Eine Studie über die Erzählung Granit von Adalbert Stifter

2020 ◽  
Vol 46 ◽  
pp. 31-47
Author(s):  
Hwa Young Lee
Keyword(s):  
Author(s):  
Patrick Lennon

In an interview shortly before his death, German-born writer W G. Sebald(1944-2001) made a remarkable comment on his 'ideal' reader, i.e. "a readerwho doesn't read the text but sees it". In the present article, Lennon approachesSebald's work not as that of a creative writer but as that of a critical reader, inan attempt to discover in how far Sebald himself 'saw' the texts he read.Starting from a number of Sebald's critical essays on Adalbert Stifter, CharlesSealsfield, Leopold Kompert, Karl Emil Franzos, Joseph Roth, Franz Kafka,and Vladimir Nabokov, Lennon investigates the connections between literatureand other graphic arts, namely painting, photography, and cinematography.


2021 ◽  
Author(s):  
Dorothee Kimmich

Wem gehören Niemandsländer? Bei der Debatte um individuelles, gemeinschaftliches oder staatliches Eigentum an Grund und Boden konkurrieren seit der Antike theologische, philosophische, juristische und soziologische Argumente. Auch in der Literatur sind Niemandsländer ein Modell, Machtverhältnisse, Legitimation von Besitz, Autonomie und Zugehörigkeit zu reflektieren. Niemandsländer sind Räume begrenzter Staatlichkeit und damit nur schwach oder gar nicht reguliert. Sie gelten den einen als gefährliche Landstriche, den anderen als Gebiete, die man ungestraft erobern darf. Verlassene Gegenden, Stadtbrachen, verwilderte Gärten und aufgelassene Industriegelände werden als Niemandsland bezeichnet und damit zu faszinierenden Orten. Sie bergen ein Risiko, wecken aber auch Neugierde und Kreativität, ziehen Flaneure, spielende Kinder, Verliebte, Dealer, Diebe, Künstler und Phantasten an und erlauben probeweise das Aussetzen der Regeln des Alltags. Im ersten Teil ihres neuen Buches steckt Dorothee Kimmich das kulturtheoretische Feld ab, in dem über Eigentumstheorien, Kolonialgeschichte, Pufferzonen, Bannmeilen, Kontaktzonen und Freiräume verhandelt wird. In einem zweiten Teil zeigen die Analysen literarischer Texte – u. a. von Johann Wolfgang von Goethe, Adalbert Stifter, Robert Musil, Franz Kafka, Walter Benjamin, Oskar Loerke, Michel Leiris und Chinua Achebe –, wie Erzählungen die komplexen Verhältnisse um Grund und Boden in Narrative von Heimat und Auswanderung, Zugehörigkeit und Fremde, Imagination und Spiel, Grenzübertritt und Gefangenschaft übersetzen. Sie gestalten den prekären Status, den oft widersprüchlichen Charakter, die diffusen Eigenschaften und widerstrebenden Gefühle, die zum Niemandsland gehören.


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