universelle prävention
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Author(s):  
Lena Eppelmann ◽  
Peter Parzer ◽  
Christoph Lenzen ◽  
Arne Bürger ◽  
Johann Haffner ◽  
...  

Zusammenfassung. Fragestellung: Ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist von psychischen Auffälligkeiten betroffen, welche mit Beeinträchtigungen von Lebenszufriedenheit und Funktionsniveau einhergehen. Die Entstehung psychischer Probleme steht oft in unmittelbarem Zusammenhang mit hohem Stresserleben. Um der Entwicklung psychischer Symptomkonstellationen entgegenzuwirken, scheint es daher vielversprechend, Kompetenzen zur Stressbewältigung (Coping) zu vermitteln. Ziel der vorliegenden Studie ist die Evaluation eines 3 x 90-minütigen Stressbewältigungs-Trainings für die gymnasiale Oberstufe, Klasse 11. Methodik: In einer clusterrandomisierten kontrollierten Untersuchung wurde geprüft, ob das Präventionsprogramm zu einer Reduktion des Stresserlebens führt. Nebenzielkriterien waren Wissen über Stress und Coping, Copingstrategien, emotionale und Verhaltensauffälligkeiten sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität. 21 Kurse von vier Schulen wurden in die Studie eingeschlossen. Ergebnisse: Die Stichprobe umfasste 286 Jugendliche (58.25 % Mädchen; mittleres Alter 16.58 ± 0.65 Jahre). Die Veränderung des Stresserlebens zwischen Prä- und Post-Erhebung unterschied sich nicht signifikant zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe. Im Bereich der Nebenzielkriterien zeigte sich ein signifikanter Wissenszuwachs, jedoch keine weiteren Effekte. Eine explorative Moderatoranalyse lässt einen positiven Zusammenhang zwischen Höhe der Stressbelastung und Trainingswirksamkeit erkennen. Schlussfolgerungen: Die Erkenntnisse stellen infrage, ob die universelle Prävention von Stress für die Zielgruppe geeignet ist. Künftige Studien sollten u. a. auch das Potenzial indizierter Programme in Bezug auf Stress untersuchen.


2018 ◽  
Vol 47 (1) ◽  
pp. 1-15 ◽  
Author(s):  
Kurt Hahlweg ◽  
Wolfgang Schulz

Zusammenfassung. Theoretischer Hintergrund: Die Prävalenzrate kindlicher psychischer Störungen beträgt ca. 20 % und ist durch psychotherapeutische Interventionen alleine nicht zu reduzieren. Universelle präventive Interventionen sind daher dringend notwendig, allerdings ist unklar, ob solche Maßnahmen auch langfristig wirksam sind. Fragestellung: Ziel der vorliegenden Studie ist die Überprüfung der 10-Jahres-Wirksamkeit des Triple P-Elterntrainingsprogramms als universelle Präventionsmaßnahme aus Mütter-, Väter- und Jugendlichensicht. Methode: Zum Prä-Zeitpunkt wurden N = 477 Familien über Kindertagesstätten in Braunschweig rekrutiert und zufällig der Kontrollgruppe (KG) oder dem Triple P-Elterntraining (TP) zugewiesen. 77 % der Familien nahmen das TP-Angebot an (T+), 23 % lehnten eine Teilnahme ab (T–). Die 10-Jahres-Wirksamkeit konnte mit einer multimethodalen diagnostischen Batterie an N=361 Familien überprüft werden (Rücklauf: 76 %). Ergebnisse: Die „Intention to Treat“- Auswertung (Vergleich TP vs. KG) erbrachten keine bedeutsamen Unterschiede. Eine differentielle Analyse der T+, T- und KG-Gruppen ergab aus Sicht der T+ Mütter im Vergleich zur KG eine Reduktion des kindlichen Problemverhaltens (CBCL) und eine Steigerung ihrer Partnerschaftszufriedenheit auf niedrigem Effektstärke-Niveau. In Bezug auf die CBCL-Auffälligkeitsraten zeigten sich im Vergleich zu Prä nach 10 Jahren bei der T+ Gruppe mit 5 % die geringsten, bei der T- Gruppe die stärksten Zuwächse (33 %). Entgegen der Erwartung ließen sich aus Sicht der Mütter keine Effekte hinsichtlich des elterlichen Erziehungsverhaltens nachweisen. Bei den T+ Vätern hingegen zeigte sich eine Verbesserung ihres Erziehungsverhaltens. Aus Jugendlichensicht ergaben sich keine bedeutsamen Effekte. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstützen – allerdings nur aus Sicht der T+ Mütter – die langfristige Wirksamkeit des Triple P-Gruppenprogramms als universelle Maßnahme zur Prävention kindlicher Verhaltensprobleme. Zukünftig sollte der Ablehnenden-Gruppe T- mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, da diese Familien noch ungünstigere Ergebnisse als die Kontrollgruppe aufwiesen.


2016 ◽  
Vol 24 (3) ◽  
pp. 228-230
Author(s):  
Beate Blättner

Zusammenfassung: Pflegekassen sollen künftig unter Beteiligung der versicherten Pflegebedürftigen und der Pflegeeinrichtungen Leistungen zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen erbringen. Ein Handlungsfeld ist Ernährung. Im Nationalen Gesundheitsziel „gesund älter werden“ wird die Umsetzung des Qualitätsstandards für die Verpflegung in stationären Senioreneinrichtungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Dieser ist allerdings nicht in seiner Evidenz überprüft und sieht keine partizipativen Ansätze vor.


2016 ◽  
Vol 24 (3) ◽  
pp. 202-204
Author(s):  
Petra Warschburger

Zusammenfassung: Gestörtes Essverhalten ist unter Jugendlichen weit verbreitet und birgt u.a. die Gefahr der Entwicklung einer manifesten Essstörung. Wirksame Präventionsansätze sind daher dringend erforderlich. Vorgestellt wird das universelle, schulbasierte und koedukative POPS-Programm („Potsdamer Prävention an Schulen“), das in neun interaktiven Sitzungseinheiten zentrale Risikofaktoren wie Körperbild oder Mediendruck thematisiert. Der Ein-Jahres-Follow-up konnte positive Effekte zeigen.


Author(s):  
Gerd Schulte-Körne ◽  
Yvonne Schiller

Fragestellung: Depressive Störungen beginnen häufig im Kindesalter, sodass bereits frühzeitig präventive Maßnahmen einsetzten sollten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, auf der Basis bereits publizierter systematischer Reviews und Metaanalysen die Evidenz der selektiven, indizierten und universellen Prävention für das Kindes- und Jugendalter zusammenfassend darzustellen und Empfehlungen für die Praxis abzuleiten. Methodik: Zwischen 1990 und 2012 wurde in wissenschaftlichen Datenbanken nach deutsch und englischsprachigen Arbeiten zur Prävention von Depression im Kindes- und Jugendalter recherchiert. 10 systematische Reviews und Metaanalysen wurden eingeschlossen. Diese untersuchten insgesamt 121 ausschließlich kontrollierte Studien zu 52 universellen, 46 selektiven und 19 indizierten Präventionsprogrammen. Vier Studien kombinierten selektive und indizierte Prävention. Ergebnisse: Im Vergleich zu unbehandelten Kontrollgruppen gibt es sowohl für selektive und indizierte als auch universelle Prävention Evidenz für deren Wirksamkeit in der Reduktion depressiver Symptome. Dies gilt kurzfristig und bis zu einem Follow-up- Zeitraum von 9 Monaten. Selektive Ansätze zeigen Wirksamkeitsnachweise bis 12 Monate. Die Effektstärken sind meist niedrig. Wenn die Vergleiche mit Placebo- Kontrollgruppen durchgeführt werden, ist die Evidenz deutlich geringer oder nicht nachweisbar. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der einzelnen Reviews sind sehr heterogen. Wichtig erscheint zukünftig zu klären, welche Faktoren für wirksame Prävention verantwortlich sind und wie die Präventionsprogramme erfolgreich in die Praxis integriert werden können.


Author(s):  
Karin Maruska ◽  
Barbara Isensee ◽  
Reiner Hanewinkel

Fragestellung: Wie wirkt sich das Grundschulprogramm Klasse2000 auf den Einstieg in den Zigaretten- und/oder heimlichen Alkoholkonsum aus? Methodik: Aufgeteilt auf die beiden Bedingungen „Teilnahme an Klasse2000“ vs. „Keine Teilnahme an Klasse2000“ wurden Schüler (MAlter = 9,0, SD = 0,5), die am Ende der dritten Klasse als Nie-Raucher (N = 1.027), als Nie-Trinker (N = 1.072) bzw. sowohl als Nie-Raucher und -Trinker (N = 979) identifiziert wurden, zum Ende der vierten Klasse hinsichtlich der Inzidenz des Substanzkonsums verglichen. Multiple hierarchische Poisson-Regressionen unter Kontrolle soziodemgraphischer Charakteristika sowie sozialer Einflussfaktoren wurden berechnet. Ergebnisse: Es konnte ein signifikanter Effekt von Klasse2000 auf den Einstieg in den Zigarettenkonsum sowie den Konsum mindestens einer der beiden Substanzen gefunden werden (p = 0,031 bzw. p = 0,010). Die Number needed to treat betrug für den Einstieg in den Zigarettenkonsum 28, für den Einstieg in den Substanzkonsum allgemein 19. Bezüglich des Einstiegs in den heimlichen Alkoholkonsum konnten keine Programmeffekte gefunden werden. Schlussfolgerungen: Es deutet sich ein primärpräventiver Effekt von Klasse2000 auf den Konsum psychotroper Substanzen an.


2009 ◽  
Vol 38 (2) ◽  
pp. 79-88 ◽  
Author(s):  
Nina Heinrichs ◽  
Kurt Hahlweg ◽  
Sebastian Naumann ◽  
Annett Kuschel ◽  
Heike Bertram ◽  
...  

Zusammenfassung. Theoretischer Hintergrund: Psychische Probleme bei Kindern sind weit verbreitet und durch psychotherapeutische Interventionen alleine nicht zu reduzieren. Prävention ist daher dringend notwendig, aber es ist unklar, wie wirksam solche Maßnahmen sein können, vor allem langfristig. Fragestellung: Kann eine elternzentrierte universelle Präventionsmaßnahme, die kurzfristig effektiv ist, auch langfristig bedeutsame Effekte erzielen? Methode: Eltern wurden gemäß ihrer Kitazugehörigkeit zufällig der Durchführung eines Präventionsprogramms (Elterntraining Triple P, EG) oder einer Kontrollgruppe (KG) zugewiesen. Die langfristige Wirksamkeit wurde nach drei Jahren mithilfe von Fragebogen sowohl aus Sicht der Mütter als auch der Väter überprüft. Ergebnisse: Beide Eltern berichten auch drei Jahre später noch über signifikante Reduktionen im dysfunktionalen Erziehungsverhalten. Darüber hinaus zeigt sich erstmalig auch ein Effekt im positiven Erziehungsverhalten aus Sicht der Mütter. Die zuvor berichteten positiven Auswirkungen auf das kindliche Problemverhalten finden sich nicht mehr. Allein erziehende Mütter der EG erzielen hingegen keine signifikant besseren Effekte als alleinerziehende Mütter der KG, was sich vor allem durch die unerwartet hohen positiven Effekte der allein erziehenden Mütter in der KG ergibt. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstützen die langfristige Wirksamkeit des Triple P-Gruppenprogramms als universelle Maßnahme in der Änderung des Erziehungsverhaltens für Zwei-Eltern-Familien, aber nicht eindeutig für allein erziehende Mütter. Eine Auswirkung auf kindliches Problemverhalten ist nach drei Jahren nicht mehr eindeutig nachzuweisen.


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