lysosomale speicherkrankheit
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2020 ◽  
Vol 48 (05) ◽  
pp. 361-364
Author(s):  
Karin Bart ◽  
Olivia Kershaw ◽  
Achim D. Gruber ◽  
Martin Deutschland

ZusammenfassungDie Lafora-Erkrankung ist eine autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit, bei der es zur Akkumulation neurotoxischer Glykogenprodukte überwiegend in Zellen des zentralen Nervensystems, aber auch anderer Organe kommt. Symptome in Form einer progressiven myoklonischen Epilepsie treten typischerweise um das 7. Lebensjahr auf. Eine ursächliche Therapie ist nicht möglich, zumindest anfänglich können die Symptome mit modernen Antiepileptika vermindert werden. Im vorliegenden Fall zeigte ein ca. 7-jähriger Beagle tagesformabhängige Faszikulationen, fokale und generalisierte Myoklonien bis hin zum kurzen tonisch-klonischen Krampfanfall. Die Symptomatik ließ sich durch Stress, Geräusche und Licht auslösen und verstärken. Zur Sicherung der klinischen Diagnose einer Lafora-Erkrankung wurden Proben aus Haut-, Leber-, Muskel- und Nervengewebe entnommen. In den Muskelbioptaten gelang der Nachweis der Lafora-typischen sarkoplasmatisch PAS-positiven, scholligen Ablagerungen. In den Bioptaten der anderen Gewebe fehlten die typischen Einschlüsse. Eine anfängliche Therapie mit Phenobarbital und Imepitoin war erfolglos. Durch die Therapie mit Levetiracetam konnten die klinischen Symptome deutlich reduziert werden. Zum Zeitpunkt der Manuskripterstellung, 2 Jahre nach Diagnosestellung, wies der 9-jährige Hund gelegentliche, stressinduziert gehäufte fokale Myoklonien auf. Zu einem Kollaps mit Seitenlage oder einem tonisch-klonischen Krampfanfall kam es nicht mehr.


2018 ◽  
Vol 75 (4) ◽  
pp. 217-224 ◽  
Author(s):  
Raphaël Tamò ◽  
Sandrine A. Zweifel ◽  
Felix Beuschlein ◽  
Albina Nowak

Zusammenfassung. Morbus Fabry ist eine lysosomale Speicherkrankheit (LSK), welche durch eine gestörte lysosomale Funktion charakterisiert ist. Pathophysiologisch steht der Ausfall des Enzyms α-Galaktosidase A als Folge von Mutationen im GLA-Gen im Vordergrund. Konsekutiv kommt es hauptsächlich zur Überladung der des Organismus mit dem Enzymsubstrat Globotriaosylzeramid (Gb3). Der Morbus Fabry ist eine X-chromosomal vererbte Krankheit. Frauen mit einem Krankheitsallel zeigen deshalb zumeist eine mildere Symptomatik. Regelmässige, unspezifische Erstsymptome im Kindesalter sind Akroparästhesien, Hypo- oder Anhidrose und Angiokeratome. Im späteren Erwachsenenalter treten die lebenslimitierenden Komplikationen wie progressive Niereninsuffizienz, Kardiomyopathie und zerebrale Insulte auf. Zur Diagnose ist die Messung der α-Galaktosidase A – Aktivität im Plasma oder in peripheren Leukozyten erforderlich. Zur spezifischen Therapie ist beim Morbus Fabry die rekombinante Enzymersatztherapie zugelassen, pharmakologische Chaperone können, je nach Genotyp, ebenfalls zum Einsatz kommen.


Praxis ◽  
2015 ◽  
Vol 104 (14) ◽  
pp. 719-729 ◽  
Author(s):  
Carolin Steinack ◽  
Ariana Gaspert ◽  
Ronald Kovacs ◽  
Albina Nowak

Beim Morbus Fabry handelt es sich um eine X-chromosomal-rezessiv vererbbare lysosomale Speicherkrankheit, die durch einen Enzymdefekt der α-Galaktosidase A entsteht. Es kommt zu einer Anreicherung der Sphingolipide in den Lysosomen des Gefässendothels sowie verschiedener Organe. Am häufigsten involviert sind Niere, Herz, Nervensystem, Gastrointestinum sowie die Augen. Nicht selten wird ein schwerer progredienter Krankheitsverlauf beobachtet, mit ersten Symptomen bereits in der Kindheit. Aufgrund der unspezifischen Krankheitssymptome ist es nicht einfach, die Erkrankung zu diagnostizieren, sodass sie häufig erst im Erwachsenenalter erkannt wird. Die ersten Symptome in der Kindheit beginnen oft mit schmerzhaften Akroparästhesien im Rahmen von peripheren Neuropathien. Hinzu kommen Müdigkeit, Fieberschmerzkrisen, gastrointestinale Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium kann Morbus Fabry aufgrund von Endorganschäden wie Niereninsuffizienz, Schlaganfall oder Herzrhythmussstörungen bei Kardiomyopathie tödlich enden. Meistens sind Männer schwerer von der Krankheit betroffen. Die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung wird mit 1:40 000 bis 1:70 000 geschätzt. Die einzige kausale Therapie stellt aktuell der Enzymersatz dar.


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