psychosomatische rehabilitation
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7
(FIVE YEARS 0)

Author(s):  
Jessica Henn ◽  
Franziska Kessemeier ◽  
Axel Kobelt-Pönicke ◽  
Markus Bassler ◽  
Jürgen Schmidt ◽  
...  

Zusammenfassung Ziel der Studie Rehabilitand(inn)en mit latentem oder manifestem Rentenwunsch gelten als Problemgruppe für eine erfolgreiche Reha-Teilnahme und anschließende berufliche Wiedereingliederung. Diese Patient(innen)gruppe zu erreichen, ist zum einen gesetzlicher Auftrag und zum anderen aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Perspektive von Bedeutung. Die vorliegende Arbeit untersucht Patient(inn)en, die zu Beginn ihrer Reha-Maßnahme überlegen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen. Fragestellungen sind, ob sich diese Personen hinsichtlich soziodemografischer Variablen und des Reha-Erfolgs von solchen ohne Rentenüberlegung unterscheiden und welche Patient(inn)en trotz Rentenüberlegung von ihrer Rehabilitation profitieren. Besonders berücksichtigt wird dabei die therapeutische Beziehung. Methodik Die Daten entstammen der Routinedokumentation zweier Rehabilitationskliniken, die zwischen Oktober 2012 und Februar 2017 in stationärer psychosomatischer Rehabilitationsbehandlung erhoben wurden (N=8503). Ergebnisse Rehabilitand(inn)en mit Rentenüberlegung waren etwas älter, häufiger arbeitsunfähig und bezogen häufiger Arbeitslosengeld. Bei beiden Gruppen zeigte sich bei Entlassung eine signifikante Reduktion der selbstberichteten Symptome. Innerhalb der Gruppe mit Rentenüberlegung berichteten Personen, die eine Symptombesserung angaben, von einer positiveren Beziehungszufriedenheit. Diskussion/Schlussfolgerung Soziodemografische Ausgangsbedingungen und eine ausgeprägte Symptomatik von Patient(inn)en mit Rentengedanken sind Voraussetzungen, die eine psychosomatische Rehabilitation erschweren können. Dennoch berichten viele von einer Besserung der psychosomatischen Symptomatik und einer positiven therapeutischen Beziehung.


2021 ◽  
Author(s):  
Ernst von Kardorff ◽  
Alexander Meschnig ◽  
Sebastian Klaus

Zusammenfassung Hintergrund Die Studie untersucht die subjektiven Erwartungen an die psychosomatische Rehabilitation und die dort gemachten Erfahrungen im Verhältnis zum nachträglich eingeschätzten Nutzen für die Rückkehr in Arbeit (RTW). Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Verlaufskurven von Beginn der ersten Symptome an bis zur Klinikaufnahme und der dadurch beeinflussten Nutzung und Beurteilung der Maßnahme über den gesamten Krankheits- und Rehabilitationsverlauf bis zum RTW. Ziele Im Kern zielt die Studie auf die individuellen und kontextbezogenen Bedingungen und Verläufe einer gelingenden Rückkehr an den Arbeitsplatz und eines nachhaltigen Verbleibs in Arbeit bei psychisch beeinträchtigten Rehabilitanden aus der retrospektiven verlaufsbezogenen Sicht der Betroffenen selbst. In diesem Beitrag steht die Frage nach den Erwartungen und dem Hilfebedarf beim Zugang zur medizinischen Rehabilitation und nach den Formen der Nutzung ihrer Behandlungsangebote in Abhängigkeit von der individuellen Problemkonstellation beim Zugang in die stationäre Rehabilitation im Zentrum. Methode In der qualitativen Studie wurden 105 Teilnehmer zunächst mittels eines Fragebogens zu ihrer Situation am Beginn der Medizinischen Rehabilitation befragt. Von diesen wurden 33 auf Basis des theoretical sampling ausgewählte Personen, die den Interviews zugestimmt hatten mit episodisch-narrativen Interviews zu 3 Zeitpunkten nach Ende der Maßnahme (6, 12 und 18 Monate) befragt, Fallverläufe erstellt und miteinander verglichen. Ergebnisse Es zeigten sich charakteristische Nutzungserwartungen an die psychosomatische Rehabilitation und darauf basierende unterschiedliche Nutzungsformen ihrer Angebote, die sich nur teilweise mit den Zielen der Rehabilitationsmedizin und den Angeboten der Kliniken decken. Dies verweist auf unterschiedliche Bedarfslagen, die mit dem Stand der Auseinandersetzung mit der Krankheit und anderen personalen Konstellationen korrelieren, in denen sich der Rehabilitand auf einer idealtypischen Verlaufskurve zum Zeitpunkt der Klinikaufnahme befindet. Darauf sollte sich das klinische Setting im Sinne eines personalisierten Case Management einstellen.


2020 ◽  
Vol 68 (2) ◽  
pp. 131-144
Author(s):  
Franziska Kessemeier ◽  
Harald Gündel ◽  
Jörn von Wietersheim ◽  
Michael Hölzer ◽  
Eva Rothermund

Zusammenfassung. Die Erhaltung und Wiederherstellung von (psychischer) Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ist im Interesse zahlreicher Akteure in Betrieben, Sozialversicherungen und Kliniken. Die psychosomatische Rehabilitation kann als eine wesentliche Säule der Versorgung psychisch erkrankter Menschen in Deutschland gesehen werden. Eine verbesserte Vernetzung der Leistungserbringer und die Schließung bestehender Versorgungslücken können vermutlich zu einer effizienteren, nachhaltigeren und insgesamt verbesserten Versorgung psychisch erkrankter Menschen beitragen. Der Artikel gibt eine Übersicht über arbeitsbezogene Diagnostik im Rahmen psychosomatischer Rehabilitation. Fragebögen zur Abbildung arbeitsbezogener Belastungen und zur Aufdeckung eines arbeitsbezogenen Behandlungsbedarfs werden vorgestellt. Darüber hinaus werden Leistungen verschiedener Bereiche des Versorgungssystems dargestellt und deren Nutzen für die psychosomatische Rehabilitation verdeutlicht. Ausgewählte Interventionen sind nach ihrem zeitlichen Greifen in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen dargestellt: Präventive Angebote im Setting Betrieb (Stress-Management-Interventionen und Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb), arbeitsbezogene Psychotherapie, medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation sowie verschiedene Nachsorgeangebote und zur besonderen Vernetzung der verschiedenen Angebote der Einsatz von Fallmanagement. In dem Artikel wird die Bandbreite an Einflussfaktoren, die an der Erhaltung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit mitwirken, verdeutlicht. Möglichkeiten und Potenziale, einen Arbeitsbezug in Diagnostik und Therapie umzusetzen und verschiedene Leistungen innerhalb und außerhalb der psychosomatischen Rehabilitation besser zu vernetzen werden vorgestellt.


2019 ◽  
Vol 76 (8) ◽  
pp. 460-464 ◽  
Author(s):  
Thierry Ettlin ◽  
Udo Kischka

Zusammenfassung. Psychosomatische Medizin ist auf der Vorstellung basiert, dass körperliche Erkrankungen von einer Interaktion biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren verursacht werden können. Die psychosomatischen Symptome können sich in verschiedenen Organsystemen manifestieren: dem Nervensystem, muskuloskelettalen System, kardiovaskulären System, Atmungssystem, Verdauungssystem, und der Haut. Im Jahr 1995 wurde ein Klassifikationssystem psychosomatischer Symptome vorgestellt, das eine systematische Kategorisierung psychosomatischer Störungen ermöglichen soll (Diagnostic Criteria for Psychosomatic Research, DCPR). Auf Basis der Vorstellung, dass psychosomatischen Erkrankungen körperliche, psychologische und soziale Faktoren zugrunde liegen, wird die Rehabilitation von interdisziplinären Teams durchgeführt. Die medikamentösen und psychotherapeutischen Therapien werden mit Therapien kombiniert, die entspannend wirken und Therapien, die kontrollierte Aktivierung beinhalten (z. B. Physiotherapie, Physiotherapie im Wasser, Medizinische Trainingstherapie, Ergotherapie). Psychosomatische Rehabilitation findet häufig zuerst in einem stationären Rahmen statt und vollzieht sich in mehreren Stufen: Erfassung des Problems (Anamnese und Untersuchungen) (1); Konzeptualisierung des Problems (2); Planung der Rehabilitationsziele (3); Interdisziplinäre Rehabilitationsmassnahmen (4); Überprüfung des Rehaerfolges (5); Vorbereitung der Klinikentlassung (6). Nach der Klinikentlassung wird die Rehabilitation ambulant weitergeführt, um Rückfälle zu vermeiden. Die klinische Effizienz stationärer psychosomatischer Rehabilitation wurde in mehreren Studien nachgewiesen.


2019 ◽  
Vol 29 (05) ◽  
pp. 267-274 ◽  
Author(s):  
Franziska Maria Kessemeier ◽  
Markus Bassler ◽  
Franz Petermann ◽  
Axel Kobelt-Pönicke

Zusammenfassung Ziel der Studie Die therapeutische Allianz ist ein wichtiger Wirkfaktor in der psychotherapeutischen Behandlung. Der Zusammenhang von Rehabilitationszufriedenheit und therapeutischer Allianz ist gut belegt. Arbeiten zum Einfluss des Migrationshintergrundes stehen aus. Untersucht wird, ob der Migrationsstatus Einfluss auf die therapeutische Allianz und die Rehabilitationszufriedenheit von PatientInnen der psychosomatischen Rehabilitation hat. Methodik Zunächst werden PatientInnen mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich soziodemografischer Variablen und der Symptomschwere verglichen. Die gefundenen Unterschiede werden in einem Propensity Score Matching berücksichtigt. Die Patientengruppen werden vor und nach dem Matching mittels Varianzanalyse auf Unterschiede hinsichtlich ihrer Reha-Zufriedenheit und therapeutischen Allianz analysiert. Ergebnisse PatientInnen mit Migrationshintergrund waren häufiger weiblich, hatten ein niedrigeres Bildungsniveau und berichteten eine stärkere Symptomschwere. PatientInnen mit Migrationshintergrund bewerteten sowohl die Rehabilitationszufriedenheit als auch die therapeutische Allianz negativer. Die gefundenen Effekte waren jedoch sehr klein und konnten nach dem Matching nicht repliziert werden. Schlussfolgerungen Die negativere Bewertung der Rehabilitationszufriedenheit und der therapeutischen Allianz durch PatientInnen mit Migrationshintergrund ist auf ihre problematischere soziodemografische und psychosomatische Ausgangslage zurückzuführen. Werden diese Merkmale konstant gehalten, werden keine Unterschiede zwischen den Patientengruppen gefunden. Der hohe Zusammenhang von therapeutischer Allianz und Rehabilitationszufriedenheit unterstreicht die Bedeutung der therapeutischen Allianz für eine gelingende psychosomatische Rehabilitation.


2019 ◽  
Vol 58 (06) ◽  
pp. 376-384
Author(s):  
Beate Muschalla ◽  
Michael Linden

Zusammenfassung Hintergrund Psychische Erkrankungen gehen vielfach mit Beeinträchtigungen in der Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben einher. Es ergibt sich daraus häufig die Indikation für eine stationäre Rehabilitation. Derartige Patienten werden langzeitig v. a. von Hausärzten behandelt, die auch wichtige Vermittler bei der Einleitung einer Rehabilitationsmaßnahme sind. Allerdings weisen die Rentenversicherer darauf hin, dass in vielen Fällen von Erwerbsminderungsrenten vorab keine Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt wurde. Es stellt sich die Frage, bei welchen Hausarztpatienten eine Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt wird oder durchgeführt werden sollte. Methode Eine prototypisch repräsentative Stichprobe von 307 Patienten aus 40 Hausarztpraxen wurde von einem psychosomatischen Konsiliararzt untersucht, einschließlich (Reha-)Behandlungsvorgeschichte, Krankheitsstatus und Teilhabe. Es wurde geprüft, welche Behandlungsoptionen vorliegen und ob aktuell eine Rehaindikation vorliegt. Bei der Hälfte der Patienten wurden die Hausärzte über die Konsilempfehlung informiert und ein halbes Jahr später nachgefragt, ob diese umgesetzt wurden. Ergebnisse Bei 64% der Patienten mit chronischen psychischen Erkrankungen war bislang keine psychosomatische Reha erfolgt und auch keine Indikation gegeben. Bei 5,2% wurde bereits einmal eine stationäre psychosomatische Rehabilitation durchgeführt, und jetzt nicht nochmals eine Rehaindikation gestellt. Bei 27% wurde bislang noch keine Rehamaßnahme durchgeführt, wurde jetzt aber konsiliarärztlich erstmals empfohlen. Bei 3,6% war schon einmal eine psychosomatische Reha durchgeführt worden und dennoch vom Konsiliararzt eine Wiederholungsreha als sinnvoll erachtet. Patienten, die bereits einmal in Reha waren sind kränker und haben mehr Fähigkeits- und Teilhabeprobleme. Patienten, bei denen aus Sicht des Konsilarztes erstmalig eine psychosomatische Rehabilitation erwogen werden sollte, haben primär arbeitsbezogene Probleme und nur zu einem geringeren Ausmaß aktuelle psychische und somatische Beeinträchtigungen. Von 35 Patienten, bei denen der Konsiliararzt die Neubeantragung einer psychosomatischen Rehabilitation empfahl, wurde bei 13 im Verlauf der folgenden 6 Monate ein Antrag gestellt. Schlussfolgerung Da Hausärzte eine zentrale Position bei der Betreuung von Langzeitkranken mit Teilhabebeeinträchtigungen haben, sollten Maßnahmen zur Förderung einer MBOR-Orientierung auch bei Hausärzten erfolgen. Dazu gehört auch eine verbesserte und erleichterte Kooperation bei der Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen inklusive einer transparenten Begutachtung.


2018 ◽  
Vol 58 (05) ◽  
pp. 304-311 ◽  
Author(s):  
Katharina Schury ◽  
Manfred E. Beutel ◽  
Katharina Gerzymisch ◽  
Lothar Schattenburg ◽  
Martin Siepmann ◽  
...  

Zusammenfassung Ziel der Studie Um ein Online-Portal zur Vorbereitung auf die stationäre psychosomatische Rehabilitation zu entwickeln, wurden Informationsbedarf und Online-Nutzungsverhalten von Rehabilitanden untersucht. Methodik Vier Fokusgruppen mit Rehabilitanden (N=31) sowie zwei mit Behandlern (N=18) wurden durchgeführt und qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse Insgesamt wurden 419 Aussagen von Rehabilitanden und 333 Aussagen von Behandlern kodiert und kategorisiert. Aktuelle Informationsmaterialien zur Rehabilitation wurden von Rehabilitanden als zu ausführlich und schwer verständlich eingeschätzt. Unsicherheit bestand vor allem hinsichtlich der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Behandlung. Rehabilitanden und Behandler unterschieden sich dahingehend, dass die Behandler von Kurerwartungen ihrer Rehabilitanden ausgingen, während diese eher von einer aktiven Bewältigungsorientierung berichteten. Schlussfolgerung Online-Portale zur Vorbereitung sollten durch anschauliche Fallbeispiele insbesondere auf die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der psychosomatischen Rehabilitation eingehen.


2018 ◽  
Vol 19 (03) ◽  
pp. 44-49
Author(s):  
Dieter Olbrich

Jährlich werden in Deutschland ca. 150 000 psychosomatische Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Dies entspricht ca. 16 % aller jährlichen Rehabilitationsbehandlungen und zeigt die große Bedeutung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen bei Erwerbstätigen. Aber Burnout ist keine anerkannte Krankheit – trotzdem ein Grund für Rehabilitationsmaßnahmen?


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