interstitielle nephritis
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2021 ◽  
Vol 25 (04) ◽  
pp. 159-165
Author(s):  
Moritz Schanz ◽  
Martin Kimmel

ZUSAMMENFASSUNGDurch ein targetspezifisches Vorgehen stellen Immuntherapien eine neue hocheffektive Therapieform bei fortgeschrittenen Malignomen dar, zunehmende Verbreitung findet in diesem Feld insbesondere die Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (CPI). Allerdings kann es hierunter neben anderen immunvermittelten unerwünschten Nebenwirkungen zu renalen Komplikationen kommen. Eine hierdurch bedingte Nephrotoxizität ist häufiger als initial angenommen und tritt teilweise erst mit einer deutlichen Latenz auf. Histologisch handelt es sich in den meisten Fällen um eine akute interstitielle Nephritis. Diese lässt sich i. d. R. durch Stoppen der CPI-Therapie und Gabe von Kortikosteroiden gut therapieren. Die renale Prognose ist unter Anwendung dieser Maßnahmen überwiegend gut. Andere Immuntherapien von Tumoren spielen hinsichtlich der Nephrotoxizität eine eher untergeordnete Rolle, wobei mit zunehmender Verbreitung einer CAR-T-Zell-Therapie zukünftig auch die renalen Nebenwirkungen berücksichtigt werden sollten.


Der Internist ◽  
2021 ◽  
Author(s):  
T. Chahoud-Schriefer ◽  
T. Wiech ◽  
G. Schäfer ◽  
S. Harendza

ZusammenfassungEine 40-jährige Patientin aus Eritrea stellte sich zur Abklärung einer unklaren progredienten Niereninsuffizienz vor. Die konservative Diagnostik war nicht wegweisend. Die Nierenbiopsie zeigte eine interstitielle Nephritis, deren Genese sich aufgrund einer leeren Medikamentenanamnese nicht zuordnen ließ. Im Rahmen der Abklärung ergab sich ein Rezidiv der bereits 2015 therapierten Urogenitaltuberkulose. Bei Vorliegen einer interstitiellen Nephritis sollte neben einer Medikamentenanamnese auch an eine Genese im Rahmen von systemischen Infektionen oder Systemerkrankungen gedacht werden.


2020 ◽  
Vol 49 (10) ◽  
pp. 425-428
Author(s):  
Thorsten Wiech ◽  
Jan-Peter Sperhake ◽  
Peter F. Zipfel ◽  
Tobias B. Huber

ZUSAMMENFASSUNGIm Verlauf einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus kommt es nicht selten zu einer akuten Niereninsuffizienz. Bei einem Teil der Patienten liegt bereits ein vorbestehender chronischer Schaden vor, zumeist aufgrund einer hypertensiven Schädigung, zum Teil auch aufgrund einer diabetischen Glomerulosklerose. Wie es zur akuten Komponente eines Nierenversagens kommt, ist im Einzelnen nicht geklärt, eine akute T-Zell-vermittelte interstitielle Nephritis scheint typischerweise nicht zu bestehen. Über den angiotensin converting enzyme Rezeptor 2 treten die Viren in die menschlichen Zellen ein. Die Expression dieses Rezeptors in Nierenzellen und der Nachweis von Viren in der Niere legen nahe, dass es zu einer direkten Nierenzellschädigung durch das Virus kommen kann. Zusätzlich spielt wahrscheinlich auch eine indirekte Schädigung der Tubulusepithelzellen über durch die Viren induzierte Komplementfaktoren und Zytokine sowie über eine gestörte Perfusion, z. B. über Fibrinthromben sowie eine Kongestion bei Rechtsherzinsuffizienz eine Rolle. Zusammenfassend entsteht ein akutes Nierenversagen bei COVID-19-Patienten wahrscheinlich zumeist multifaktoriell.


Praxis ◽  
2020 ◽  
Vol 109 (9) ◽  
pp. 731-735 ◽  
Author(s):  
Jan Tuma ◽  
Felix Neugebauer ◽  
Martin Rohacek ◽  
Andreas Serra

Zusammenfassung. Ein 78-jähriger beatmungspflichtiger COVID-19-Patient entwickelte eine schwere Niereninsuffizienz mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate von 20 ml/min pro 1,73 m2 und einer nephrotischen Proteinurie. Sonografisch imponierten echodichte und vergrösserte Nieren mit hohen Resistenzindizes (>0,8). In der Echokontrastsonografie zeigte sich eine verspätete Nierenperfusion. Im weiteren Verlauf erholte sich die Nierenfunktion, die Nierengrösse nahm ab und die Nierenperfusion normalisierte sich. Eine akute COVID-19-assoziierte interstitielle Nephritis wird postuliert.


2020 ◽  
Vol 45 (02) ◽  
pp. 163-172
Author(s):  
Peter Oelzner ◽  
Kerstin Amann ◽  
Gunter Wolf

ZusammenfassungRenale Manifestationen bei Antiphospholipid-Syndrom (APS), primärem Sjögren-Syndrom (pSS) und systemischer Sklerose (SSc) unterscheiden sich erheblich in Pathogenese, Histologie, klinischem Erscheinungsbild, Prognose und therapeutischer Konsequenz. Die Häufigkeit APS-assoziierter Nierenveränderungen wird mit 10–40% angegeben. Das APS kann sich an der Niere in Form von renaler Hypertonie, Thrombosen oder Stenosen der Nierenarterien, Niereninfarkten, Nierenvenenthrombose und intrarenaler Vaskulopathie (APS-Nephropathie) manifestieren. Gerade beim sekundären APS ist die Differenzialdiagnose zur Lupusnephritis mittels Nierenbiopsie wichtig, da das APS eine Antikoagulation und in der Regel keine Immunsuppression erfordert. Auch beim pSS werden renale Affektionen mit 20–40% relativ häufig beobachtet. Die typische und auch häufigste Manifestation ist die interstitielle Nephritis mit distal tubulärer Azidose Typ 1. Sie verläuft oft asymptomatisch, kann aber zu Hypokaliämie und Osteomalazie führen. Während interstitielle Nephritis und die seltenere Glomerulonephritis in der Regel gut auf eine Immunsuppression ansprechen, wird die distal-tubuläre Azidose durch Immunsuppression nur unzureichend beeinflusst. Bei SSc werden Nierenfunktionseinschränkungen und Proteinurie als Ausdruck einer renalen Affektion in bis zu 36% beobachtet. Diese histologisch durch sklerosierte Glomeruli, tubuläre Atrophie und interstitielle Fibrose charakterisierte und häufig multifaktorielle Nephropathie hat jedoch im Hinblick auf die Nierenfunktion eine gute Prognose. Deutlich seltener ist mit 4–11% die renale Krise, welche histologisch durch eine obstruktive Vaskulopathie und klinisch durch akzelerierte arterielle Hypertonie und progrediente Niereninsuffizienz gekennzeichnet ist. Risikofaktoren der renalen Krise bei SSc sind das Vorliegen einer diffus cutanen SSc, höheres Alter, männliches Geschlecht, Einnahme von Glukokortikoiden, Perikarderguss sowie der Nachweis von Antikörpern gegen RNA-Polymerase III. Die Therapie der hypertensiven renalen Krise besteht in einer Blutdrucksenkung um ca. 10% pro Tag unter Vermeidung längerer Perioden einer Hypotension bis in den Normbereich unter bevorzugtem Einsatz von ACE-Hemmern. Bei unzureichender Blutdrucksenkung unter ausdosiertem ACE-Hemmer kommen zusätzlich Alpha-Blocker, Kalziumantagonisten und Minoxidil zum Einsatz. Nützlich sind ferner die intravenöse Gabe von Prostacyclin zur Verbesserung der renalen Perfusion und die Anwendung des Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan. Die Einführung von ACE-Hemmern hat zwar die Mortalität infolge einer renalen Krise erheblich reduziert, allerdings ist in 40–50% ein Fortschreiten zur terminalen Niereninsuffizienz zu erwarten.


Der Internist ◽  
2019 ◽  
Vol 60 (8) ◽  
pp. 821-839
Author(s):  
Anna Laura Herzog ◽  
Kai Lopau

2018 ◽  
pp. 523-525
Author(s):  
D. Bokemeyer ◽  
H.J. Kramer

2017 ◽  
Vol 45 (06) ◽  
pp. 350-356
Author(s):  
Mechthild Freitag ◽  
Wolfgang Baumgärtner ◽  
Ines Spiekermeier

ZusammenfassungGegenstand und Ziel: Die interstitielle Nephritis als eine Form renaler Erkrankungen tritt bei Schweinen häufig auf. Die nur wenigen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet machen eine weitere Erforschung von Prävalenz und Ätiologie dieser Erkrankung notwendig. Material und Methoden: Insgesamt 169 Nieren konventionell und ökologisch gehaltenener Schweine wurden am Schlachthof zufällig ausgewählt und bezüglich des Entzündungsgrades und des Auftretens von Entzündungszellen untersucht. Des Weiteren wurden die Proben mittels Immunhistologie und In-situ-Hybridisierung auf porzines Circovirus Typ 2 (PCV2) als infektiöses Agens untersucht. Ergebnisse: Alle untersuchten Nieren wiesen eine geringgradige Form der interstitiellen Nephritis auf und als Entzündungszellen fanden sich Lymphozyten, Makrophagen, Plasmazellen, eosinophile und neutrophile Granulozyten in unterschiedlichen Häufigkeiten. Hinsichtlich Entzündungsgrad und Auftreten von Entzündungszellen ergaben sich in Nieren von Schweinen der beiden Haltungsformen signifikante (p ≤ 0,0001) Unterschiede. Ökologisch gehaltene Schweine zeigten im Vergleich zu konventionell gehaltenen Tieren signifikant (p ≤ 0,0001) häufiger eine geringgradige Form der Nephritis sowie ein signifikant (p ≤ 0,0001) häufigeres Vorkommen von Lymphozyten und Makrophagen. Bei Schweinen aus konventioneller Haltung bestand im Vergleich signifikant (p ≤ 0,0001) häufiger eine geringgradige bis mittelgradige Nephritis und es lagen signifikant (p ≤ 0,0001) häufiger Lymphozyten, Plasmazellen, Makrophagen sowie neutrophile Granulozyten vor. Nur in der Niere eines Tieres ließ sich DNS von PCV2 nachweisen. Schlussfolgerung: Die interstitielle Nephritis trat bei ökologisch und konventionellen Schweinen auf. PCV2 konnte als bedeutendes Pathogen für die interstitielle Nephritis bei Schlachtschweinen ausgeschlossen werden. Klinische Relevanz: Aufgrund der hohen Prävalenz der interstitiellen Nephritis und der unbekannten Ursache sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um klinische Relevanz und Pathogenese weiter einzugrenzen.


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