Autologe Transplantation von Fragmenten innerer Grenzmembran zur Behandlung großer, chronischer, therapierefraktärer Makulaforamina

2016 ◽  
Vol 2 (2) ◽  
pp. 68-70
Author(s):  
Lars-Olof Hattenbach

Ziel: Beurteilung eines Verfahrens zur autologen Transplantation von Fragmenten innerer Grenzmembran (MLI; Membrana limitans interna) in der Behandlung großer, chronischer und/oder therapierefraktärer Makulaforamina (MF). Aufbau: Es handelte sich um eine prospektive, interventionelle Fallserie von 6 Monaten Dauer. Methoden: Bei 10 Augen von 10 Patienten mit MF wurden eine Pars-plana-Vitrektomie (PPV) und ein MLI-Peeling vorgenommen, gefolgt von der Transplantation eines autologen MLI-Fragments auf das MF. Bei 6 Patienten lag ein primäres MF mit einem Innendurchmesser von mehr als 500 µm und einer Dauer von mehr als 18 Monaten vor, darunter ein Patient mit nichtproliferativer diabetischer Retinopathie und Vorbehandlung durch panretinale Photokoagulation. Bei 4 Augen mit MF war bereits zuvor eine PPV durchgeführt worden (in einem Fall wegen Netzhautablösung, in den anderen Fällen mit dem Ziel, das große MF zu verschließen). Eins der letzteren Augen zeigte auch juxtapapilläre choroidale Neovaskularisation infolge der altersbedingten Makuladegeneration. Der primäre und sekundäre Endpunkt waren der Verschluss des MF bzw. die Verbesserung der besten korrigierten Sehschärfe (Visus c. c.). Ergebnisse: In allen Fällen wurde der vollständige Verschluss des MF erreicht. Eine statistisch signifikante Verbesserung des durchschnittlichen Visus c. c war bei der Nachuntersuchung nach 6 Monaten festzustellen (p = 0,018; gepaarter t-Test). Der Visus c. c. war in 8 Augen (80%) verbessert; in 6 davon um ≥15 Buchstaben. Bei einem Patienten blieb der Visus c. c. nach der Operation unverändert, aber das Gesichtsfeld verbesserte sich laut Patientenauskunft. Bei einem Patienten kam es zu einer leichten Verschlechterung (0,16 logMAR). In 2 Fällen trat Atrophie des retinalen Pigmentepithels ein, trotz Verschluss des MF und Verbesserung des Visus c. c. Schlussfolgerung: Die Transplantation eines autologen MLI-Fragments scheint eine wirksame Behandlungsoption bei großen, chronischen, therapierefraktären Makulaforamina darzustellen. Übersetzung aus Ophthalmic Res 2016;55:45-52 (DOI:10.1159/000440767)

2009 ◽  
Vol 66 (3) ◽  
pp. 183-188 ◽  
Author(s):  
Philipp Prahs ◽  
Horst Helbig

Die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache von Personen im erwerbsfähigen Alter in der industrialisierten Welt. Eine rechtzeitige gute Stoffwechseleinstellung mit Behandlung begleitender vaskulärer Risikofaktoren reduziert das individuelle Risiko erheblich. Regelmäβige augenärztliche Screening-Untersuchungen auch asymptomatischer Diabetiker sind notwendig, um eine rechtzeitige Therapie sicherzustellen, da eine bereits eingetretene Reduktion der Sehschärfe oftmals irreversibel ist. Die augenärztliche Behandlung ist indiziert beim Auftreten von Gefäβproliferationen (Neovaskularisationen) auf der Netzhaut, die zu Glaskörperblutungen und traktiven Netzhautablösungen führen können. Durch die panretinale Laserkoagulation wird das Verhältnis zwischen Sauerstoffverbrauch und –angebot verbessert und damit der Stimulus für Neovaskularisationen reduziert. Bei Auftreten eines diabetischen Makulaödems können parazentrale Laserkoagulationen oder gegebenenfalls intravitreale Medikamenteninjektionen zur Stabilisierung der Kapillarpermeabilität und Erhalt der Sehschärfe durchgeführt werden. In fortgeschrittenen Stadien muss die Entscheidung zum chirurgischen Vorgehen mit der Pars-plana-Vitrektomie individuell getroffen werden.


2004 ◽  
Vol 221 (S 7) ◽  
Author(s):  
L Krause ◽  
NE Bechrakis ◽  
F Hoffmann ◽  
S Salditt ◽  
MH Foerster

2021 ◽  
Author(s):  
Svenja Deuchler ◽  
Timo Knoch ◽  
Asael Papour ◽  
Thomas Kohnen ◽  
Frank Koch

ZusammenfassungUm 1970 herum wurde erstmals ein Schneidegerät, in welches ein Infusions- und ein Aspirationskanal integriert wurden – der „vitreous infusion suction cutter“ (V.I.S.C) –, standardmäßig für die Entfernung des Glaskörpers angewandt. Schneidesysteme haben sich von da an immer weiter entwickelt. Schallenergie blieb lange den Vorderabschnittschirurgien vorbehalten. Ab 2020 kann in Form der Vitesse™ Schall auch für den Hinterabschnitt genutzt werden. Bei diesem Verfahren der Liquifizierungstechnik wird Ultraschallenergie auf ein einzelnes, großes inneres Lumen übertragen, das den Port der Nadel mechanisch in Schwingung versetzt. Diese Hochgeschwindigkeitsvibrationen scheren den Glaskörper an den Portkanten ab, bevor er in die Nadel eintritt. Dieser Mechanismus minimiert die Traktion des Glaskörpers und ermöglicht eine schnellere Aspiration bei niedrigerem Vakuum im Vergleich zu herkömmlichen Schneidesystemen. Diese Vorteile können zu einer sichereren und effizienteren vitreoretinalen Chirurgie führen.


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