Update Übelkeit und Erbrechen in der Geriatrie

2021 ◽  
Vol 146 (07) ◽  
pp. 446-450
Author(s):  
Rolf Schaefer

Was ist neu? Definition/Epidemiologie/Ursachen Übelkeit ist, ebenso wie das Erbrechen, ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild. Dies macht eine genaue Angabe der Häufigkeit im Alter schwierig. Schätzungsweise jeder 2. bis 3. ist betroffen. Veränderungen des Magen-Darm-Trakts Übelkeit im Alter hat viele mögliche Ursachen (zerebral gesteuert oder durch gastrointestinale Veränderungen bedingt). Die physiologische Alterung des Magen-Darm-Trakts bewirkt allein keine Übelkeit. Mögliche Ursachen für Übelkeit und Erbrechen Viele Erkrankungen, die gehäuft im Alter auftreten, können ursächlich für Übelkeit und Erbrechen sein. Dazu gehören z. B. Diabetes mellitus oder Morbus Parkinson. Aber auch die häufig bestehende Multimedikation kann zu gastrointestinalen Symptomen führen. Diagnostik Basis der Diagnostik sind die detaillierte Anamnese und die gute körperliche Untersuchung. Die weiteren diagnostischen Schritte müssen individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Eine offizielle Leitlinie zur Diagnostik gibt es nicht. Therapie Die Therapie zielt zunächst auf die Behandlung der Ursache (ursächliche Grunderkrankung(en) oder Multimedikation). Erst im zweiten Schritt sollte eine symptomorientierte Medikation erfolgen. Viele mögliche Medikamente sind jedoch beim alten Menschen inadäquat.

2013 ◽  
Vol 32 (06) ◽  
pp. 381-387 ◽  
Author(s):  
C. Norra ◽  
S. Herpertz ◽  
T. C. Baghai ◽  
M. Lieb ◽  
M. Schäfer ◽  
...  

ZusammenfassungDie hohe Koinzidenz von somatischen Erkrankungen und Depressionen macht deutlich, wie wichtig ein generelles Screening bezüglich depressiver Störungen in den somatischen Fachdisziplinen ist. Aktuelle Erkenntnisse zur Depressionshäufigkeit, Pathophysiologie, prognostischen Bedeutung und der Therapie von depressiven Syndromen bei ausgewählten somatischen Erkrankungen werden vorgestellt: Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen, Leber- und Darmerkrankungen, Morbus Parkinson sowie Multiple Sklerose. Für das gehäufte Auftreten somatischer Erkrankungen scheint bei Patienten mit depressiven Störungen übergreifend eine ungünstige Lebensführung (z. B. Bewegungsmangel, Adipositas, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum) eine entscheidende Rolle zu spielen. Dies gilt auch für die Umsetzung der therapeutischen Strategien. Ebenso werden biologische Veränderungen (Stresshormon- und Immunaktivierung) als mögliche Ursachen für eine erhöhte Morbidität und Mortalität diskutiert. Generell werden epidemiologische Daten, interdisziplinäre klinisch-therapeutische Studien sowie grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen zur Pathophysiologie komorbider Depressionen bei körperlichen Erkrankungen benötigt.


2018 ◽  
Vol 49 (03) ◽  
pp. 152-160
Author(s):  
Anke Lührs ◽  
Carl-Albrecht Haensch

ZusammenfassungAutonome Störungen sind insbesondere bei neurologischen, internistischen, urologischen und pädiatrischen Patienten häufig. Erkrankungen des autonomen Nervensystems können im peripheren oder zentralen Nervensystem primär (z. B. Primär autonomes Versagen) oder sekundär im Rahmen einer systemischen Erkrankung (z. B. Diabetes mellitus, Morbus Parkinson) entstehen. Die häufigsten autonomen Störungen sind Kreislaufregulationsstörungen und stehen oft im Mittelpunkt der Diagnostik. Diese betreffen primär oder in ihren Auswirkungen fast alle medizinischen Disziplinen. Im neurologischen Krankheitsspektrum stehen insbesondere die Parkinsonsyndrome, die Multisystematrophie und die Small fibre Neuropathien im Focus der Aufmerksamkeit hinsichtlich der Veränderungen der Kreislaufregulation mit orthostatischer Hypotonie oder dem zusätzlichen Vorkommen einer Liegendhypertonie. Sorgfältige Anamnese und apparative Diagnostik sind neben der klinischen Untersuchung unabdingbar. Die weiterführende Diagnostik umfasst neben bedside tests wie den Schellong-Test verschiedene standardisierte Untersuchungsmethoden im autonomen Funktionslabor wie die Kipptischuntersuchung oder die Analyse der Herzfrequenzvariabilität. Die hohe Variabilität des autonomen Nervensystems aber auch der angewandten diagnostischen Methoden und Messplätze macht eine Standardisierung dieser Techniken notwendig. Hierfür stellen Leitlinien, Konsensusempfehlungen, SOPs usw. eine besondere Hilfe dar. In der Therapie werden bei hypotonen Kreislaufregulationsstörungen neben physikalischen Maßnahmen verschiedene Pharmaka erfolgreich eingesetzt, die jedoch nur unzureichend erstattungsfähig sind.


2018 ◽  
Vol 41 (02) ◽  
pp. 135-139
Author(s):  
Rainer Linke

ZusammenfassungNuklearmedizinische Verfahren erlauben die nicht invasive Erfassung von Organfunktionen des Verdauungstraktes, allerdings wird aufgrund des immer umfangreicher werdenden diagnostischen Spektrums (Atemtest, Ultraschall, Endoskopie, Manometrie, MRT) zunehmend seltener an diese Untersuchungsmethoden gedacht. Dennoch können nuklearmedizinische Verfahren weiterhin einen wichtigen Beitrag in der Diagnostik von Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes leisten. So kann szintigrafisch die Magenfunktion visuell und quantitativ erfasst werden. Der Magen hat die Aufgabe, die Nahrung nach der Ösophaguspassage vorübergehend zu speichern und fraktioniert in den Dünndarm zu entleeren. Eine phasische Peristaltik des Magens dient der Durchmischung und Zerkleinerung des Speisebreis. Störungen der Magenfunktion können Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, epigastrische Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Ursächlich für eine Magenfunktionsstörung sind operative Eingriffe (Fundoplikatio, Magenteilresektion), aber auch Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), Kollagenosen, Gastritiden oder selten auch Tumoren. Zudem müssen auch funktionelle Krankheitsbilder oder Nebenwirkungen von Medikamenten in Betracht gezogen werden. Mit der Magenfunktionsszintigrafie kann das Ausmaß einer Funktionsstörung einfach und schnell erfasst und können Kenntnisse über die Magenentleerung und die peristaltische Aktivität des Magens gewonnen werden. Untersuchungen mit radioaktiv markierten Testspeisen sind physiologisch und nicht invasiv. Je nach zugrundeliegender Erkrankung bzw. Störung finden sich typische Befundkombinationen, die eine differenzial- und artdiagnostische Einordnung ermöglichen.


1972 ◽  
Vol 97 (46) ◽  
pp. 1798-1799
Author(s):  
E. Hecking ◽  
B. Knick

2008 ◽  
Vol 27 (S 01) ◽  
pp. S16-S17
Author(s):  
E. Orso ◽  
G. Hajak ◽  
M. Stadlober-Degwerth ◽  
H. Klünemann ◽  
M. Zintl

ZusammenfassungAnliegen: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Diabetes und positiver Familienanamnese Diabetes (jeweils Verwandte ersten und zweiten Grades) bei Demenzpatienten mit Krankheitsbeginn bis zum 70. Lebensjahr. Methode: Eigen- und Fremdanamnese, körperliche Untersuchung, neuropsychologische Testung mittels CERAD und Uhrentest. Beurteilungsskalen waren GDS, Hoehn-Yahr- Stadien, FBI, Hamilton-Depression-Scale. Einteilung der Demenzform anhand Hachinski-/Rosen-Scores, ICD-10-, DSM IV-, NINCDS-ADRDA-, NINDS-AIREN-, ADDTC-, Lund- Manchester-, Neary und McKeith-Kriterien. Zudem metabolisches Laborprofil und ApoE Genotypisierung. Kontrolle waren die kognitiv intakten Lebenspartner. Ergebnisse: Probandenanzahl war n = 213, davon waren n = 35 Kontrollen. Während nur 14,3% der Kontrollen an Diabetes litten, war der Anteil der Diabetiker in der Gruppe der Vaskulären Demenz (VD) mit 36,8% deutlich am höchsten. Der Anteil der Probanden mit vaskulärer Demenz und positiver Familienanamnese Diabetes war im Vergleich zur Kontrollgruppe um 7% erhöht. Schlussfolgerungen: Diabetes mellitus und eine positive Familienanamnese Diabetes mellitus korrelieren besonders stark mit der Entwicklung einer VD. Im Gegensatz zur Demenz vom Alzheimertyp (DAT) ergab sich kein Zusammenhang zwischen Apo ॉ4 und VD. Es besteht ebenfalls keine Beziehung zwischen Apo ॉ4 und Diabetes oder einer positiven Familienanamnese Diabetes.


1998 ◽  
Vol 39 (5) ◽  
pp. 663-668 ◽  
Author(s):  
Harry N. Bawden ◽  
Aidan Stokes ◽  
Carol S. Camfield ◽  
Peter R. Camfield ◽  
Sonia Salisbury

Author(s):  
Bruce R. Pachter

Diabetes mellitus is one of the commonest causes of neuropathy. Diabetic neuropathy is a heterogeneous group of neuropathic disorders to which patients with diabetes mellitus are susceptible; more than one kind of neuropathy can frequently occur in the same individual. Abnormalities are also known to occur in nearly every anatomic subdivision of the eye in diabetic patients. Oculomotor palsy appears to be common in diabetes mellitus for their occurrence in isolation to suggest diabetes. Nerves to the external ocular muscles are most commonly affected, particularly the oculomotor or third cranial nerve. The third nerve palsy of diabetes is characteristic, being of sudden onset, accompanied by orbital and retro-orbital pain, often associated with complete involvement of the external ocular muscles innervated by the nerve. While the human and experimental animal literature is replete with studies on the peripheral nerves in diabetes mellitus, there is but a paucity of reported studies dealing with the oculomotor nerves and their associated extraocular muscles (EOMs).


1971 ◽  
Vol 104 (4) ◽  
pp. 442-444 ◽  
Author(s):  
R. Tankel
Keyword(s):  

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