Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) umfasst die chronisch obstruktive Bronchitis, das Lungenemphysem sowie deren Kombination. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung stellt die Heimbeatmung bei festgelegten Indikationen eine Therapieoption dar. Die Auswirkungen dieser Beatmungsform auf die Lebensqualität der Betroffenen sind bei der derzeitigen unzureichenden Datenlage nicht sicher beurteilbar. Ebenfalls unklar bleibt die Rolle professioneller Pflege in der Langzeitversorgung dieser Patientengruppe. Unter Verwendung eines qualitativen Forschungsansatzes wird deshalb Einblick gewonnen in die Lebenswelt der Patienten. Die phänomenologisch interpretativ-hermeneutische Analyse von 15 narrativen Interviews, die mit heimbeatmeten COPD-Patienten zu Hause geführt wurden, zeigt, dass die Betroffenen, obwohl ihre Krankheit stetig fortschreitet, durch die Heimbeatmung eine große Hilfe und Erleichterung erfahren, sie können ihr Leben wieder selbständiger gestalten. Das Leitthema «Neue Eigenständigkeit erlangen» wird als eine positive Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen aus den zentralen Themen «Das Atmen erleben», «Seine Möglichkeiten nutzen», «Am Leben teilnehmen» und «Damit leben müssen» herausgearbeitet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Aufgaben professioneller Pflege insbesondere im Bereich der Beratung, Anleitung und Begleitung liegen. Hier sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um Interventionen zu evaluieren. Diese Arbeit ist daher auch als Grundlage für zukünftige quantitative Untersuchungen zu verstehen.