Zusammenfassung. Folienrauchen bezeichnet einen inhalativen Konsum von Heroin. Nach Erhitzung und Verflüssigung des Heroins durch Anwendung eines Feuerzeugs auf der Unterseite einer Aluminiumfolie wird mittels Strohhalm der dadurch entstehende Rauch inhaliert. Neben dem bekannten intravenösen (IV) Konsum ist das Folienrauchen die zweithäufigste Form des Heroinkonsums. Die Wirkung tritt im Vergleich zum IV-Konsum mit wenigen Minuten Verzögerung ein. Die beim IV-Konsum beobachteten übertragbaren Krankheiten wie HIV, Hepatitis oder andere Infektionen werden beim inhalativem Konsum nicht berichtet. Es kann jedoch zum Auftreten von schweren Bronchospasmen kommen. Eine zerebrale Auswirkung ist die Leukoenzephalopathie, eine spongiforme Degeneration der weissen Hirnsubstanz, die bisher nur beim inhalativen Heroinkonsum beschrieben wurde. Ursächlich soll die Pyrolysat-Bildung beim Erhitzungsprozess von Heroin beteiligt sein. Bei häufig beobachteter Polytoxikomanie und gleichzeitigem Tabakkonsum ist die Kausalität von Konsumfolgen generell schwierig zu beurteilen. Bei Auftreten einer unklaren pulmonalen Symptomatik oder Erkrankung, die sich wie ein schwerer Asthmaanfall manifestiert, sollte differenzialdiagnostisch an den inhalativen Heroinkonsum gedacht werden.