scholarly journals Aufklärung habsburgisch: Staatsbildung, Wissenskultur und Geschichtspolitik in Zentraleuropa 1750-1850

2020 ◽  
Author(s):  
Franz Leander Fillafer

Was war Aufklärung? Was war die Habsburgermonarchie? Über die Vielgestaltigkeit eines historischen Prozesses - und den durch ihn geprägten Staat. Das Geschichtsbild der Aufklärung als Projekt der säkular-demokratischen Moderne entstand maßgeblich durch die Französische Revolution - doch es verschüttete ihre historische Vielgestaltigkeit. Franz L. Fillafer entdeckt die Aufklärung in der Habsburgermonarchie neu: Anhand ihrer Gestalter sowie der von ihnen aufgebauten Wissenskultur und Gesellschaft weist er erstmals nach, dass das Habsburgerreich während der »Restauration« kein Bollwerk gegen Aufklärung und Revolution war. Stattdessen legt Fillafer Varianten der Aufklärung frei, die nicht in der Revolution mündeten, sondern gerade im Kontext der Revolutionsabwehr gediehen. Sie speisten sich aus eigenen Quellen und prägten den Habsburgerstaat langfristig. Indem er die Aufklärung von der Fixierung auf »radikale Ideen« aus Westeuropa und auf ihre angebliche Vollendung durch Revolution und Liberalismus löst, legt Fillafer ein Analysemodell für die europäische Aufklärung, aber auch für ihre Transformation im 19. Jahrhundert vor.

1989 ◽  
Vol 42 (5) ◽  
pp. 601-607
Author(s):  
Kas Deprez ◽  
Armel Wynants

Zusammenfassung Die Französische Revolution spielt in der Geschichte der Sprachsituation in Belgien, die im Überblick dargestellt wird, eine große Rollo. Die französische Herrschaft (1795-1815), unter der das Gebiet Belgiens erstmals in seiner heutigen Form vereint und der Wille nach Integration in das revolutionäre Frankreich stark war, bewirkte, daß auch nach der Unabhängigkeit (1830) einem zentralistischen, auf der Vormachtstellung des Französischen beruhenden Staatsmodell gehuldigt wurde. Es wird gezeigt, wie u. a. durch das wachsende ökonomische Übergewicht Flanderns der Weg zur Sprachengleichheit und zur Föderativstruktur des belgischen Staates frei wurde.


1989 ◽  
Vol 19 (75) ◽  
pp. 132-157
Author(s):  
Heide Gerstenberger

Zahlreiche Untersuchungen über die Französische Revolution beschäftigen sich mit den materiellen Voraussetzungen und nehmen diese als Ursache für die Entstehung eines revolutionären Prozesses. Die Autorin geht der Frage nach, wie aus den sozialstrukturellen Bedingungen revolutionäre Mentalität hervorging und zieht- im Gegensatz zum etablierten marxistischen Interpretationsmodell - das Fazit: diese entstand nicht aufgrund der Verschä1fung materieller Widersprüche, sondern im Zuge der Herausbildung einer revolutionären Öffentlichkeit. Es war diese Form von Öffentlichkeit, die zu einer Strukturvoraussetzung des revolutionären Prozesses wurde.


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