scholarly journals Jugendliche mit Migrationshintergrund – Herausforderung für die allgemeine Gesundheit, über welche Hilfsmittel verfügen Kinderärztinnen und Kinderärzte?

Paediatrica ◽  
2021 ◽  
Vol 32 (4) ◽  
Author(s):  
Sarah Depallens ◽  
Caroline Heiniger ◽  
Karine Tzaud

Jugendliche mit Migrationshintergrund mobilisieren erhebliche persönliche Ressourcen, nicht nur um sich den Herausforderungen zu stellen, die sich aus den somatischen, neurobiologischen oder psychologischen Veränderungen ergeben, sondern auch um sich an ein neues soziokulturelles Umfeld anzupassen, das die oft erzwungene Migration in ein unbekanntes Land verlangt. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind deshalb verwundbarer, nicht nur auf Grund ihres Entwicklungsalters, sondern zusätzlich durch verschiedenste Risikofaktoren wie eine unsichere rechtliche oder schwierige finanzielle Situation, psychologische Not oder mangels Zugang zu einer adäquaten Ausbildung 1). Diese verschiedenen inneren (Adoleszenz) und äusseren (Migration) Vorgänge spielen eine entscheidende Rolle bei der Identitätsbildung und Autonomieentwicklung.

2013 ◽  
Vol 61 (3) ◽  
pp. 189-196 ◽  
Author(s):  
Mirjam Laakmann ◽  
Jan Schultheiß ◽  
Franz Petermann ◽  
Ulrike Petermann

Die Studie (n = 273) vergleicht die Wirksamkeit des JobFit-Trainings bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. 130 Schüler haben einen Migrationshintergrund und 143 Schüler sind deutschstämmig. Alle Schüler verbessern sich in ihren sozialen Kompetenzen, die mit der Schülereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten (SSL) erhoben wurden. Vor Beginn des Trainings unterschieden sich die Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenzen und des Lernverhaltens; die Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigten generell bessere Werte. Jugendliche mit Migrationshintergrund können durch das Training ihre sozialen Kompetenzen deutlicher steigern als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Mögliche Erklärungen für die Ergebnisse im Hinblick auf die Selbstwahrnehmung der Jugendlichen werden diskutiert.


2016 ◽  
Vol 80 (S 01) ◽  
pp. S5-S11
Author(s):  
M. Grüttner

Zusammenfassung Hintergrund: Auffälliges Ernährungsverhalten bis hin zur manifesten Essstörung sind weit verbreitete Phänomene bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Insbesondere Mädchen und junge Frauen sind betroffen. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und niedriger sozialer Herkunft sind häufiger von Essstörungen betroffen 1. Obwohl die Schule in der Lebenswelt von Kindern- und Jugendlichen eine zentrale Bedeutung hat, fehlen bisher Studien, die schulische Faktoren in die Erklärung einbeziehen. Die vorliegende Arbeit prüft inwieweit unter Kontrolle von personalen und familialen Ressourcen ein Zusammenhang zwischen leistungsbezogenem Schulstress sowie leistungsorientiertem Klassenklima mit Essstörungen besteht. Methodik: Verwendet werden Daten von Schülern der Startkohorte 3 des Nationalen Bildungspanels (NEPS)*, die sich im Befragungszeitraum in der 7. Klasse befanden. Es handelt sich um eine Querschnittanalyse. Die abhängige Variable basiert auf dem Fragebogen SCOFF und wird in logistischen Regressionsmodellen mit Angaben der Schüler sowie der Eltern in Verbindung gesetzt. Leistungsbedingter Schulstress wird über die negative Abweichung realistischer von idealistischer Bildungsaspiration (AB) und unerfüllte soziale Erwartungen (SE), leistungsorientiertes Klima über die Schülerwahrnehmung des Deutschlehrers (DL) und der Anstrengungserwartungen der Klassenkameraden (AM) operationalisiert. Ergebnisse: Leistungsbedingter Schulstress (AB: AME: 0,18; p<0,001; SE: AME: 0,12; p<0,05) und leistungsorientiertes Klima (DL: AME: 0,05; p<0,1; AM: AME: 0,15, p<0,01) gehen mit der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Essstörung einher und können zum Teil die Zusammenhänge zwischen Migrationshintergrund sowie Bildungshintergrund und Essstörungen erklären. Schlussfolgerungen: Essstörungen sollte in der schulischen Gesundheitsförderung mehr beachtung geschänkt werden. Zur Prävention von Essstörungen bei Schülerinnen könnte die Frage von Leistungserwartungen, die die schulische und soziale Umwelt an die Schülerinnen stellt, sowie deren Umgang mit diesen Erwartungen, stärker in den Fokus gerückt werden. Weitere Untersuchungen – insbesondere im Längsschnitt oder unter Einbeziehung weiterer Drittvariablen (z. B. Perfaktionismus, Copingstrategien) – wären notwendig, um eine kausale Interpretation der Zusammenhänge abzusichern.


2006 ◽  
pp. 195-213 ◽  
Author(s):  
Ursula Boos-Nünning ◽  
Rainer Georg Siefen

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