scholarly journals SDM: gemeinsame Entscheidungsfindung

Author(s):  
Jrg Klin
2021 ◽  
Author(s):  
Martin Göber ◽  
Katja Schulze ◽  
Nadine Fleischhut

<p>In den letzten Jahrzehnten hat die Meteorologie große Fortschritte bei der Erstellung zuverlässiger probabilistischer Vorhersagen gemacht. Vorhersagen und insbesondere Wetterwarnungen werden aber weiter fast ausschließlich deterministisch kommuniziert. Dass probabilistische Information nicht kommuniziert wird, behindert nicht nur die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Meteorologen, Organisationen und der Öffentlichkeit. Diese Praxis berücksichtigt auch nicht, dass probabilistische Information durchaus auch von Laien bevorzugt werden kann, das Vertrauen in Vorhersagen erhöhen kann und zu besseren Entscheidungen führen kann. Für die praktische Nutzung der Unsicherheitsinformation muss z.B. geklärt werden unter welchen Bedingungen sie hilfreich ist, wie sie verbal und grafisch aufbereitet werden soll und welche institutionellen und operationellen Fragen geklärt werden müssen.</p> <p> </p> <p>In diesem Beitrag stellen wir exemplarische Ergebnisse eigener sozialwissenschaftlicher Studien im Rahmen des Projektes WEXICOM des Hans-Ertel-Zentrums für Wetterforschung (HErZ) zu folgenden Fragestellungen vor: Was wissen Nutzer*innen über die Unsicherheit von Vorhersagen? Welche Einstellungen haben Nutzer*innen zur Angabe von Unsicherheitsinformation, d.h. z.B. wollen sie diese Information erhalten? Wie wird Unsicherheit verbal kommuniziert? Welche graphischen Darstellungen präferieren Nutzer*innen? Ab welcher Wahrscheinlichkeit würden Nutzer*innen reagieren? Welchen Einfluss haben Raum- und Zeitbezug von Unsicherheitsinformation auf das Verständnis der Information und wie beeinflussen sie die Nutzung für Entscheidungen?  Schließlich stellen wir dar, welche Herausforderungen und neuen Ansätze es gibt für die Kommunikation und Nutzung von Unsicherheitsinformation in der Wettervorhersage.</p>


Praxis ◽  
2007 ◽  
Vol 96 (16) ◽  
pp. 629-636 ◽  
Author(s):  
Bitzer ◽  
Tschudin ◽  
Holzgreve ◽  
Tercanli

Pränatale Beratung hat einige besondere Merkmale: A) Die Kommunikation betrifft direkt Wertvorstellungen der schwangeren Frau und ihre Beziehung zu ihrem Kind. B) Die Kommunikation betrifft das Bild der Schwangeren von ihrem Kind und ihre Emotionen. C) Es wird über Risiken, Zahlen und Statistiken gesprochen. D) Arzt und Schwangere sind einbezogen in zentrale ethische Fragestellungen. Aus diesen Gründen stellt die spezifische Situation der pränatalen Beratung besondere Lernanforderungen an Ärzte. Diese sollten in der Lage sein eine patientinnenzentrierte Kommunikation mit nicht-direktiver Beratung mit einer umfassenden Aufklärung und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zu vereinigen. Diese Elemente sind integriert in einem Beratungsprozess der folgende Schritte umfasst: 1. Klärung der Ziele der schwangeren Frau und des ärztlichen Auftrages. 2. Individuelle Informationsvermittlung mit Risikoberatung und Darlegung von Vor- und Nachteilen pränataler Tests und Untersuchungen. 3. Gemeinsame Entscheidungsfindung bezüglich Tests und Untersuchungen. 4. Eventuell die Mitteilung schlechter oder unklarer Befunde. 5. Betreuung der Schwangeren mit einem betroffenen Kind.


Author(s):  
Jörg Rothe ◽  
Dorothea Baumeister ◽  
Claudia Lindner ◽  
Irene Rothe

2017 ◽  
Vol 37 (01) ◽  
pp. 33-36 ◽  
Author(s):  
M. Schwarze ◽  
Ch. Specker

ZusammenfassungEine qualitätsgesicherte und evidenzbasierte Patienteninformation ist ein wesentliches Instrument, um Rheumapatienten zu informierten Partnern ihrer Behandlung zu machen. Durch ein besseres Verständnis für die Erkrankung, den Krankheitsverlauf, die Prognose und die Heilungsaussichten wird eine gemeinsame Entscheidungsfindung („shared decision“) für die Festlegung der Therapieziele und die Wahl der geeigneten Therapie erst möglich und es ist zu erwarten, dass hierdurch die Compliance der Patienten und damit der Behandlungserfolg verbessert wird. Mit der strukturierten Patienteninformation für die rheumatoide Arthritis (StruPIRA) steht ein für den ambulanten Bereich konzipiertes Patientenschulungskonzept zur Verfügung, welches derzeit implementiert und evaluiert wird. Im Rahmen eines neuen Gesamtkonzeptes der Patientenschulung in der Rheumatologie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie soll StruPI-RA modularer Grundbaustein auch für intensivere Patientenschulungen in stationären Umgebungen sein. Umgekehrt sollen aus Patientenschulungen zu weiteren Krankheitsbildern, wie Spondyloarthritiden, ähnlich aufgebaute StruPI-Grundmodule entwickelt werden, welche dann im ambulanten Bereich zur Durchführung von Patientenseminaren auch bei diesen Erkrankungen dienen sollen.


2016 ◽  
Vol 24 (2) ◽  
pp. 76-88
Author(s):  
Sarah-Lu Oberschelp ◽  
Andrea C. Schöpf ◽  
Erik Farin

Zusammenfassung. Die Interaktion zwischen Behandler und Patient kann die Behandlung und deren Ergebnis stark beeinflussen. Die Studie untersucht die Wirkung von aktivem Kommunikationsverhalten des Patienten im Aufnahmegespräch auf die unmittelbare kommunikative Reaktion des Behandlers. Es wurden 21 Audiomitschnitte von Aufnahmegesprächen zwischen N = 21 Patienten mit chronisch-ischämischer Herzkrankheit und N = 10 Behandlern an zwei kardiologischen Rehabilitationskliniken analysiert. Die Audiomitschnitte wurden mittels RIAS codiert und Sequenz- und Lag-Analysen durchgeführt. Hierbei wurde der Zusammenhang zwischen aktiven Patientenverhaltensweisen (Meinungsäußerung) und den darauf‏ ‎folgenden kommunikativen Reaktionen des Behandlers untersucht. Aktive Meinungsäußerungen durch Patienten sind insgesamt sehr selten. Unaufgeforderte Meinungsäußerungen, welche nicht durch eine Frage des Behandlers ausgelöst wurde, kamen noch seltener vor. Allerdings zeigte die Sequenzanalyse, dass Patientenverhaltensweisen mit dem Kommunikationsverhalten von Behandlern in Zusammenhang steht. Die Meinungsäußerung wird in vielen Fällen aber nicht als Grundlage für eine gemeinsame Entscheidungsfindung genutzt. Zukünftige Studien sollten klären, warum aktive Meinungsäußerungen nicht als Anlass für eine gemeinsame Entscheidungsfindung genutzt werden.


2021 ◽  
Vol 25 (03) ◽  
pp. 108-109
Author(s):  
Stefanie Haag

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion haben eine komplexe Entscheidung bzgl. des Dialyseverfahrens zu treffen. Die verschiedenen Optionen haben einen Einfluss auf den physischen und psychischen Zustand sowie das Sozialleben. Ziel dieser Studie war es, Patientenentscheidungshilfen zu etablieren, um eine gemeinsame Entscheidungsfindung bzgl. des Dialyseverfahren zu erreichen. Zur Objektivierung wurde die Entscheidungsqualität anhand von Patientenwissen, Bereitschaft und Vorlieben gemessen.


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