Dolmetschen für den öffentlichen Bereich in der Schweiz
AbstractIm Laufe des 20. Jahrhunderts hat aufgrund der Migration die Viersprachigkeit in der Schweiz der Vielsprachigkeit Platz gemacht. Die Sprachpalette hat sich laufend verändert und vergrössert. Damit ist auch der Bedarf an Dolmetschleistungen um ein Vielfaches gestiegen. In erster Linie sind Behörden, Gerichte, Krankenhäuser, psychiatrische Kliniken und Schulen auf Dolmetschende angewiesen. Ein grosser Anteil dieser Verdolmetschungen betrifft Sprachen, für die es keine anerkannte Dolmetschausbildung gibt.Migrant/innen dolmetschen zwar in den verschiedenen Institutionen, sind sich aber ihrer Rolle als Dolmetschende häufig nicht bewusst und kennen die Dolmetsch- und Notizentechniken nicht. Überdies haben sie oft ungenügende Kompetenzen in einer der Sprachen und beherrschen die Syntax und/oder die Terminologie nicht im erforderlichen Mass, und zudem haben viele keinen Zugang zu den komplexen fachlichen Inhalten der verschiedenen Bereiche im Rechts-, Gesundheits- oder Bildungswesen. Aus diesen Gründen ist die Qualität der Dolmetschleistungen oft mangelhaft, weshalb es zu Beanstandungen oder zum Abbruch von Gesprächen und Verhandlungen kommt.Diese Migrationsflüsse der Gegenwart führen in der Schweiz wie auch in zahlreichen anderen Ländern zu Kommunikationsproblemen, zu deren Lösung die Institute für Übersetzen und Dolmetschen einen wesentlichen Beitrag leisten können. So besteht seit wenigen Jahren im Kanton Zürich ein dreistufiges Programm für Behördenund Gerichtsdolmetscher/innen.