


Author(s):  
Juliane Haus

ZusammenfassungIm Zuge der Auseinandersetzung mit dem empirischen Phänomen des wirtschaftswissenschaftlichen Laborexperiments entwickelte sich im Forschungsprozess eine ganz spezifische konzeptionelle Position heraus. Dieses Kapitel zielt darauf ab, diese Entwicklung transparent zu machen, da sie selbst als ein Ergebnis des Forschungsprozesses betrachtet wird. Die nachfolgenden Abschnitte dienen aus diesem Grund nicht der breiten Darstellung und Einordnung von Theorien, sondern der Charakterisierung von Forschungsperspektiven und ihren konzeptionellen Zugängen zur Erforschung sozialer Wirklichkeit. Die einzelnen Abschnitte des Kapitels widmet sich der Goffmanschen Perspektive (Abschnitt 3.1), der Ethnomethodologie (Abschnitt 3.2), der soziologischen Gattungsanalyse (Abschnitt 3.3) und dem kommunikativen Konstruktivismus (Abschnitt 3.4).


Author(s):  
Juliane Haus
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Zusammenfassung. Das vierte Kapitel zielt darauf ab, den Ablauf des Forschungsprozesses in methodischer und methodologischer Perspektive nachvollziehbar darzulegen. Es werden einerseits, die genutzten Methoden der Datenerhebung und -analyse dargestellt und zugleich die methodologische Perspektive reflektiet und offengelegt, aus der heraus die Forschung erfolgte. Zur besseren Übersicht wurde das Kapitel in drei Abschnitte geteilt. Der erste Teil thematisiert unterschiedliche Geschichtspunkte des Forschungsdesigns (Abschnitt 4.1) und gibt hier u.a. eine kurze Einführung zum qulitativen Experiment (Abschnitt 4.1.3). Der zweite Teil gibt Auskunft über das Vorgehen der Datenerhebung und die Datengrundlage, auf welcher die empirische Analyse fußt (Abschnitt 4.2). Abschließend wird in einem dritten Teil erläutert, weshalb das Verfahren der wissenssoziologischen Gattungsanalyse für die untersuchte Forschungsfrage sowohl aus methodologischer als auch aus konzeptioneller Sicht geeignet erscheint (Abschnitt 4.3).


Author(s):  
Juliane Haus
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ZusammenfassungDie vorliegende Untersuchung ist das Resultat der Auseinandersetzung einer qualitativen Forscherin mit dem Feld der wirtschaftswissenschaftlichen Laborexperimente. Die Inspiration zu neuen Forschungsarbeiten entstammt nicht selten aus dem Gefühl der Befremdung und der Differenz zwischen der beobachteten und der eigenen Wissenschaftskultur der Forschenden. So regte mich die Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Verfahren des Experiments zu einer kritischen Reflexion der Frage an, welche Potenziale ein experimentelles Vorgehen für die qualitative soziologische Forschung besitzen könnte. Das abschließende Kapitel skizziert kurz , welche Anstöße die Erkenntnisse dieser Arbeit für die Methodologie der Soziologie selbst bieten und plädiert für eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Potential verschiedener Spielarten experimenteller Forschungsdesigns in der qualitativen sozialwissenschaftlichen Forschung.


Author(s):  
Juliane Haus

ZusammenfassungDas 5. Kapitel bildet den empirischen Teil der vorliegenden Studie und zugleich ein Resultat der engen Verzahnung von Theorie- und Methodenarbeit (siehe Kapitel 3 und 4). Kommunikative Gattungen werden als verfestigte Formen der Vermittlung sozialer Wirklichkeit verstanden (Luckmann 1986: 196) und bilden „formalisierte Lösungen kommunikativer Probleme“ (Knoblauch & Schnettler 2010: 4). Eine kommunikative Gattung wird durch musterhafte und typische Form der Entäußerung von Wissenselementen charakterisiert, auf welche die Handelnden in ihrem Tun Bezug nehmen. Klassische Gattungsanalysen sind vielfach auf die Untersuchung von Kommunikationsphänomenen ausgerichtet, in denen verbalsprachliche Elemente von zentraler Bedeutung sind. Die drei Ebenen der Gattungsanalyse fokussieren dabei unterschiedliche Arten von Wissenselementen und musterhafte Formen ihrer Entäußerung. Die vorgeschlagene Erweiterung der Gattungsanalyse gründet u.a. in der Relevanz institutioneller, räumlich-materieller, technischer und körperlicher Aspekte des untersuchten Phänomens des ökonomischen Laboratops. Die hier angewendete erweiterte Gattungsanalyse ermöglicht es den empirisch beobachtbaren Prozess der Rahmenbildung im Labor als Vermittlungsprozess sozialer Wirklichkeit zu rekonstruieren und die hierfür typischen Lösungen und Merkmale herauszuarbeiten. Die für neuere Gattungsanalysen typische Differenzierung in die drei Ebenen der Außenstruktur, Binnenstruktur und situativen Realisierungsebene ist eine analytische Trennung. Diese verfolgt das Ziel, die Strukturmerkmale von kommunikativen Gattungen entsprechend ihrer unterschiedlichen ‚Qualitäten‘ voneinander zu differenzieren. In der empirischen Wirklichkeit der Handelnden wirken die drei Ebenen der Gattung jedoch gleichzeitig und sind miteinander verwoben. Um dies zu verdeutlichen und zugleich illustrativ das eigene analytische Vorgehen aufzuzeigen, beginnt dieses Kapitel mit der Analyse einer Anfangssequenz eines Experiments (Abschnitt 5.1). Die daran anschließenden drei Unterkapitel (5.2, 5.3, 5.4) widmen sich den Ergebnissen des Analyseprozesses auf den 3 Strukturebenen. Die Außenstruktur (Abschnitt 5.2) umfasst solche rahmungsrelevanten Aspekte, die als Kontextelemente der sozialen Veranstaltung des wirtschaftswissenschaftlichen Experiments eigen sind. Es handelt sich hier um rahmungsrelevante Elemente, die den Kontext der empirischen Situation erweitern und auf Wissensbestände Bezug nehmen, die außerhalb der beobachteten Situation liegen. Diese Ebene bildet eine zentrale Grundlage für die Entschlüsselung typischer Versuche und Strategien der Rahmenbildung und -verankerung, die sich in der Durchführung von wirtschaftswissenschaftlichen Laborexperimenten entäußern. Die Ebenen der Binnenstruktur (Abschnitt 5.2) und der situativen Realisierungsebene (Abschnitt 5.3) umfassen typische Merkmale der Rahmenbildung, die den empirischen Vollzug des wirtschaftswissenschaftlichen Experimentierens im Labor prägen. Es handelt sich um musterhafte Formen kommunikativen Handelns, die als Ethnomethoden der handelnden Akteure, technische oder materielle Objektivationen in Erscheinung treten. Um den spezifischen Beitrag dieser einzelnen Merkmale genauer zu erfassen, wurde eine Analyseheuristik entwickelt, die zwischen vier unterschiedlichen Ebenen des „Doings“ differenziert. Auf diese Weise wird deutlich, welche Rahmungs- bzw. Modulationseigenschaften diese Merkmale für die Herausbildung des ökonomischen Laboratops besitzen. Die Ebene der Binnenstruktur (Abschnitt 5.3) thematisiert Merkmale des beobachtbaren Rahmenbildungsprozesses, die vom situativen Vollzug unabhängig sind. Der Abschnitt 5.4 widmet sich der Ebene der situativen Realisierung und damit den Merkmalen die sich der interaktiven Handlungskoordination der Laborsituation zuordnen lassen. Der fünfte Teil dieses Kapitels (5.5) widmet der Anwendung des im Abschnitt 4.1.3 eingeführten qualitativen Experiments. Dies erfolgt einerseits zum Zweck der Validierung ausgewählter Forschungsergebnisse und illustriert zudem den möglichen Merhwert dieses qualitativen und zugleich experimentellen Verfahrens. Abschließend fasst Abschnitt 5.6 die Ergebnisse des Forschungsprozesses und der Analyse im Hinblick auf die konzeptionellen und methodologischen Erkenntnisse (Abschnitt 5.6.1) sowie die inhaltlichen Ergebnisse zusammen (Abschnitt 5.6.2) und bietet eine resümierende Beantwortung der Forschungsfrage.


Author(s):  
Juliane Haus

ZusammenfassungDas Gefühl von Fremdheit und die Faszination des Unbekannten sind zentraler Quell der Erkenntnis in der ethnographischen Forschung. Meine anfängliche Begegnung mit dem Feld der wirtschaftswissenschaftlichen Laborforschung war von eben diesen Gefühlen geprägt. Es war eine Mischung aus Irritation und anerkennender Bewunderung. Diese wurde dadurch ausgelöst, dass es im Vollzug des wirtschaftswissenschaftlichen Laborexperiments gelingt, bei einer gleichbleibenden Versuchsanordnung mit ganz unterschiedlichen Versuchspersonen zu ähnlichen quantitativen Ergebnissen zu gelangen. Aus einer qualitativen Forschungsperspektive, die das Interaktionsgeschehen selbst als den Modus der Wirklichkeitskonstruktion betrachtet, war dies faszinierend und befremdlich zugleich. Eben dieses Spannungsverhältnis ‚irritierter Neugierde‘ bildete den zentraler Motor für den Forschungsprozess, dessen Resultat die vorliegende Dissertationsschrift bildet. Um die Struktur der vorliegenden Dissertationsschrift zu skizzieren, wird in dieser Einleitung ein kurzer Überblick über die Zielstellung der einzelnen Kapitel gegeben. Er dient hier nicht zu einer erschöpfenden inhaltlichen Zusammenfassung, sondern der allgemeinen Orientierung über den Verlauf des Argumentationsgangs.


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