scholarly journals Die Rolle von oxidativem Stress auf die Zellviabilität von epithelialen Lungenzellen bei Ataxia-teleangiectasia

2021 ◽  
Author(s):  
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Natascha Kowalski

Unter dem vielseitigen Symptomkomplex der autosomal-rezessiv vererbten Erkrankung Ataxia-teleangiectasia (A-T) nimmt die Lungenschädigung eine herausragende Rolle ein. Sie beeinflusst die Morbidität und Mortalität der Erkrankung durch rezidivierende Infekte, Bronchiektasien sowie akutes oder chronisches Lungenversagen nachhaltig. Als pathophysiologische Grundlage gilt oxidativer Stress mit einer erhöhten Sensitivität für reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und DNA-schädigende Reagenzien. Das aus dem gleichnamigen Gen resultierende Protein ATM wird durch das Vorkommen von DNADoppelstrangbrüchen (DSB) und ROS auf verschiedene Arten aktiviert und reguliert anschließend diverse Prozesse wie der DNA-Reparatur und den zellulären Stressantwortmechanismen. Ziel dieser Arbeit war es die Sensitivität von ATM-defizienten Lungenzellen im Hinblick auf oxidativen Stress näher zu untersuchen. Hierfür wurden Atm-defiziente murine Lungenzellen spontan und nach Stimulation mit Bleomycin (BLM) auf ihre prozentuale Verteilung in der Lunge, auf den Level von ROS, ihre Viabilität und ROS-induzierte DNA-Schäden hin untersucht. Spontan zeigte sich ein signifikant erhöhtes Vorkommen von Alveolarepithelzellen vom Typ 2 (AT2-Zellen) in Atm-defizienten Mauslungen im Vergleich zu Wildtyp-Lungen, welches sich durch die Stimulation mit BLM noch verstärkte und auf erhöhte Regenerations- und Reparaturvorgänge in der Lunge hindeutet. Zudem ist der intrazelluläre Level an ROS in den Lungenzellen und AT2-Zellen signifikant erhöht. Mit steigenden Konzentrationen an BLM sank die Zellviabilität pulmonaler Atm-defizienter Zellen deutlich und die Resolution von DNA-Schäden ist im Vergleich zu Wildtyp-Zellen verzögert. Die Ergebnisse der Arbeit deuten auf eine Beteiligung von oxidativem Stress und DNA-Schäden als pathophysiologische Komponente bei der Entstehung der Lungenmanifestation bei A-T hin.

2016 ◽  
Vol 36 (02) ◽  
pp. 77-88 ◽  
Author(s):  
Qi-An Sun ◽  
Nageswara Madamanchi ◽  
Marschall Runge

ZusammenfassungDie Atherosklerose und ihre wichtigsten Komplikationen – Myokardinfarkt und Schlaganfall – sind die Hauptursachen für Tod und Behinderung in den USA und weltweit. Eine dramatische Zunahme bei Adipositas und Diabetes mellitus wird wahrscheinlich auch in Zukunft zu einer hohen Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen (CVD) und deren Auswirkungen auf das Gesundheitswesen führen. Große Fortschritte gibt es bei der Entwicklung neuer Therapien zur Senkung der Inzidenz von Atherosklerose und CVD, besonders bei der Behandlung der Hypercholesterinämie und Hypertonie. Der gemeinsame mechanistische Nenner bei vielen Risikofaktoren für CVD ist oxidativer Stress. Erst seit kurzem verfügen wir über Methoden, um die Schnittstelle zwischen oxidativem Stress und CVD im Tiermodell zu untersuchen. Die wichtigste Quelle für reaktive Sauerstoffspezies (und damit für oxidativen Stress) in vaskulären Zellen sind die Formen der Nicotin - amidadenindinukleotidphosphat-Oxidase (NADPH-Oxidase). Die jüngsten Studien belegen eindeutig, dass 1. NADPH-Oxidasen im Tiermodell von grundlegender Bedeutung für Atherosklerose und Hypertonie sind und 2. der vaskuläre oxidative Stress, angesichts der gewebespezifischen Expression wichtiger Bestandteile der NADPH-Oxidase, ein Ziel bei der Prävention der CVD sein könnte.


2017 ◽  
Vol 46 (10) ◽  
pp. 470-475
Author(s):  
Christoph Maack

ZusammenfassungBei systolischer Herzinsuffizienz verursacht die kontraktile Dysfunktion des linken Ventrikels eine neuroendokrine Aktivierung, die zu maladaptiven Umbauprozessen des Herzens führt. Die Antagonisierung dieser neuroendokrinen Aktivierung ist daher das derzeit wichtigste Therapiekonzept bei systolischer Herzinsuffizienz. Auf zellulärer Ebene sind neben der Expression prohypertropher Gene insbesondere Störungen des kardiomyozytären Ca2+- und Na+-Haushalts, ein Energiedefizit und oxidativer Stress wichtige pathologische Veränderungen. Mitochondrien spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie die wichtigste Quelle für ATP, aber auch reaktive Sauerstoffspezies sind und ihre Funktion entscheidend durch Ca2+ und Na+ reguliert wird. Neuere pharmakologische Ansätze zielen daher auf eine Verbesserung der mitochondrialen und metabolischen Dysfunktion, um hierüber den Progress der Herzinsuffizienz abzumildern.


2020 ◽  
Vol 39 (09) ◽  
pp. 565-571
Author(s):  
Barbara Dillenburger ◽  
Hanns Häberlein ◽  
Christiane Kolb

ZUSAMMENFASSUNGAus dem Zusammenspiel von neurobiologischen und psychosozialen Faktoren kennt man 3 für die Pathologie der Depression wesentliche Mechanismen. Neben der gut bekannten gestörten Neurotransmission resultiert die chronische Aktivierung der HPA-Achse in einer deregulierten Stressantwort, oxidativer Stress im Rahmen der Depression bedingt zusätzlich Inflammation und neurodegenerative Prozesse. In diesem Review wird der aktuelle Wissensstand zum Wirkspektrum des pflanzlichen Antidepressivums Johanniskrautextrakt dargelegt und mit synthetischen Antidepressiva verglichen. Auf der Basis aktueller Forschung lässt sich so ein Modell aus 3 wesentlichen Wirkmechanismen von Johanniskrautextrakt ableiten, über die – häufig analog zu klassischen chemisch-synthetischen Antidepressiva – in die Pathologie und Entwicklung der Depression eingegriffen werden kann.


2020 ◽  
Vol 18 (02) ◽  
pp. 4-10
Author(s):  
Hans-Peter Friedrichsen ◽  
Uwe Gröber

ZusammenfassungDie altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft mittlerweile jeden 3. Deutschen über 60 Jahre. Das Alter, genetische Faktoren, starke UV-Exposition und Rauchen sind wichtige Risikofaktoren. Wesentliche Pathomechanismen der AMD sind oxidativer Stress, Inflammation und mitochondriale Dysfunktion. Da Therapiemöglichkeiten begrenzt sind, hat die Prävention einen hohen Stellenwert. Verschiedene Studien belegen positive Wirkungen bspw. von Glutathion, Ubiquinon/Ubiquinol, α-Liponsäure, Lutein, Zeaxanthin, Astaxanthin und Curcumin sowie von Vitaminen, ω-3-Fettsäuren, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Für den erfolgreichen Einsatz ist eine sinnvolle Kombination und Dosierung ausschlaggebend.


2009 ◽  
Vol 28 (05) ◽  
pp. 274-280
Author(s):  
T. Klopstock ◽  
A. Bender

ZusammenfassungDie mitochondriale Hypothese des Alterns basiert auf der Annahme eines molekularen Teufelskreises aus oxidativer Schädigung und Mutationen der mitochondrialen DNA (mtDNA). Diese Mutationen führen bei Überschreiten eines Schädigungsschwellenwertes zur Störung der Energiegewinnung und letztlich zum Zelltod. Für alle Einzelkomponenten dieser Hypothese konnte in den vergangenen Jahrzehnten genügend wissenschaftliche Evidenz gesammelt werden, jedoch ist unklar, in wie weit es sich um kausale Zusammenhänge oder nur um Assoziationen handelt. Mutationen der mtDNA allein können im Tiermodell bereits einen Alterungsphänotyp hervorrufen. Ob oxidativer Stress tatsächlich eine notwendige Voraussetzung für die Akkumulation dieser mtDNA-Schäden ist, bleibt umstritten. Wir diskutieren in dieser Übersichtsarbeit auf dem Boden der vorhandenen Evidenz die Argumente für und wider die Gültigkeit der mitochondrialen Hypothese.


2004 ◽  
Vol 42 (01) ◽  
Author(s):  
S Hegedüsch ◽  
J Mangin ◽  
A Welker ◽  
D Rost ◽  
HD Riedel ◽  
...  

2005 ◽  
Vol 222 (S 5) ◽  
Author(s):  
A Wolf ◽  
D Kook ◽  
S Priglinger ◽  
H Schmid ◽  
UC Welge-Lüssen

2008 ◽  
Vol 3 (S 1) ◽  
Author(s):  
MM Hettich ◽  
M Udelhoven ◽  
B Bertram ◽  
U Leeser ◽  
W Krone ◽  
...  

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