psychische beschwerden
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Author(s):  
Tobias Weigl ◽  
Susan Garthus-Niegel

ZusammenfassungDer Bindungsaufbau von (werdenden) Müttern und Vätern zu ihrem Kind hat große Bedeutung für das psychische Wohlbefinden der Eltern und des Kindes. Dies gilt insbesondere dann, wenn bei den Eltern bereits psychische Beschwerden wie Depressionen vorhanden sind. Darüber hinaus können frühkindliche Bindungserfahrungen sowohl die psychische Gesundheit des Kindes als auch spätere Beziehungen beeinflussen. Klassische Verfahren der Bindungsforschung wie der Fremde-Situations-Test zur standardisierten Erfassung des Bindungserlebens sind jedoch für den klinischen Alltag in Neonatologie und Geburtshilfe nicht praktikabel, zumal hier v. a. das Bindungsverhalten des Kindes im Fokus steht. Zudem kann die Bindung zum ungeborenen Kind so nicht erfasst werden. Daher bieten sich zur Erfassung des elterlichen Bindungserlebens v. a. Fragebögen an. Sowohl für die Zeit der Schwangerschaft, als auch für den Postpartalzeitraum sind geeignete Instrumente vorhanden, die jedoch überwiegend für Frauen entwickelt wurden. Allerdings besteht bei den meisten Fragebögen Bedarf zur methodischen Weiterentwicklung, da Cut-off Werte sowie Normwerte z. T. bisher nicht etabliert wurden. Solche Werte dürften allerdings insbesondere in der Regelversorgung von Bedeutung sein. Insgesamt scheint die Erfassung des Bindungserlebens sinnvoll zu sein, damit rechtzeitig Unterstützung beim Bindungsaufbau gegeben oder in unterstützende Angebote vermittelt werden kann.


Author(s):  
Rainer Weber ◽  
Johannes C. Ehrenthal ◽  
Timo Kolja Pförtner ◽  
Christian Albus ◽  
Christoph Stosch

Zusammenfassung. Theoretischer Hintergrund. Trotz der gesundheitspolitischen Relevanz ist die Datenlage zu psychischen Erkrankungen und Belastungen von Studierenden in Deutschland im internationalen Vergleich eher schmal. Bestehende Untersuchungen mit größeren Stichproben leiden entweder an methodischen Problemen in der Erfassung von psychischen Störungen oder sind wenig kontrolliert. Fragestellungen: Um einen Überblick über das Ausmaß psychischer Symptome von Studierenden zu bekommen, wurden in einem Screening-Ansatz die Studierenden der Universität zu Köln im Rahmen einer Online-Befragung befragt. Zusätzlich zu den störungsbezogenen Ergebnissen wurden Daten zur Inanspruchnahme von Hilfeleistungen und studienrelevante Informationen und dem Vorliegen des Verdachts einer Persönlichkeitsstörung erfasst. Methodik. 44 299 Studierende der Universität zu Köln wurden zu einer Online-Befragung zum Thema Studieren mit psychischen Belastungen und Erkrankungen eingeladen. Zum Erfassen psychischer Beschwerden und Erkrankungen wurden der Patient-Health-Questionnaire (PHQ-D) und ein Screeningfragebogen für Persönlichkeitsstörungen (Persönlichkeitsstörungs-Screening Kurzform [PSS-K]), eingesetzt. Ergebnisse. Die Rücklaufquote der Befragung lag bei 11.18 % ( N = 4 952; bereinigte Rücklaufquote: N = 4 894; 11,04 %). Bei 53.6 % der Studierenden ( N = 2 657) zeigte sich mindestens ein syndromales Störungsbild (PHQ-D). Der Verdacht auf eine Störung der Persönlichkeitsentwicklung stellt sich bei 14.5 % der Respondentinnen und Respondenten ( N = 708). Schlussfolgerung. Die Ergebnisse bestätigen, dass psychische Belastungen unter Studierenden weit verbreitet sind. Neben behandlungsbedürftigen psychischen Störungen findet sich ein nicht geringer Prozentsatz subklinischer Zustände. Präventions- und Interventionsansätze sollten auf unterschiedliche Schweregrade der Belastung abgestimmt sein. Weiterhin stellen psychische Beschwerden einen Risikofaktor für Studienabbruchgedanken dar.


2019 ◽  
Vol 73 (4) ◽  
pp. 418-438 ◽  
Author(s):  
Andrea Lohmann-Haislah ◽  
Johannes Wendsche ◽  
Anika Schulz ◽  
Ina Schöllgen ◽  
Luis Carlos Escobar Pinzon

Zusammenfassung Der Pflegeberuf ist mit hoher körperlicher und psychischer Belastung verbunden. Infolgedessen finden sich in der Kranken- und Altenpflege erhöhte Risiken für körperliche und psychische Beschwerden. Dabei dürfte sich die Belastungssituation in den letzten Jahren aufgrund struktureller und organisationaler Veränderungen im Pflegebereich, gestiegenem Pflegeaufwand und Problemen mit einer ausreichenden Fachkräftesicherung verstärkt haben. Insofern ist es wichtig, solche Arbeitsmerkmale zu stärken, die beeinträchtigende Beanspruchungsfolgen zu mindern vermögen und damit eine gesunde und sichere Arbeit ermöglichen. Arbeitspausen stellen eine solche Arbeitsressource dar. In Deutschland sind Mindestpausenzeiten gesetzlich verpflichtend. Verschiedene Studien zeigten allerdings, dass Pausen bei Pflegetätigkeiten überdurchschnittlich häufig ausfallen, verkürzt werden oder zeitlich nicht wie geplant genommen werden können. Über Treiber und Folgen des Ausfalls von gesetzlichen Ruhepausen ist allerdings wenig bekannt. Dies motivierte zu der nachfolgenden Untersuchung. Grundlage der Auswertungen waren für Deutschland repräsentative Befragungsdaten von Erwerbstätigen, darunter Beschäftigte aus dem Bereich Kranken- und Altenpflege (N = 1003; Krankenpflege n = 685, Altenpflege n = 318), die im Rahmen der im Querschnitt angelegten 6. Welle der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 gewonnen wurden. Es zeigte sich, dass Pausen signifikant häufiger im Alten- und Krankenpflegebereich ausfallen als bei sonstigen Beschäftigten. Als Hauptgründe für den Pausenausfall werden sowohl in der Kranken- als auch in der Altenpflege hohe Arbeitsmengen angegeben. Weitere Analysen zeigen, dass fehlende Informationen, Merkmale hoher Arbeitsintensität, Schichtarbeit, das Innehaben einer Führungsposition, mangelnde Selbstbestimmung beim Pausenzeitpunkt und Wochenendarbeit mit erhöhtem Pausenausfall einhergehen. Zudem lassen Beschäftigte mit einem unbefristeten Vertrag häufiger die Pause ausfallen, als die mit einem befristeten Vertrag. Bei Betrachtung psychosomatischer Beschwerden zeigt sich, dass die Beschäftigten in der Pflege mit Pausenausfall häufiger psychosomatische Beschwerden angeben als die ohne Pausenausfall, ebensolches gilt für die Muskel-Skelett-Beschwerden. Es wird aber auch deutlich, dass Pausen selbst unter hohen Arbeitsanforderungen diese negativen Beanspruchungsfolgen reduzieren können. Praktische Relevanz: Zur Sicherung der Versorgung im Gesundheitswesen sowie der Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der dort arbeitenden Pflegekräfte sollte dem Ausfall von gesetzlichen Ruhepausen in Zukunft besser vorgebeugt werden.


2018 ◽  
Vol 34 (04) ◽  
pp. 196-197

Mit dem Voranschreiten des demografischen Wandels sowie einer „ambulant vor stationär“-Policy verändert sich der Alltag in deutschen stationären Pflegeeinrichtungen. Bewohnerinnen und Bewohner sind zunehmend älter, multimorbide und verweilen deutlich kürzer in den Einrichtungen [12]. Diese Veränderungen sowie der viel diskutierte Fachkräftemangel haben unmittelbare Folgen auf die Arbeitsbelastungen von Pflegekräften. Das verbleibende Pflegepersonal klagt über steigende Arbeitsbelastungen, Unzufriedenheit, ist überdurchschnittlich häufig gestresst und weist physische wie psychische Beschwerden auf [3, 6, 11]. Mit dem 2017 in Kraft getretenen Pflegestärkungsgesetz (PSG III) sowie dem 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz (PrävG) reagiert die Bundesregierung auf diese Entwicklungen und versucht gezielt, die gesundheitliche Situation sowohl der Pflegebedürftigen als auch des Pflegepersonals zu verbessern.


2018 ◽  
Vol 97 (06) ◽  
pp. 398-404 ◽  
Author(s):  
Susanne Worrack ◽  
Orlando Guntinas-Lichius ◽  
Gerd Fabian Volk ◽  
Magdalena C. Kaczmarek ◽  
Julia Mühleck ◽  
...  

Zusammenfassung Hintergrund Fazialisparese (FP) ist eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur und zählt zu den häufigsten motorischen Ausfällen. Sie geht mit einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität und depressiven Symptomen einher. Schlafstörungen in Folge einer FP werden oft auf krankheitsbedingte Beeinträchtigungen zurückgeführt, obwohl auch psychosoziale Belastungen als Ursache in Frage kämen. Diese Studie untersuchte direkte und indirekte Effekte der FP auf die Schlafqualität. Methoden Die Stichprobe der Querschnittsstudie umfasste N = 81 FP-Patienten. Es wurden Symptome der Gesichtsnervenlähmung (FACE), Schlafqualität (PSQI), Lebensqualität (SF36), Depressivität (PHQ9), soziale Ängste (LSAS) und soziodemographische Daten erfasst. Mit Mediationsmodellen wurden Zusammenhänge zwischen Symptomen der FP, sozialen Ängsten, Depressivität und Schlafqualität untersucht. Ergebnisse Die Schlafqualität war bei 33,3 % der Patienten verringert. Die subjektiv eingeschätzte Schwere der FP korrelierte mit der Schlafqualität. Mediationsanalysen legen eine Kausalkette zwischen der Schwere der FP, sozialen Ängsten, depressiven Symptomen und einer eingeschränkten Schlafqualität nahe. Wurden soziale Ängste und Depressivität als Mediatoren in das Modell aufgenommen, gab es keine direkten Effekte der FP auf die Schlafqualität. Schlussfolgerung Schlafprobleme im Kontext einer FP scheinen weniger durch die krankheitsbedingten Beeinträchtigung verursacht, als vielmehr eine indirekte Folge: Die mit einer FP eingehergehende Veränderung des Gesichtes verursacht psychische Beschwerden welche wiederum zu verminderter Schlafqualität führen. Die medizinische Versorgung von FP-Patienten sollte deshalb auch die psychosozialen Folgen in den Blick nehmen, um der Entstehung psychischer Störungen (z. B. Depressionen) und Schlafstörungen vorzubeugen.


2017 ◽  
Vol 27 (03) ◽  
pp. 160-163
Author(s):  
Haider Darain ◽  
Irfan Ullah ◽  
Muhammad Dildar ◽  
Muhammad Ibrar

ZusammenfassungÜber die Langzeitfolgen des Erdbebens im Jahr 2005 in Pakistan für Patienten, die eine Rückenmarksverletzung erlitten haben, wurde wenig berichtet. Obwohl seitdem mehr als 10 Jahre vergangen sind, benötigen betroffene Patienten in diesen Regionen immer noch ein umfassendes Rehabilitationsprogramm. Insgesamt 180 Teilnehmer wurden für diese Befragung kontaktiert; zur Datenerhebung wurde ein Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität genutzt. Die gesammelten Daten wurden mit SPSS, Version 23, ausgewertet. Ein Großteil der Teilnehmer ordnete sich in die Kategorie ‚schlechter Gesundheitszustand‘ ein. Die durchschnittliche Zeit, in der die Teilnehmer in den letzten 30 Tagen physische und psychische Beschwerden hatten, betrug 3,0 ± 1,6 Tage, beziehungsweise 4,8 ± 1,8 Tage. Die Hauptprobleme dieser Patienten sind nach wie vor Rückenschmerzen und Gehunfähigkeit. In den vom Erdbeben betroffenen Gebieten besteht immer noch Verbesserungsbedarf in der Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen, insbesondere mit Rückenmarksverletzungen.


Arbeit ◽  
2015 ◽  
Vol 24 (3-4) ◽  
Author(s):  
Anna Mucha ◽  
Wiebke Frieß ◽  
Jana Jarren ◽  
Daniela Rastetter

ZusammenfassungParallel zu Prozessen der Subjektivierung und Entgrenzung nehmen Stress und psychische Beschwerden ständig zu; die Betriebe tun bisher wenig, um hier organisationskulturell gegenzusteuern. Vor diesem Hintergrund gehen wir auf der Basis von 60 qualitativen Interviews mit Nachwuchsführungskräften empirisch der Frage nach, welche Bedeutung mikropolitischem Handeln im Sinne einer subjektiven Bewältigungsstrategie als Gesundheitsressource zukommen kann. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass mikropolitische Fähigkeiten tatsächlich eine Ressource zur Stressreduktion darstellen, die im Hinblick auf ihr gesundheitsförderliches Potenzial näher untersucht werden sollte.


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