scholarly journals First 36Cl exposure ages from a moraine in the Northern Calcareous Alps

2017 ◽  
Vol 65 (2) ◽  
pp. 145-155 ◽  
Author(s):  
Andrew P. Moran ◽  
Susan Ivy-Ochs ◽  
Christof Vockenhuber ◽  
Hanns Kerschner

Abstract. Ein gut erhaltenes Moränensystem in der Mieminger Kette (österreichische nördliche Kalkalpen) stellt einen geomorphologischen Nachweis eines vergangenen Gletschervorstoßes dar, der deutlich weiter reichte als die spätere Vergletscherung der „Kleinen Eiszeit“. Der rekonstruierte Paläogletscher lässt auf eine Erniedrigung der Gleichgewichtslinie von -70 bis -120 m schließen, während Blöcke auf der Moräne mit 36Cl auf das frühe Holozän (~10,4 ka) datiert wurden. Somit erfolgte der Gletschervorstoß höchstwahrscheinlich in einer gletscherfreundlichen Klimaphase während des Präboreals. Auf der inneren Seite der Moräne, im Bereich der ehemaligen Gletscherzunge, wurden weitere Blöcke auf hügeligem Moränenmaterial datiert, die wesentlich jüngere Alter um ungefähr 9 ka aufweisen. In Verbindung mit mehreren fossilen Blockgletschern im Kar, die sich nach dem Gletschervorstoß bildeten, deuten diese Alter auf eine längere Phase instabiler Bedingungen hin. Diese ist möglicherweise durch die Bildung von diskontinuierlichem Permafrost und periglaziale Prozesse im Kar zu erklären. All jene Formen liegen deutlich oberhalb einer Abfolge von Ufermoränensegmenten, die in Verbindung mit dem „Egesenstadial“ (Jüngere Dryas Kaltphase) stehen. Die 36Cl Alter, die hier vorgestellt werden, sind die ersten Expositionsalter von einer Moräne in den Nordalpen und bilden einen ersten Baustein für die Erarbeitung einer numerisch datierten Moränenchronologie für diese Alpenregion.

2011 ◽  
Vol 61 (1) ◽  
pp. 16-31
Author(s):  
Diethard Sanders

Abstract. Im Einzugsgebiet des ‘Giessenbaches’ (Nördliche Kalkalpen, NKA) lagerte sich eine mächtige Sedimentabfolge während bis wenig nach dem Zerfall des hochglazialen Eispanzers ab. Das Einzugsgebiet liegt auf gestörten, geklüfteten triassischen Dolomitgesteinen. Die quartäre Abfolge besteht aus, (a) aufgearbeitetem Till mit Leitgeschieben des Letzten Glazialen Maximums (LGM), (b) alluvialen Kiesen, die vom Dolomitgesteins-Untergrund gespeist wurden, (c) Decklagen von Flusssedimenten auf Terrassen, und (d) grossen Schutthalden. Die ehemalige (Vor-LGM) obere Hälfte des Giessenbach-Laufs ist noch heute ein trockenes, erhöhtes Tal das wesentlich durch spätglaziale bis holozäne Sedimente verfüllt ist. Der heutige Giessenbach zeigt ein konvexes Längsprofil mit einer Klamm im Unterlauf; diese Klamm war wahrscheinlich teilweise durch Toteis versperrt während die Sedimentation der Eiszerfallsphase bereits eingesetzt hatte. Außer glazial überformten Felsflächen und ehemaligen Nunatakkern ist die heutige Morphologie des Einzugsgebiets im wesentlichen bestimmt durch (a) einen ‚Schub‘ sehr rascher Sedimentation vom Eiszerfall bis ins ?frühe Spätglazial, gefolgt von (b) Hangstabilisierung durch Bewachsung, und Einschneiden von Gerinnen. Die rasche Sedimentation wurde durch den Untergrund aus tektonisch verformtem Dolomitgestein gefördert, das unter reichlicher Schuttbildung abwittert. Ähnliche Verläufe von rapider Sedimentation vom Eiszerfall bis zum Spätglazial hin zu einem längeren Zeitabschnitt vorwiegend mit Einschneiden von Gerinnen sind in den NKA weit verbreitet.


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