Das Ineinandergreifen von Zulagenförderung und Sonderausgabenabzug des Riester-Kombimodells im Lichte einer „Quasi-Doppelbesteuerung“
Zusammenfassung In der zulagengeförderten Altersvorsorge (sog. Riester-Rente) wurde eine staatliche Förderung im progressionsabhängigen und -unabhängigen Kombimodell verankert. Steuerentlastungen, die den höchstmöglichen Zulagenanspruch übersteigen, werden dem Steuerpflichtigen im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung angerechnet oder erstattet. Hieraus folgt eine implizite Pflicht zur Ausübung des Wahlrechts auf Beantragung der Altersvorsorgezulage. Handelt der Vorsorgende dieser zuwider, kann sich intertemporal eine steuerliche Mehrbelastung einstellen, da selbst eine marginale steuerliche Förderung von Beiträgen in der Anwartschaftsphase eine vollständige nachgelagerte Besteuerung in der Leistungsphase auslöst. Ein Vorsorgender liefe in diesem Fall Gefahr mit seinen Rentenleistungen einem Risiko der „Quasi-Doppelbesteuerung“ zu unterliegen. Dieses Risiko gilt es vonseiten des Gesetzgebers zu eliminieren. Abstract: The Intertwining of Allowance and Special Expenses Deduction of the Riester Hybrid Model in Light of a “Quasi Double Taxation” In the German subsidised pension scheme (so-called Riester pension), a state subsidy has been implemented in a progressive and non-progressive hybrid model. Tax reliefs exceeding the maximum allowance entitlement will be taken into account or reimbursed as part of the taxpayer’s income tax return. As a result, the taxpayer is implicitly obliged to exercise the option to apply for the Riester allowance. In case he fails to do so, he has to face the risk of an intertemporal additional tax burden, since even the slightest of subsidisations in the entitlement period leads to full liability for deferred taxation in the pension period. This case bears the risk of pension payments being subject to a “quasi double taxation”. It is necessary for the legislation to eliminate this risk.