auditive verarbeitung und wahrnehmung
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2020 ◽  
Vol 100 (01) ◽  
pp. 30-37
Author(s):  
Susanne Hofer-Martini ◽  
Mathias Hofer ◽  
Alexander Hemprich ◽  
Thomas Berger ◽  
Michael Fuchs ◽  
...  

Zusammenfassung Hintergrund Patienten mit Gaumenspalte haben sehr häufig im Kindesalter einen binauralen Paukenerguss. Die konsekutive Schallleitungsschwerhörigkeit gilt als Risikofaktor für die Entwicklung einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung. In der internationalen Literatur finden sich nur wenige Studien über die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung bei dieser Population. Daher hatte diese Untersuchung das Ziel, ein eigenes Patientenklientel mit vorhandener Spalte unterschiedlicher Ausprägung hinsichtlich Auffälligkeiten auditiver Leistungen zu bewerten und in Kontext mit der vorhandenen Studienlage zu setzen. Material und Methoden In die Studie konnten 48 Patienten im Alter von 5–16 Jahren eingeschlossen werden. Alle hatten eine nichtsyndromale Gaumenspalte und zum Zeitpunkt der Untersuchung ein peripheres Normalgehör. Bei allen Patienten wurde eine HNO-ärztliche und audiologische Untersuchung durchgeführt (Ohrmikroskopie, Reintonaudiogramm, Tympanometrie, Sprachverständnis im Störschall, dichotische Diskrimination, auditives Kurzzeitgedächtnis) sowie ein Elternfragebogen (DGPP-AVWS-FB) erhoben. Ergebnisse Die Mehrzahl der Eltern gab im DGPP-AVWS-FB keine Auffälligkeiten hinsichtlich der Leistungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung ihrer Kinder an. Das Hören im Störschall war bei 69 % auffällig, das auditive Kurzzeitgedächtnis sowie auch die dichotische Diskrimination bei 16,7 %. Insgesamt zeigte sich in der Altersverteilung, dass sowohl beim auditiven Gedächtnis als auch beim dichotischen Hören vor allem die jüngeren Kinder Defizite hatten. Kinder mit Auffälligkeiten beim Hören im Störschall waren über alle Altersgruppen verteilt. Schlussfolgerung Kinder und Jugendliche mit einer Gaumenspalte haben ein erhöhtes Risiko, Probleme im Bereich der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung zu entwickeln. In der vorliegenden Studienpopulation war vor allem das Hören im Störschall auffällig. 90 % der Kinder hatten bereits eine Sprachtherapie absolviert, die bereits mögliche Probleme im Bereich der auditiven Merkfähigkeit oder des dichotischen Hörens therapiert/kompensiert haben könnte, jedoch weniger das Hören im Störschall.


2020 ◽  
Vol 99 (11) ◽  
pp. 795-802
Author(s):  
Susanne Wagner ◽  
Lissy Rinneberg-Schmidt ◽  
Michael Fuchs ◽  
Sylvia Meuret

Zusammenfassung Hintergrund Berufsbildungswerke (BBW) sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation und Bildung, vergleichbar mit Förderschulen im schulischen Bereich. Das BBW Leipzig registriert seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl von Jugendlichen mit der Diagnose auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS). Für diese Zielgruppe gibt es derzeit nur wenige Testverfahren mit Referenz- oder Normwerten. Ziel war die Untersuchung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung von peripher hörgesunden Jugendlichen mit vorhandenem Testmaterial. Material und Methoden 35 normalhörende Jugendliche (26 männlich, 9 weiblich, im Mittel 18,1 Jahre) aus dem BBW Leipzig wurden mit folgenden Tests untersucht: dichotisches Hören, Sprachverstehen im Störgeräusch, Verstehen zeitkomprimierter Sprache, Phonem-Differenzierung und -Analyse. Zusätzlich wurden sprachfreie Intelligenz, Konzentration, figurale Merkfähigkeit und die sprachlichen Leistungen getestet. Ergebnisse 25 Jugendliche zeigten zentral-auditive Auffälligkeiten; 5 von ihnen hatten keine AVWS-Diagnose aus der Kindheit. Bei 9 der 25 Jugendlichen konnten die Auffälligkeiten nicht auf übergeordnete Störungen zurückgeführt werden. Diese Jugendlichen waren vor allem in der Wahrnehmung gesprochener Sprache sowie im Halten und Manipulieren sprachlicher Reize im Arbeitsgedächtnis eingeschränkt, obwohl die sprachlichen Fähigkeiten unauffällig waren und die Intelligenz normal bis überdurchschnittlich war. Diskussion Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche auffällig im Sinne der AVWS-Kriterien der DGPP sein können und dass nicht zwingend schon eine AVWS-Diagnose aus der Kindheit vorliegen muss. Außerdem wurde deutlich, dass die multiprofessionelle Diagnostik wichtig bleibt. Standardisierte Testverfahren mit entsprechenden Altersnormen werden benötigt.


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