kulturelle identität
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2021 ◽  
Author(s):  
Tobias Schramm

ZusammenfassungJulia Kristevas Konzept der Abjektion, das sie in ihrer Monografie Powers of Horror. An Essay on Abjection (1982) vorstellt, wird in der Rezeption nicht selten mit Prozessen des Ausschlusses und der Exklusion gleichgesetzt – sei es auf innerpsychischer oder sozialer Ebene. Das ist zunächst nicht verwunderlich, spielt doch die Grenze und Grenzziehung in ihrem Werk eine entscheidende Rolle: Die Abjektion ist die Grundlage der Konstitution des Subjektes und damit auch der kulturellen Ordnung, die Subjekte hervorbringt. Nur durch die Grenzziehung, als Produkt der Abjektion, können Subjekte eine stabile Psyche und eine kulturelle Identität überhaupt erst entwickeln.Diese Lesart verkennt jedoch die grundlegende theoretische Anlage des Konzeptes bzw. wendet den Begriff bereits auf psychische, aber auch soziale Prozesse an, für welche die Abjektion zunächst erst einmal die Grundlage bildet: Bei der Abjektion, so meine Lesart des Begriffs, handelt es sich primär um die Herstellung einer Grenze. Erst die Herstellung einer Grenze bildet schließlich die Grundlage für Prozesse des Ausschlusses, und zwar sowohl in der frühkindlichen Subjektbildung als auch in der Etablierung kultureller Grenzziehungen und damit der Konstitution sozialer Ordnung. Das Erleben des Abjekten ist, so argumentiere ich in diesem Beitrag, im Grunde gleichzusetzen mit einer existenziellen Krise: Durch die Irritation ontologischer Grenzen findet sich das Subjekt in einem Zustand existenzieller Angst wieder.So bieten zahlreiche Ansätze wie etwa Kant, Kierkegaard oder Heidegger in ihren Begriffsinstrumentarien differenzierte Konzepte der ‚existenziellen Angst‘ bzw. einer existenziellen Krise an, die es ermöglichen, den speziellen psychologischen Zustand, den Kristeva mit dem Begriff des Abjekts adressiert, als existenzielle Angst oder Krise (bzw. als existenzielle Ungewissheit) zu verstehen.


2021 ◽  
Vol 60 (3) ◽  
pp. 230-243
Author(s):  
Reinhold Schlötterer

Konstitutiv für die Identität des griechischen Volkes ist der Freiheitskampf gegen die Türken, der sich auch im Volkslied niedergeschlagen hat. Hier treffen genuin griechisches musikalisches Material und westliche Einflüsse aufeinander. bms online (Schöner, Oliver)


Lipar ◽  
2021 ◽  
Vol 22 (75) ◽  
pp. 129-145
Author(s):  
Nikolina Zobenica

Uglješa Šajtinac zeigt im Drama Das Banat (2007) das proble- matische Zusammenleben von Donauschwaben (Joseph, Erwin und Magdalena Wolf) und Serben (Dobrivoje, Đuđa, Svetislav) im Banat während des Zweiten Weltkrieges. Im Kontext von historischen Umwälzungen und politischen Konflikten versuchen die Figuren im Drama entweder die alte kollektive Identität zu bewahren oder eine neue zu bilden, und ihre Kohäsion mithilfe verschiedener Kategorien festzulegen: Geschlechts (Geschlechtsidentität), Territoriums (territoriale Identität), Klasse (ge- sellschaftsökonomische Identität), Religion (religiöse Identität), Nation (nationale Identität), sowie Politik (politische Identität) und Kultur (kulturelle Identität). Aus- gehend von der Theorie des britischen Historikers der Soziologie Anthony D. Smith (1939–2016), eines der Begründer der Nationalismusforschung, werden in diesem Aufsatz im Kontext des Chronotopos des besetzten Banats (1941–1945) unter- schiedliche Manifestationen der kollektiven Identität untersucht, mit dem Ziel, die Kohäsionskraft dieser Kategorien aufzuklären. Ergebnisse der Analyse zeigen dass Geschlecht, Territorium, Klasse und Nation nicht einen genügend starken Grad der Kohäsion aufzeigen und die Figuren, die auf diesen Kategorien ihre Identität auf- gebaut haben, könnten sich in den neuen Zeiten nicht erhalten, im Unterschied zu denen, die sich für Politik und Kultur entschieden haben, die die Grenzen der Zeit und des Raums überschreiten und eine stärkere Verbindung unter den Figuren her- stellen. So können Dobrivoje und seine Schwester als Kommunisten im neuen Staat fortleben, während andere Figuren sterben oder das Banat verlassen müssen, um eine neue Heimat in der Weite auszusuchen, in der die kulturellen Elemente wie Kunst (Film und Musik) und Fremdsprachen die Verbindung unter den Menschen sichern, trotz den ethnischen und anderen Unterschieden.


2020 ◽  
Vol 67 (1) ◽  
pp. 39-64
Author(s):  
Sarah Künzler

ZusammenfassungIrland ist reich an prähistorischen und mittelalterlichen Monumentalstätten. Diese sind in der mittelalterlichen irischen Literatur oft mit Konzeptionen verschiedener Vergangenheitsvorstellungen verbunden. Der vorliegende Aufsatz präsentiert close readings zweier Texte, des Félire Oengusso Céli Dé (ca. 800 AD) und des Acallam na Senórach (13. Jahrhundert). Die Analyse skizziert narrativ-kognitive geographies of power, die im Zusammenhang mit Monumentalstätten stehen, analysiert deren dezidiert temporale Elemente und zeigt alternative literaturanalytische Zugänge auf. Besonders beachtet werden die komplexen Beziehungen von christlichen und vorchristlichen Stätten und die narrativen Strategien vormoderner Texte, kulturelle Identität sowohl räumlich als auch zeitlich zu verankern.


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