ethische entscheidungsfindung
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Author(s):  
André Kidszun

ZusammenfassungFrühgeborene im Grenzbereich der Lebensfähigkeit befinden sich in einer prognostischen Grauzone. Das bedeutet, dass deren Prognose zwar schlecht, aber nicht hoffnungslos ist, woraus folgt, dass nach Geburt lebenserhaltende Behandlungen nicht obligatorisch sind. Die Entscheidung für oder gegen lebenserhaltende Maßnahmen ist wertbeladen und für alle Beteiligten enorm herausfordernd. Sie sollte eine zwischen Eltern und Ärzt*innen geteilte Entscheidung sein, wobei sie unbedingt mit den Präferenzen der Eltern abgestimmt sein sollte. Bei der pränatalen Beratung der Eltern legen die behandelnden Ärzt*innen üblicherweise numerische Schätzungen der Prognose vor und nehmen in der Regel an, dass die Eltern ihre Behandlungspräferenzen davon ableiten. Inwieweit probabilistische Daten die Entscheidungen der Eltern in prognostischen Grauzonen tatsächlich beeinflussen, ist noch unzureichend untersucht. In der hier vorliegenden Arbeit wird eine Studie reflektiert, in welcher die Hypothese geprüft wurde, dass numerisch bessere oder schlechtere kindliche Prognosen die Präferenzen werdender Mütter für lebenserhaltende Maßnahmen nicht beeinflussen. In dieser Studie zeigte sich, dass die elterlichen Behandlungspräferenzen eher von individuellen Einstellungen und Werten als von Überlegungen zu numerischen Ergebnisschätzungen herzurühren scheinen. Unser Verständnis, welche Informationen werdende Eltern, die mit einer extremen Frühgeburt konfrontiert sind, wünschen und brauchen, ist noch immer unvollständig. Bedeutende medizinische Entscheidungen werden keineswegs nur rational und prognoseorientiert gefällt. In der vorliegenden Arbeit wird diskutiert, welchen Einfluss der Prozess der Entscheidungsfindung auf das Beratungsergebnis haben kann und welche Implikationen sich aus den bisher vorliegenden Studienergebnissen ergeben – klinisch-praktisch, ethisch und wissenschaftlich.


2021 ◽  
Author(s):  
Barbara Bleisch ◽  
Markus Huppenbauer ◽  
Christoph Baumberger

Ethik boomt: Sie soll uns in Zukunft vor Finanzkrisen bewahren, das mangelnde Wertebewusstsein unserer Gesellschaft ausbügeln und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Der Boom wirft aber auch kritische Fragen auf: Wie lässt sich über Ethik sprechen, ohne Moral zu predigen? Wie entscheidet man ethische Konflikte? Gibt es Wissen und Wahrheit in der Ethik? Wie stehen Recht und Ethik zueinander? Die Autoren zeigen mit ihrem Schema ethischer Entscheidungsfindung auf anschauliche Weise, wie moralische Fragen diskutiert und ethische Konflikte gelöst werden können. Mit vielen Beispielen und praxisnahen Übungen richtet sich dieses Handbuch an alle, die mit ethischen Fragen konfrontiert sind und sich mit diesen auseinandersetzen wollen.


Praxis ◽  
2018 ◽  
Vol 107 (7) ◽  
pp. 373-378
Author(s):  
René Hefti ◽  
Thomas Wartenweiler ◽  
Oliver Merz

Zusammenfassung. Obwohl das Thema Religiosität und Spiritualität (R/S) in der Medizin immer mehr an Bedeutung gewinnt, wurden die religiösen Haltungen von Ärzten und ihre Auswirkungen auf die ethische Entscheidungsfindung in der Schweiz bisher kaum untersucht. Die vorliegende Studie evaluiert deshalb den Einfluss von R/S auf die Einstellung von Ärzten gegenüber ethisch umstrittenen medizinischen Fragen. Die Resultate zeigen, dass religiöse Ärzte mehr Vorbehalte in Bezug auf ärztlich assistierten Suizid, Schwangerschaftsabbruch und dem Verschreiben von Verhütungsmitteln an Minderjährige haben. Eine weitere Analyse belegt zudem konfessionelle Unterschiede: Evangelikale Ärzte haben mehr Vorbehalte, gefolgt von katholischen und protestantischen Ärzten.


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