scholarly journals Der Begriff des Anderen im Orthodoxen Christentum als integrierender Faktor für ein Zusammenleben im ehemaligen Jugoslawien

2013 ◽  
Vol 24 (1) ◽  
pp. 359-378
Author(s):  
Jelena Jablanov-Maksimovic

Die vorliegende Arbeit besch?ftigt sich mit dem Begriff des Anderen/N?chsten/Bruders im Orthodoxen Christentum sowie im Rahmen von verschiedenen aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskursen, wie z. B. zwischenmenschliche Beziehungen, interreligi?ser Dialog oder der Dialog ?ber die Vergangenheit in die Post-Konflikt-Periode auf dem Balkan. Die ?berlegungen der Autorin basieren dabei auf einer Er?rterung des Ph?nomens von Nicht-Akzeptanz des Anderen und des Andersartigen bzw. auf einer Analyse der Angst vor dem Anderen/Andersartigen und des Hasses ihm gegen?ber. Von solchen negativen Einstellungen und Gef?hlen sind im betreffenden Zusammenhang nicht nur Menschen als Einzelne betroffen, sondern auch ganze ethnische Gruppen und Nationen. Als einer der Schl?sselfaktoren bei der Beziehung zum Anderen, bei einem friedlichen Miteinander mit ihm und sogar bei dem Vers?hnungsprozess im ehemaligen Jugoslawien wird dabei der Dialog verstanden und seine Bedeutung in dieser Rolle hervorgehoben. Er?rtert wird au?erdem die unterst?tzende Rolle, welche das orthodoxe Christentum bei der Entwicklung eines friedlichen Miteinanders sowie bei der Friedenserhaltung heute potenziell spielen k?nnte.

e-Neuroforum ◽  
2017 ◽  
Vol 23 (2) ◽  
Author(s):  
Thomas Elbert ◽  
James K. Moran ◽  
Maggie Schauer
Keyword(s):  

ZusammenfassungAppetitive Aggression bezeichnet eine biologische Anlage, die zu aggressivem Verhalten motiviert und Gewaltausübung unter positiven Affekt zulässt. Im Gegensatz zur reaktiven Aggression, die hilft, sich einer Bedrohung zu erwehren und begleitende negative emotionale Erregung und Ärger zu reduzieren, erlaubt die appetitive Gewalt die Übertragung von Jagdlust auch auf Menschenjagd und kann bis hin zum Blutrausch führen, dem Töten um seiner selbst Willen. Neben einer Adrenalinwelle begleitet Cortisol- und Endorphinausschüttung dieses meist ethisch inakzeptable Vergnügen. Um die Belohnungssysteme über appetitive Aggression zu aktivieren, muss entsprechend deren moralische und kulturelle Hemmung außer Kraft gesetzt werden, etwa durch Entmenschlichung des Feindes bei bewaffneten Gruppen. Einmal in Gang gesetzt ergibt sich eine positive Rückmeldeschleife: Je mehr Gewalttaten mit Anteilen von positivem Affekt erlebt werden, desto mehr werden sie ausgeübt und desto positiver werden sie empfunden. Die latente Leidenschaft für Kampf und Dominanz kann wohl zumindest in fast allen Männern geweckt werden. Im Kollektiv ermöglicht dies Krieg und Zerstörung bis hin zum Versuch, ganze ethnische Gruppen auszulöschen:


2020 ◽  
pp. 155-169
Author(s):  
Sebastian Euler ◽  
Elena Hoffmann ◽  
Claudia Husung ◽  
Katja-Daniela Jordan ◽  
Andre Richter

Organtransplantationen stellen für die Empfänger*innen andauernde, existenziell bedrohliche und sowohl für die subjektive Verarbeitung wie zwischenmenschliche Beziehungen herausfordernde Belastungen dar. Neben den psychodynamischen Aspekten, die bei schwer körperlich Erkrankten allgemein eine Rolle spielen können, sind bei der Transplantation eines Organs als Lebendspende von einer nahestehenden Person oder als Leichenspende auch spezifische Faktoren bedeutsam. In diesem Text wird nach einer Einleitung über die peritransplantäre psychosoziale Betreuung von Patient*innen des Transplantationszentrums eine Fallgeschichte einer Organtransplantation eines jungen Mannes erzählt. Unbewusste Inszenierungen, Konflikte und Abwehrmechanismen im peritransplantären Prozess werden in ihrer Bedeutsamkeit für die psychotherapeutische Behandlung reflektiert. Im vorliegenden Kontext – Psychoanalyse in Institutionen – ist dabei spannend, inwiefern die Organtransplantation als existenzieller Prozess, die damit verbundene Manifestation unbewusster psychischer Mechanismen und deren psychodynamische Reflexion in der Behandlung zusammenhängen. Das Verständnis für diese Zusammenhänge kann dazu beitragen, den lebensrettenden Akt der Organtransplantation zu ermöglichen sowie anschliessend Wohlbefinden und Lebensqualität der Empfänger*innen zu verbessern.


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