gesunde probanden
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2021 ◽  
Author(s):  
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Fatima Fatima

Chronische Herzinsuffizienz ist eine der führenden Todesursachen im Rahmen kardiovaskulärer Erkrankungen und ist mit einer hohen Anzahl an Komorbiditäten assoziiert. Unter anderem führt Herzinsuffizienz zu Veränderungen des Immunsystems, welche denen der Immunoseneszenz ähneln. Als einflussreiche Modulatoren ganzer molekularbiologischer Regelkreise sind microRNAs in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Diese nicht-kodierenden, kurzen RNA-Einzelstränge können die Genexpression von vielen Zielgenen durch spezifisches Binden der jeweiligen mRNA Transkripte kontrollieren. Aufgrund zum Teil gewebe-, zelltyp- und prozess-spezifischer Expression können microRNAs auch als mögliche Biomarker für spezifische klinische Fragestellungen dienen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Expression von immunmodulatorischen microRNAs im peripheren Blut (PB) von jungen und gealterten gesunden Probanden (y/h bzw. o/h) sowie Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (CHF) untersucht. Dabei wurde ein Bezug auf Immunoseneszenz bzw. die Auswirkung von CHF auf das Immunsystem hergestellt. Im Rahmen dessen wurden Leukozyten-, insbesondere Lymphozyten-Subpopulationen analysiert. Hierzu wurden Probanden in die drei folgenden Gruppen eingeschlossen: Patienten mit CHF (n=18, durchschnittliches Alter 64 Jahre), alters-korrelierte gesunde Probanden (n=13, durchschnittliches Alter 64 Jahre) sowie junge gesunde Probanden (n=30, durchschnittliches Alter 25 Jahre). Neben der Erhebung der klinischen Daten wurde peripheres Blut zur Bestimmung der microRNA-Expressionslevels sowie für durchflusszytometrische Analysen der Leukozytenpopulationen gewonnen. In den Expressionsanalysen konnte eine alters- und herzinsuffizienz-abhängige Dysregulation einzelner microRNAs beobachtet werden. Insbesondere Mitglieder der miR-181-Familie, spezifisch miR-181a und miR-181c, waren im Alter niedriger exprimiert, zudem war die Expression von miR-181c bei Vorliegen einer CHF deutlicher reduziert. Des Weiteren zeigte sich eine altersabhängige erhöhte Expression von miR-34a, wobei das Vorliegen von CHF keine Auswirkung auf die Expression zeigte. Bei den microRNAs miR-146a und miR-223 konnte keine signifikante alters- oder CHF-abhängige Regulation nachgewiesen werden. Lediglich zeigte bei der miR-155 zeigte sich eine signifikante Reduktion bei Vorliegen einer CHF im Vergleich o/h Probanden. In Hinblick auf die Leukozytenpopulationen im peripheren Blut wiesen Patienten mit CHF höhere Zahlen an Leukozyten auf, alle miR-181 Mitglieder zeigten hierbei eine inverse Korrelation. Dagegen stellte sich in Hinblick auf die Zusammensetzung der Leukozyten-Subpopulationen eine Reduktion der Lymphozytenfraktion im Alter dar, besonders bei Patienten mit CHF. Insbesondere zeigte sich eine altersabhängige Abnahme der B-Lymphozytenpopulation, wobei auch hier das Vorliegen einer CHF diesen Effekt verstärkte. Die Expression miR-181a und miR-181c sowie miR-146a und miR-223 korrelierte positiv mit dem Anteil der B-Lymphozyten. Innerhalb der B-Zellen zeigte sich eine alters- und CHF-abhängige Reduktion der naïven B-Zellen, welche positiv mit der Expression von miR-181c, miR-146a und miR-223 korrelierte. Die beobachteten Veränderungen der B-Zell-Subpopulationen zeigten sich insbesondere bei CHF Patienten mit ischämischer Ursache im Vergleich zur dilatativen Kardiomyopathie. Bei den untersuchten T-Lymphozyten-Subpopulationen zeigte sich eine altersabhängiger Abfall bei den zytotoxischen T-Zellen. Das Vorliegen einer CHF verstärkte diesen Effekt. Die beobachteten Veränderungen der T-Zell-Subpopulation korrelierten nicht mit der Expression der untersuchten microRNAs. Im Gegensatz zu den lymphoiden Subpopulationen zeigte sich ein Anstieg der neutrophilen Granulozyten und der Monozyten im Alter, es stellte sich jeweils eine negative Korrelation mit der Expression von miR-181 Transkripten sowie miR-155, miR-146a und miR-223 dar. Zusammenfassend zeigten sich signifikant erniedrigte Expressionslevels von miR-181c im Alter, was mit Immunoseneszenz-bedingten Veränderungen des peripheren Bluts einherging. Diese Veränderungen zeigten sich zusätzlich verstärkt bei Patienten mit CHF. Zukünftig könnten miR-181c Expressionslevel in peripherem Blut als Biomarker für die Immunfunktionen bei CHF Patienten dienen und in Hinblick auf eine mögliche prospektive Information evaluiert werden.


2020 ◽  
Vol 237 (05) ◽  
pp. 649-654
Author(s):  
Susanna König ◽  
Siegfried Priglinger ◽  
Markus Schaumberger ◽  
Elisabeth M. Messmer

Zusammenfassung Hintergrund Die Hyperosmolarität des Tränenfilms gilt als bedeutendes klinisches Zeichen des trockenen Auges und als wichtigster singulärer diagnostischer Parameter. Neben dem seit einigen Jahren verfügbaren Ocusense TearLab-Osmometer (TearLab Corp, San Diego, CA) ist seit Kurzem auch das I-Pen-Osmometer (I-MED Pharma Inc., Dollard-des-Ormeaux, Quebec, Kanada) verfügbar. Das Ziel unserer Studie war die Vergleichbarkeit der mittels TearLab- und I-Pen-Osmometer erhobenen Tränenfilmosmolarität bei gesunden Probanden zu untersuchen. Material und Methoden 51 gesunde Probanden (mittleres Alter 40,6 Jahre, Altersspanne 17 – 63 Jahre, 66,7% weiblich) ohne Beschwerden und Zeichen eines trockenen Auges (Ocular Surface Disease Index < 13, Tränenfilmaufrisszeit > 7 s, unauffälliger Schirmer-Test > 10 mm/5 min) wurden eingeschlossen. Die Tränenfilmosmolarität wurde im Tränenfilmmeniskus (TearLab) und an der subtarsalen Bindehaut (I-Pen) mit einem Zeitintervall von 30 min erhoben. Die Reihenfolge der beiden Osmolaritätsuntersuchungen erfolgte im alternierenden Wechsel. Die statistische Analyse erfolgte mittels Wilcoxon- und Spearman-Tests. Ergebnisse Die mittlere TearLab-Osmolarität war 295,1 mosmol/l (rechtes Auge), 294,0 mosmol/l (linkes Auge) sowie 294,6 mosmol/l (bilateral) mit einer Variationsbreite von 268 – 394 mosmol/l. Mittels I-Pen-Osmometer erhobene mittlere Osmolaritätswerte lagen bei 301,6 mosmol/l (rechtes Auge), 302,5 mosmol/l (linkes Auge) und 302,1 mosmol/l bilateral mit einer Variationsbreite von 276 – 394 mosmol/l. Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied in den erhobenen Tränenfilmosmolaritäten mit den beiden Techniken für beide Augen einzeln (p < 0,02) und beim Mittelwert beider Augen (p < 0,001). Die Messungen mit beiden Geräten korrelierten nicht signifikant (r = 0,27 rechts und r = 0,08 links). Bei einem – wie von TearLab vorgeschlagenen – Grenzwert von 308 mosmol/l lagen 98,0% der TearLab-Werte, aber nur 68,6% der I-Pen-Werte im Normbereich. Schlussfolgerung Die mittels I-Pen gemessenen Osmolaritätswerte zeigten sich signifikant höher im Vergleich zu den mit TearLab erhobenen Messwerten. Für diesen Unterschied verantwortlich könnte u. a. die Lokalisation der Messung an der subtarsalen Konjunktiva mit dem I-Pen im Vergleich zur Messung im Tränenfilmmeniskus mit dem TearLab sein. Es könnte daher notwendig sein, den Grenzwert zur Unterscheidung pathologischer Werte von physiologischen Werten bei Messungen der Tränenfilmosmolarität mit dem I-Pen-Osmometer zu ändern. Weiterführende Untersuchungen an einer größeren Kohorte von Normalprobanden sowie bei Patienten mit trockenem Auge sind hierfür notwendig.


2019 ◽  
Vol 19 (05) ◽  
pp. 336-344
Author(s):  
Nebiyat F. Belachew ◽  
Silvija Jerkic ◽  
Felix Michel ◽  
Ralf Schubert ◽  
Stefan Zielen ◽  
...  

Zusammenfassung Einleitung Die Bronchiolitis obliterans (BO) ist eine sehr seltene, chronische Lungenerkrankung, die vereinzelt nach schweren Atemwegsinfektionen oder als Folge von Stammzell- und Lungentransplantation auftritt. Ziel der Arbeit war es, die Lungenfunktion und die bronchiale Entzündung bei BO-Patienten im Jugend- und Kindesalter zu untersuchen. Zudem sollte das Potenzial des LCI in der Diagnostik dieser Patienten untersucht werden. Methoden Es wurden 16 BO-Patienten (Alter:Median 16,7; 9,6–25,3 Jahre) und 17 gesunde Probanden (Alter: Median 16,6; 7,6–25,0 Jahre) untersucht. Neben der Untersuchung der Lungenfunktion (FVC, FEV1, MEF25, RV und RV/TLC) mittels Bodyplethysmografie erfolgte eine Reversibilitätstestung nach Gabe von 400 μg Salbutamol. Die Bestimmung des LCI erfolgte mittels Multiple Breath Washout (MBW)-Methode. Zusätzlich wurde die Zellverteilung und das Zytokinprofil (IL-1ß, IL-6, IL-8, TNF-α)mittels Cytometric Bead Array (CBA) im induzierten Sputum analysiert. Ergebnisse FVC, FEV1 und MEF25 der BO-Patienten waren signifikant niedriger, das RV und die RV/TLC jedoch signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrollgruppe. Eine bronchiale Reversibilität zeigte sich bei 3 Patienten. Der LCI war bei den BO-Patienten gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erhöht (Median 10,24 vs. 7,1) und korrelierte signifikant mit dem MEF25 (p < 0,0001). Im induzierten Sputum fand sich eine signifikante Erhöhung der Gesamtzellzahl, der neutrophilen Granulozyten sowie von IL-6 und IL-8 (p < 0,01). Schlussfolgerung Die Lungenfunktion ist bei Kindern und Jugendlichen mit BO stark eingeschränkt. Zudem erwies sich der LCI als sensitiver und reproduzierbarer Marker zur Beurteilung der obstruktiven Beeinträchtigung der kleinen Atemwege. Im induzierten Sputum ist eine von Neutrophilen dominierte bronchiale Entzündung nachweisbar.


Pneumologie ◽  
2019 ◽  
Vol 73 (07) ◽  
pp. 399-406 ◽  
Author(s):  
N. Belachew ◽  
S. Jerkic ◽  
F. Michel ◽  
R. Schubert ◽  
S. Zielen ◽  
...  

Zusammenfassung Einleitung Die Bronchiolitis obliterans (BO) ist eine sehr seltene, chronische Lungenerkrankung, die vereinzelt nach schweren Atemwegsinfektionen oder als Folge von Stammzell- und Lungentransplantation auftritt. Ziel der Arbeit war es, die Lungenfunktion und die bronchiale Entzündung bei BO-Patienten im Jugend- und Kindesalter zu untersuchen. Zudem sollte das Potenzial des LCI in der Diagnostik dieser Patienten untersucht werden. Methoden Es wurden 16 BO-Patienten (Alter: Median 16,7; 9,6 – 25,3 Jahre) und 17 gesunde Probanden (Alter: Median 16,6; 7,6 – 25,0 Jahre) untersucht. Neben der Untersuchung der Lungenfunktion (FVC, FEV1, MEF25, RV und RV/TLC) mittels Bodyplethysmografie erfolgte eine Reversibilitätstestung nach Gabe von 400 µg Salbutamol. Die Bestimmung des LCI erfolgte mittels Multiple Breath Washout (MBW)-Methode. Zusätzlich wurde die Zellverteilung und das Zytokinprofil (IL-1ß, IL-6, IL-8, TNF-α) mittels Cytometric Bead Array (CBA) im induzierten Sputum analysiert. Ergebnisse FVC, FEV1 und MEF25 der BO-Patienten waren signifikant niedriger, das RV und die RV/TLC jedoch signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrollgruppe. Eine bronchiale Reversibilität zeigte sich bei 3 Patienten. Der LCI war bei den BO-Patienten gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erhöht (Median 10,24 vs. 7,1) und korrelierte signifikant mit dem MEF25 (p < 0,0001). Im induzierten Sputum fand sich eine signifikante Erhöhung der Gesamtzellzahl, der neutrophilen Granulozyten sowie von IL-6 und IL-8 (p < 0.01). Schlussfolgerung Die Lungenfunktion ist bei Kindern und Jugendlichen mit BO stark eingeschränkt. Zudem erwies sich der LCI als sensitiver und reproduzierbarer Marker zur Beurteilung der obstruktiven Beeinträchtigung der kleinen Atemwege. Im induzierten Sputum ist eine von Neutrophilen dominierte bronchiale Entzündung nachweisbar.


2019 ◽  
Vol 7 (3) ◽  
pp. 125-139
Author(s):  
Shikma Katz ◽  
Nissim Arish ◽  
Ariel Rokach ◽  
Yacov Zaltzmann ◽  
Esther-Lee Marcus

Hintergrund: Die Lungenfunktionsprüfung (LFP) wird wegen der Anordnung der Messgeräte und des Patientenkomforts routinemäßig in aufrechter Position durchgeführt. In der vorliegenden systematischen Übersichtsarbeit wurde der Einfluss der Körperposition auf die Lungenfunktion bei gesunden Probanden und speziellen Patientengruppen untersucht. Methoden: Zur Identifizierung englischsprachiger Publikationen, die zwischen Januar 1998 und Dezember 2017 veröffentlicht wurden, erfolgte eine Suche in MEDLINE und Google Scholar anhand der Suchbegriffe body position, lung function, lung mechanics, lung volume, position change, positioning, posture, pulmonary function testing, sitting, standing, supine, ventilation, and ventilatory change. Bei den eingeschlossenen Studien handelte es sich um quasi-experimentelle Prä-post-Interventionen, in denen mindestens 2 Positionen, einschließlich Sitzen oder Stehen, untersucht wurden und die die Lungenfunktion bei nicht mechanisch beatmeten Probanden ≥ 18 Jahre bewerteten. Primäre Zielkriterien waren das forcierte exspiratorische Volumen in 1 Sekunde (FEV1), die forcierte Vitalkapazität (FVC, FEV1/FVC), die Vitalkapazität (VC), die funktionelle Residualkapazität (FRC), der maximale exspiratorische Druck (PEmax), der maximale inspiratorische Druck (PImax), der exspiratorische Spitzenfluss (PEF), die totale Lungenkapazität (TLC), das Residualvolumen (RV) und die Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität der Lunge (DLCO). Folgende Positionen wurden untersucht: stehend, sitzend, Rückenlage sowie Rechts- und Linksseitenlage. Ergebnisse: 43 Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Studienpopulationen umfassten gesunde Probanden (29 Studien), Patienten mit Lungenerkrankungen (9), Herzkrankheiten (4), Rückenmarksverletzungen (SCI) (7), neuromuskulären Erkrankungen (3) und Adipositas (4). In den meisten Studien mit gesunden Probanden oder Patienten mit Lungen-, Herz- oder neuromuskulären Erkrankungen oder Adipositas fielen die Werte für FEV1, FVC, FRC, PEmax, PImax und/oder PEF in den aufrechteren Positionen höher aus. Bei Patienten mit SCI-bedingter Tetraplegie waren die Werte für FVC und FEV1 in Rückenlage höher als im Sitzen. Gesunde Probanden wiesen in Rückenlage eine höhere DLCO auf als im Sitzen und im Sitzen höhere Werte als in Seitenlage. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz fiel der Einfluss der Körperposition auf die DLCO unterschiedlich aus. Schlussfolgerungen: Die Körperposition hat Einfluss auf die Ergebnisse der LFP, doch bestehen Unterschiede hinsichtlich optimaler Position und Ausmaß des Benefits zwischen den Studienpopulationen. Die LFP erfolgt routinemäßig in sitzender Position. Wir empfehlen, bei Patienten mit Rückenmarksverletzung und neuromuskulären Erkrankungen neben der sitzenden Position auch die Rückenlage für die LFP in Betracht zu ziehen. Bei der Behandlung von Patienten mit Herz- oder Lungenerkrankungen, SCI, neuromuskulären Erkrankungen oder Adipositas ist zu berücksichtigen, dass die Physiologie und Funktion der Lunge von der Körperposition beeinflusst werden.


2018 ◽  
Vol 28 (06) ◽  
pp. 334-340
Author(s):  
Tim Wegerhoff ◽  
Ulrich Smolenski ◽  
Barbara Bocker ◽  
Norman Best

Zusammenfassung Hintergrund Kinesiologischen Tapeanlagen wird unter anderem ein positiver Einfluss auf das propriozeptive Feedback und damit auch auf das Gleichgewicht zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund wurden bereits verschiedene Untersuchungen zum Einfluss von Kinesio-Tapes auf die posturale Kontrolle von gesunden Probanden durchgeführt. Dieses Review soll einen Überblick über die bisher veröffentlichten Studien zum Thema verschaffen. Material und Methoden Eine systematische Literaturrecherche innerhalb der Datenbanken PubMed und Web of Knowledge mithilfe der Suchparameter „postural balance tape healthy“ wurde durchgeführt. Ergebnisse Insgesamt wurden 17 relevante Studien identifiziert, im Volltext gelesen und zusammengefasst. Wenn ein Effekt der Tapeanlagen festgestellt werden konnte, wurden zudem fehlende Effektmaße berechnet. 10 Untersuchungen konnten einen positiven Effekt der kinesiologischen Tapeanlage auf die erhobenen Gleichgewichtsparameter feststellen. Schlussfolgerungen Aufgrund der verschiedenen Tapeanlagen und erhobenen Gleichgewichtsparameter ist ein direkter Vergleich der untersuchten Studien schwierig. Körperliche Aktivität scheint die posturale Kontrolle zu verschlechtern, wobei Kinesio-Tapes den Effekt abmildern können. Des Weiteren scheinen gesunde Probanden insbesondere in anspruchsvollen Situationen sowie Probanden mit geringer posturaler Kontrolle von Kinesio-Tapes zu profitieren. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig.


2018 ◽  
Vol 86 (06) ◽  
pp. 356-367
Author(s):  
Ilija Tolic ◽  
Michael Soyka
Keyword(s):  

Zusammenfassung Hintergrund Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholabhängigkeit spielt Stress als Risikofaktor eine wichtige Rolle. Die Berücksichtigung von Stressreaktions- und Stressverarbeitungsmechanismen bei Alkoholabhängigen ist für die Aufrechterhaltung von Abstinenz im Alltag von Relevanz. Ebenso wichtig ist die Berücksichtigung von Krankheitsschwere, die ihrerseits Einfluss auf die Abstinenz insbesondere auf das Verlangen nach Alkohol ausübt. In zahlreichen Studien wurde die Abstinenzdauer, nicht aber die Krankheitsschwere ausreichend berücksichtigt. Ziel Untersucht wird, ob neben der Abstinenzdauer auch die Schwere der Alkoholabhängigkeit einen Einfluss auf die Stressreagibilität und Stressverarbeitung hat. Zudem soll geprüft werden bei welchen Patienten sich der Einfluss zeigt. Die Ergebnisse könnten mehr Klarheit in der komplexen bidirektionalen Beziehung zwischen Alkoholabhängigkeit und Stress bringen, aber auch für die Behandlung von Betroffenen nützlich sein. Methoden Im Querschnittsdesign wurden 64 Alkoholabhängige und 30 gesunde Probanden untersucht. Die Patientenstichprobe wurde nach Abstinenzdauer von 7 und 70 Tagen in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt. Ebenso nach Krankheitsschwere in leicht-mittelschwer und schwer. Mit Trierer Sozial Stresstest (TSST) wurden alle Probanden akutem Stress ausgesetzt. Erhoben wurden Parameter wie Cortisol im Speichel, elektrodermale Aktivität (EDA), Puls, suchtspezifische Variablen (Schwere der Abhängigkeit, Trinkdauer, Trinkmenge, Suchtdruck, Leberenzyme, familiäre Vorgeschichte, Anzahl Therapien, Rauchen, uvm.), psychopathologische Variablen (Angst, Depression, kritische Lebensereignisse, Persönlichkeitsstörungen), akute und chronische Stressverarbeitung, sowie Alltagsbelastungen. Ergebnisse Schwerkranke Patienten reagieren schwächer und etwas verzögert auf Stress, zeigen dafür aber eine verlängerte Stressreaktion im Vergleich zu leicht-mittelschwerkranken und Gesunden. Dies ist unabhängig von der Abstinenzdauer (7 oder 70 Tage). Schwerkranke zeigten stärkere Flucht- und Vermeidungsreaktionen, starkes Bedürfnis nach sozialer Unterstützung und die intensive gedankliche Weitebeschäftigung als akute Stressbewältigungsstile. Als Zeichen chronischer Stressbelastung wurden erhöhte Werte in Bereichen Mangel an sozialer Anerkennung, soziale Spannungen und Isolation festgestellt. Außerdem zeigten Schwerkranke stärkere familiäre Vorbelastung, stärkeren Suchtdruck, höhere Ängstlichkeit, längere Trinkdauer und mehr einschneidende Lebensereignisse als Leicht-mittelschwerkranke. Schlussfolgerungen Für eine differenzierte Beurteilung von Stressreagibilität und Stressverarbeitung bei Alkoholabhängigkeit scheint neben Abstinenzdauer auch die Krankheitsschwere eine wichtige Rolle zu spielen. Weitere Anstrengungen sind nötig, um die Ergebnisse in die Behandlungsprogramme zu implementieren.


2018 ◽  
Vol 97 (05) ◽  
pp. 321-326
Author(s):  
Daniela Kühn ◽  
Martin Ptok ◽  
Michael Jungheim
Keyword(s):  
T Test ◽  

Zusammenfassung Hintergrund Bei etwa einem Drittel der Blasmusiker kommt es zu belastungsbedingten Insuffizienzen des velopharyngealen Abschlusses (VPA), d. h. der intraorale Druck übersteigt die durch den VPA gebildete Barriere. In dieser Studie sollte der Verschlussdruck im VPA beim Spielen einer Trompete gemessen und über prüft werden, welchen Einfluss eine 30-minütige Belastungssequenz auf die muskulären Aktivitäten im VPA hat. Material und Methoden Stichprobe: 6 gesunde Probanden. Aufgabe: Spielen des Tons h1 über 5 Sekunden mit 85 dB(A) und mit 100 dB(A). Methodik: Hochauflösungsmanometrie (HRM); Messzeitpunkte: t0: Messung ohne Einspielphase, t1 nach 30 min Trompetenspiel mit vorgegebenen Musikstücken. Variablen: mittlere Drücke (pmit), Minimal-(pmin)- sowie Maximaldrücke (pmax) zu t0 und t1 im VPA. Statistik: Prüfung auf Normalverteilung, t-test. Ergebnisse Alle gemessenen Drücke im VPA sanken von t0 zu t1 für produzierte 85 dB(A) Töne. Für 100 dB(A) Töne sanken nur die pmin. Die Drücke im VPA waren bei 100 dB(A) Tönen insgesamt höher als bei 85 dB(A) Tönen, signifikant war dieser Unterschied nur für pmin und pmax zu t0. Schlussfolgerung Lauter gespielte Töne erfordern eine stärkere muskuläre Kontraktion im VPA. Der niedrigere Verschlussdruck im VPA zum Zeitpunkt t1 kann Folge einer physiologischen muskulären Adaptation an das für den VPA notwendige Druckniveau oder bereits Zeichen einer muskulären Ermüdung sein. Dies ist möglicherweise für den Einsatz der HRM zur Beurteilung der Berufsfähigkeit von Blasinstrumentalisten von Bedeutung. Wie schon für die Phonation beschrieben, ließ sich auch hier mit einem dreiphasigen Modell, bestehend aus Initiation, stabiler Phase und Terminierung, der VPA Druckverlauf beschreiben.


2018 ◽  
Vol 56 (2) ◽  
pp. 182-187 ◽  
Author(s):  
A. Lauenroth ◽  
K. Laudner ◽  
S. Schulze ◽  
K.-S. Delank ◽  
G. Fieseler ◽  
...  
Keyword(s):  

2017 ◽  
Vol 234 (12) ◽  
pp. 1451-1457
Author(s):  
Anita Koschmieder ◽  
Phillip Pisowocki ◽  
Carmen Zietz ◽  
Rainer Bader ◽  
Oliver Stachs ◽  
...  

Zusammenfassung Hintergrund Bisherige experimentelle Ansätze zur Messung der Lidschlusskraft wiesen eine hohe Fehleranfälligkeit auf oder waren durch einen technisch komplexen Versuchsaufbau unpraktikabel. Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung einer Messmethode der Lidschlusskraft mittels Videoanalyse, die möglichst untersucherunabhängig und einfach anzuwenden ist. Material/Methoden 50 gesunde Probanden wurden eingeschlossen. Für die Messung wurde ein verformbarer Single-Use-Lidsperrer nach Barraquer verwendet. Der forcierte maximale Lidschluss wurde mittels Videospaltlampe aufgezeichnet. Die Auswertung des Videomaterials erfolgte softwarebasiert durch einen Tracking-Algorithmus, mit dessen Hilfe die Bewegungsstrecke des Lidsperrers ermittelt wurde. Die Federsteifigkeit wurde separat geprüft. So konnte der Bewegungsstrecke eine definierte Kraft in N zugeordnet werden. Für die statistische Untersuchung von Einflussgrößen auf die Lidschlusskraft (Alter und Geschlecht) wurde der Korrelationskoeffizient nach Pearson ermittelt. Für die Ermittlung der Reliabilität der Methode wurden die Wiederholungsmessungen mittels Intraklassenkoeffizient (ICC) ausgewertet. Ergebnisse In je 3 Wiederholungsmessungen an 9 Probanden wurde ein ICC von α = 0,91 nachgewiesen. Bei 50 gesunden Probanden ergab sich eine Streubreite der Lidschlusskräfte zwischen 0,62 und 4,72 N. Es konnte keine Korrelation zwischen dem Alter der Probanden und der Lidschlusskraft ermittelt werden (Korrelationskoeffizient nach Pearson = 0,054). Eine geringe Korrelation zeigte sich zwischen dem Geschlecht und der Lidschlusskraft. Tendenziell ergaben sich bei Männern etwas höhere Lidschlusskräfte. Der Mittelwert x̄ bei Frauen betrug 1,82 N, bei Männern 2,58 N (Korrelationskoeffizient nach Pearson = 0,428). Schlussfolgerung Bei 50 gesunden Probanden zeigte sich eine große Varianz der ermittelten Lidschlusskraft. Die genauen Einflussfaktoren, welche die individuelle Lidschlusskraft bestimmen, sind derzeit noch nicht bekannt. Die große Streubreite der Messwerte macht eine klare Distinktion zwischen pathologischen und physiologischen Lidkräften schwierig. Somit sind mögliche klinische Anwendungsgebiete der Lidkraftmessung eher in individuellen Verlaufskontrollen bekannter Lidpathologien wie z. B. Fazialisparese oder Myasthenia gravis zu sehen.


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