Alienität und Alterität

2021 ◽  
Author(s):  
Sarah Brauckmann
Keyword(s):  

Sei es die Suche nach Heimat und Identität in der scheinbar grenzenlosen Weite der Wüste (Lawrence of Arabia, 1962), die Flucht in die Stille der eiserstarrten Weite Russlands (Dr. Zhivago, 1965), der kollektive Widerstand im unbekannten Birma (The Bridge on the River Kwai, 1957) oder die verstörende Konfrontation mit sich selbst in der Fremde des polyphonen Indiens (A Passage to India, 1984) – Leans Filme, ihre Bildästhetik, aber vor allem ihre Geschichten von Begegnungen mit fremden Welten und unbekannten Kulturen, von teils privaten, teils großen Abenteuern sind bis heute unvergessen. In Erinnerung geblieben ist vor allem ihre bildgewaltige Erzählweise: großformatige Kameraeinstellungen wie die der purpurrot aufgehenden Sonne über der arabischen Wüste; das bizarr-romantisch verschneite Anwesen in Varykino oder die effektvolle und symbolträchtige Brückensprengung durch den tödlich verwundeten Nicholson – Bilder, die sicherlich nicht nur die Kinoästhetik ihrer Zeit revolutioniert, sondern auch auf der Cinemascope-Leinwand den Zuschauer gefesselt und begeistert haben. Die Arbeitsthese dieser Arbeit ist, dass sich die Filme von David Lean über immer wiederkehrende Erzählmuster beschreiben lassen, bei denen ‚Räume‘ eine wichtige Funktion übernehmen. Räume übernehmen auch auf der Ebene der Erzählung eine Funktion und sind jenseits ihrer ästhetischen Erfahrbarkeit relevant. Zu Beginn von Leans Filmen findet der Zuschauer eine Art topografische Landkarte (topografische Räume) vor, die von unterschiedlichen Figuren mit jeweils unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen wird (semantische Räume). Was Leans Hauptfiguren mit bestimmten Räumen verbinden, widerspricht der herrschenden Norm ihres Umfeldes: Hier trifft Heimat auf Fremde, Himmel auf Hölle, Abenteuer auf Gefahrenpotenzial. An den Grenzen der Bedeutung von Räumen entstehen also inhaltliche Konflikte: Leans Hauptfiguren sind ‚anders‘, sehen ihre Welt ‚anders‘, entsprechen damit nicht der Norm und werden von ihrem Umfeld als Störfaktor wahrgenommen.

2008 ◽  
Vol 5 (2) ◽  
pp. 391-395
Author(s):  
Brian McFarlane
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2015 ◽  
Vol 35 (2) ◽  
pp. 382-384
Author(s):  
Elaine Lennon
Keyword(s):  

1964 ◽  
Vol 17 (3) ◽  
pp. 51-54
Author(s):  
Stanley Weintraub
Keyword(s):  

2013 ◽  
Vol 10 (3) ◽  
pp. 603-617 ◽  
Author(s):  
Melanie Williams

This article offers the first detailed scholarly account of the role of the continuity supervisor, also known as script supervisor, in film production. After examining in more general terms its attendant duties and responsibilities, the typical career trajectories of a number of ‘continuity girls’ working in British cinema and the deeply gendered nature of this section of film production labour, the article goes on to examine continuity supervision in more depth through looking at two specific case studies: two continuity supervisors who worked on several productions directed by David Lean, Maggie Unsworth and Barbara Cole. The work of Unsworth and Cole provides a starting point for reconsidering the significance of the hitherto critically marginalised ‘continuity girl’, and the article concludes with suggestions for further study in this area.


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