Die Behandlung von Urininkontinenz und Blasenbeschwerden beim Mann soll wenn immer möglich ursächlich erfolgen, häufig ist aber lediglich eine symptomatische Behandlung durchführbar. Die obstruktionsbedingte Dranginkontinenz oder hyperaktive Blase soll primär durch Beheben der Obstruktion behandelt werden. Medikamentöse und chirurgische Behandlungsmethoden bieten sich bei der benignen Prostatahyperplasie, bei der Blasenhalshypertrophie und beim Prostatakarzinom an, hingegen werden Blasenhalssklerose und Urethrastrikturen nur chirurgisch therapiert. Ist die infravesikale Obstruktion behoben und bestehen immer noch Drangsymptome/-inkontinenz oder findet sich eine Dranginkontinenz ohne Obstruktion, sind primär Anticholinergika indiziert, und nur in speziellen Fällen die Injektionen von Botulinustoxin A in den Detrusor oder die Augmentation der Blase notwendig. Harnweginfekte, ein weiterer möglicher Grund für Drangsymptome, sind resistenzgerecht zu behandeln und die Ursache des Infektes abzuklären. Bei der Überlaufinkontinenz muss die infravesikale Obstruktion gesucht und behandelt werden. Ist eine verminderte Detrusorkontraktilität die Ursache der Überlaufinkontinenz und die Blase mit einer Pressmiktion nicht entleerbar, können Parasympathomimetika hilfreich sein. Bei unzureichender Wirksamkeit muss der intermittierende Selbstkatheterismus angelernt werden. Ist dieser nicht durchführbar, muss als ultima ratio die transurethrale oder perkutane Dauerdrainage angelegt werden. Die Stressinkontinenz, eine seltene Komplikation nach Prostatachirurgie, kann konservativ mit Beckenbodentraining und a-Rezeptoragonisten und wenn notwendig operativ durch submuköse Injektion von Kollagen oder Silikon im Sphinkterbereich oder durch die Implantation einer Sphinkterprothese behandelt werden. Supravesikale Urinableitungen sind nach Ausschöpfung von konservativen und weniger invasiven operativen Maßnahmen bei entsprechendem Leidensdruck gelegentlich notwendig. Bei neurogenen Blasenspeicher- und/oder Blasenentleerungsstörungen sind je nach Lokalisation der Schädigung und den daraus resultierenden urodynamischen Mustern konservative, medikamentöse und chirurgische Behandlungen oder deren Kombination möglich.