Zusammenfassung
Hintergrund Nackenschmerzen sind weltweit eine häufig auftretende Gesundheitseinschränkung. Der große Anteil von Patienten mit unspezifischen Nackenschmerzen kann in Subgruppen eingeteilt werden. Eine dieser Subgruppen sind Patienten mit Bewegungskontrollproblemen. Für eine eindeutige Identifizierung dieser Gruppe sind zuverlässige Messverfahren notwendig. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Tests zur Überprüfung der Bewegungskontrolle. Bisher liegt kein Review über den aktuellen Forschungsstand zur Intertester- und Intratester-Reliabilität der vielen Bewegungskontrolltests ohne technische Geräte bei Patienten mit Nackenschmerzen vor.
Ziel Das Ziel der Arbeit ist es, die aktuell vorhandene Evidenz zur Intratester- und Intertester-Reliabilität von Bewegungskontrolltests bei Patienten mit Nackenschmerzen zu untersuchen.
Methode Die Recherche fand im April 2017 bei Medline, Cochrane und PEDro unter anderem mit den Suchbegriffen „neck pain“ [Mesh], „reproducibility of results“ [Mesh], „reliability“ und „movement control impairment“ sowie einer Vielzahl von Synonymen statt. Um das Bias-Risiko der eingeschlossenen Studien zu ermitteln, wurde die QAREL-Checkliste verwendet 17. Eine Autorin extrahierte die Studien- und Patientencharakteristika.
Ergebnisse 4 Studien mit einem geringen (8/11) bis moderaten (7/11) Bias-Risiko wurden eingeschlossen. Die Intertester-Reliabilität der 26 Tests lag zwischen ausreichend und sehr gut (k = 0,32 – 1,0), die Intratester-Reliabilität der 11 Tests war moderat bis sehr gut (k = 0,59 – 0,92). Lediglich 3 Tests wurden von je 2 Studien, alle anderen Tests jeweils nur von 1 Studie überprüft. Der am besten untersuchte und beurteilte Test zur Einschätzung der Bewegungskontrolle der HWS war der Test „Blickstabilität“.
Schlussfolgerung Weitere Studien sollten neben der Untersuchung der Validität einzelner Tests eine Testbatterie zur zuverlässigen Beurteilung der Bewegungskontrolle der HWS entwickeln.