quantitative sensorische testung
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Der Schmerz ◽  
2021 ◽  
Author(s):  
Magdalena Adler ◽  
Bernhard Taxer

Zusammenfassung Hintergrund Neuropathische Schmerzsyndrome zeichnen sich durch hohe Chronifizierungsraten sowie lange und intensive Schmerzepisoden aus. Ein treffsicheres Erkennen stellt eine Grundkompetenz von Physiotherapeuten dar, ermöglicht eine ursachengerechte Therapie und kann die Entstehung von Folgeschäden verhindern. Die quantitative sensorische Testung (QST) wird im medizinischen Rahmen als Ergänzung zur klinischen Sensibilitätsprüfung eingesetzt, konnte inzwischen eine beachtliche Stellung in der Forschung einnehmen, wird in der klinischen Praxis jedoch weniger häufig eingesetzt. Fragestellung Welchen Mehrwert hat die QST in der Untersuchung neuropathischer Schmerzen? Was sind die Ursachen für die begrenzte klinische Anwendung der QST? Was sind potenzielle Wege für einen erfolgreichen Übertrag der QST in die physiotherapeutische Praxis? Methode Literaturrecherche im Zuge einer Bachelorarbeit Physiotherapie. Ergebnisse Als valides Untersuchungsinstrument, das zur Evaluierung des gesamten somatosensorischen Profils geeignet ist, bietet die QST vor allem im Bereich der Small-fibre-Neuropathien einen erheblichen Vorteil gegenüber konventionellen Testverfahren. Diese kleinen Fasern scheinen insbesondere in der Frühphase von Neuropathien betroffen zu sein und können über konventionelle Testverfahren nicht evaluiert werden. Das macht den Einsatz von Teilaspekten der QST zu einem nützlichen Instrument für Physiotherapeuten und medizinisches Personal, was besonders in der Früherkennung von Neuropathien von großem Nutzen ist. Diskussion Trotz des bestehenden großen Nutzens existieren bis dato noch Limitationen, die den klinischen Routineeinsatz der QST behindern. Einige davon können durch exakte Testausführungen und Vorkehrungen bis zu einem gewissen Grad überwunden werden, andere, für die Klinik hochrelevante Bereiche wie die hohen Anschaffungskosten der Geräte und der hohe zeitliche Aufwand der Durchführung konnten bislang noch nicht zufriedenstellend gelöst werden. Weniger umfassende Testprotokolle sowie die Entwicklung handlicher und kostengünstiger Testgeräte könnten diesbezüglich erste Lösungsansätze darstellen. Die Ergänzung der konventionellen Bedside-Untersuchung um Testungen zur Wärmesensibilität und Schmerzschwellenbestimmung kann eine weitere Möglichkeit darstellen, um den dargestellten Mehrwert der QST in den klinischen Alltag zu integrieren. Schlussfolgerung Die QST steuert einen wesentlichen Beitrag zur Untersuchung und Diagnose von Neuropathien bei. Physiotherapeuten sind dazu angehalten, Teilaspekte aus der QST in eine standardmäßige Untersuchung zu implementieren, um sowohl in der Früherkennung als auch in der Behandlung positiv einzuwirken.


2021 ◽  
Vol 40 (03) ◽  
pp. 104-119
Author(s):  
Sophie-Charlotte Fabig ◽  
Dilara Kersebaum ◽  
Manon Sendel ◽  
Janne Gierthmühlen ◽  
Ralf Baron

ZUSAMMENFASSUNGDie Ätiologie neuropathischer Schmerzen gründet auf einer Schädigung des somatosensorischen Systems. Sie unterscheiden sich von nozizeptiven Schmerzen, bei welchen das somatosensorische System intakt ist, nicht nur in ihrer Schmerzqualität, sondern auch in ihrer Therapie. Periphere neuropathische Schmerzen, beispielsweise aufgrund einer Polyneuropathie, werden von zentralen neuropathischen Schmerzen, beispielsweise als Folge eines Schlaganfalls abgegrenzt. Bei der Diagnostik neuropathischer Schmerzen, wird zwischen „sicheren“, „wahrscheinlichen“, „möglichen“ und „unwahrscheinlichen“ neuropathischen Schmerzen unterschieden. Eine gründliche Anamnese, welche durch Fragebögen ergänzt werden kann, und körperliche Untersuchung sind bei der Diagnostik erforderlich. Zum Erkennen der „Positiv“- und „Negativsymptome“, welche für neuropathische Schmerzen charakteristisch sind, kann man sich einfacher „Bedside-Tools“ bedienen. Für die Sicherung der Diagnose können die Quantitative Sensorische Testung (QST), Methoden der Bildgebung und der klassischen Elektrophysiologie sowie die Hautbiopsie und weitere spezialisierte Methoden eingesetzt werden. Das Ansprechen neuropathischer Schmerzen auf klassische Analgetika ist in der Regel schlecht. Daher werden als Medikamente erster Wahl Antikonvulsiva und Antidepressiva eingesetzt. Auch topisch applizierte Substanzen wie Capsaicin oder Lidocain und niedrigpotente Opioide finden in der Therapie neuropathischer Schmerzen häufig ihre Anwendung. Oft ist eine Kombination mehrerer Substanzen erforderlich. Die Trigeminusneuralgie sowie der zentrale Schmerz nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose weisen Besonderheiten in ihrer Diagnostik und Therapie auf, welchen in Exkursen Aufmerksamkeit gewidmet werden soll.


2015 ◽  
pp. 101-112 ◽  
Author(s):  
M. Mücke ◽  
H. Cuhls ◽  
L. Radbruch ◽  
R. Baron ◽  
C. Maier ◽  
...  

Der Schmerz ◽  
2014 ◽  
Vol 28 (6) ◽  
pp. 635-648 ◽  
Author(s):  
M. Mücke ◽  
H. Cuhls ◽  
L. Radbruch ◽  
R. Baron ◽  
C. Maier ◽  
...  

2012 ◽  
Vol 31 (03) ◽  
pp. 125-131 ◽  
Author(s):  
L. Radbruch ◽  
R. Rolke

ZusammenfassungDas diagnostische „Work-up“ neuropathischer Schmerzen umfasst Schmerzfragebögen als Screening-Instrumente sowie eine Schmerzzeichnung, Informationen zur Krankheitsgeschichte und eine klinisch-neurologische Untersuchung zur Klärung der Fragen: Ist das Screening zur Ausprägung von Schmerzdeskriptoren vereinbar mit dem Vorliegen eines neuropathischen Schmerzes? Ist das Muster der Schmerzausbreitung und des sensiblen Defizits neuroanatomisch nachvollziehbar? Finden sich Hinweise auf eine relevante Läsion oder Erkrankung der peripheren oder zentralen Anteile des somatosensorischen Systems? Als Ergänzung zur elektrophysiologischen Untersuchung des somatosensorischen Systems hat sich als komplementäres Verfahren die quantitative sensorische Testung etabliert, die anders als konventionelle Verfahren neben sensiblen Defiziten die Erfassung sensibler Pluszeichen erlaubt. Klinische Pluszei-chen wie Hyperalgesie, Hyperpathie und Allodynie oder Minuszeichen wie Hypästhesie und Hypoalgesie können dabei auf dem Schmerz zugrunde liegende neurobiologische Mechanismen hinweisen, wie eine periphere, zentrale Sensibilisierung oder Deafferenzie-rung im nozizeptiven System.


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